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Bildung: In Kärnten steigt Nachfrage nach verschränktem Ganztagesunterricht

29.01.2015
LH Kaiser: Anmelderekord an Kärntens erster Ganztagesschule mit verschränktem Unterricht, der Volksschule Feldkirchen
Während auf bundespolitischer Ebene noch immer über den Ausbau von Ganztagesschulen mit verschränktem Unterricht diskutiert wird, scheint in Kärnten zumindest bei Eltern und Kindern in Feldkirchen die Meinung darüber eindeutig festzustehen: Dort haben sich nämlich aktuell schon knapp 50 Prozent der 83 Schuleinschreiber (41 Kinder) für das Schuljahr 2015/16 für eine Ganztagesklasse in Kärntens erster Ganztagesvolksschule, der Volksschule Feldkirchen, angemeldet. Dabei gibt es dieses Angebot erst seit fünf Jahren.

„Die Zahlen lügen nicht. Die Volksschule Feldkirchen und die kontinuierlich steigende Nachfrage der Eltern zeigen den Weg der Bildungszukunft auf. Und diese liegt im Ausbau von Ganztagesschulen mit verschränktem Unterricht. Feldkirchen liegt hier quasi an der Spitze einer bildungspolitischen Reformbewegung“, zeigt sich Kärntens Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser erfreut. Er sehe in der Ganztagesschule mit verschränktem Unterricht nicht nur ein wesentliches Instrument, um Kindern das beste Rüstzeug inklusive der Stärkung sozialer Werte mitzugeben, sondern auch, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. „Die Kinder und auch die Eltern brauchen zu Hause nicht mehr stundenlang mit Hausaufgaben und Lernen zu verbringen, sondern es bleibt Zeit, um gemeinsam als Familie etwas zu unternehmen. Diese Schule ohne Schultasche kann damit auch die Gründung von Familien wieder attraktiver machen, vor allem für die immer größer werdende Zahl an Paaren, die beide berufstätig sind oder sein müssen, für Alleinerziehende, für Kinder mit besonderen Bedürfnissen oder mit Migrationshintergrund“, so Kaiser weiter.

Auch für Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger ist die Volksschule Feldkirchen ein bildungspolitischer Wegweiser: „Um in Zukunft die regionale Versorgung mit hoher Bildungsqualität aufrecht zu erhalten, benötigt es ganztägige verschränkte Schulformen in einem modernen Haus des Miteinanders, wo Lernen, Freizeit, Mittagessen und Nachmittagsangebote zusammenfließen.“

Neben dem ausgereiften Angebot in der Volksschule Feldkirchen ist vor allem Schulleiterin Margot Stern mit ihrem großem Engagement für die gute Qualität und die rege Nachfrage der ganztägigen Schule verantwortlich: „Beachtlich ist, dass gerade von berufstätigen Eltern, alleinerziehende Müttern, Kindern mit besonderen Bedürfnissen und neu von Kindern mit Migrationshintergrund die Ganztagesform als attraktives pädagogisches Angebot gewählt wird.“

Info zu VS Feldkirchen: Aktuell besuchen 285 Schülerinnen und Schüler 15 Klassen, vier davon sind ganztägig. Der Unterricht in den Ganztagesklassen dauert bis 16.00 Uhr (bei Bedarf bis 17.00 Uhr). Dabei wechseln Unterricht, Jause, Freizeit, Mittagessen und vertiefende Übungen ab. Zwischen Unterricht und Übungsphasen gibt es lange Pausen, auch das Mittagessen gibt es in der Schule, Hausübungen gibt es keine. Eine Native Speakerin (Englisch) arbeitet als Freizeitpädagogin und bietet ihr Wissen als Alltagssprache für alle Kinder und in eigens installierten Interessens- und Begabungsförderungsangeboten in den Freizeitphasen an. Die Kinder lernen auch die Arbeit im Haushalt, indem beim Mittagessen Aufgaben, wie Servieren oder Abräumen, vergeben werden. Die Ganztagesklassen sind eine eigene Firma, die Jause wird beim Bio-Gemüsehändler bestellt, abgeholt und zubereitet. Die Bestellung erfolgt ebenfalls durch die Schüler im Rahmen des Unterrichts. Die Außenanlagen werden von den Ganztagesklassen täglich genutzt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Böhm