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Villacher Jugendnotschlafstelle wird realisiert

06.02.2015
LHStv.in Prettner: JUNO öffnet in der Draustadt ab Herbst 2015 ihre Türen für Jugendliche ohne Obdach
In einer gemeinsamen Pressekonferenz konnten heute, Freitag, Sozial- und Jugendreferentin LHStv.in Beate Prettner, Villachs Vizebürgermeister Günther Albel, Stadträtin Gerda Sandriesser und der Rektor der Diakonie de LaTour, Hubert Stotter, den offiziellen Startschuss für die Jugendnotschlafstelle (JUNO) Villach geben. „Ein lang gehegter gemeinsamer Wunsch von Land und Stadt kann nun in der Draustadt realisiert werden. Ein geeignetes Gebäude konnte in der zentral gelegenen Marksgasse ausgemacht werden, die notwendigen Umbaumaßnahmen sollen noch im April 2015 starten, sodass die JUNO mit Herbst 2015 ihren Betrieb unter der Führung eines bewährten Partners, der Diakonie de LaTour, aufnehmen kann“, freut sich Prettner, bekannt geben zu können.

Die JUNO Villach wird zehn Betreuungsplätze für Jugendliche vom vollendeten 12. bis zum 21. Lebensjahr bieten, wobei zwei in barrierefreier Form zur Verfügung gestellt werden. „Seitens des Landes konnten wir einen Investitionszuschuss für die Umbauten von 100.000 Euro aufstellen, auch die Personalkosten werden vom Land Kärnten übernommen. Für die Betriebs- und Mietkosten zeichnet die Stadt Villach verantwortlich“, erklärte Prettner das partnerschaftliche Modell. Das Team der JUNO Villach setzt sich aus fünf Fachkräften und der Leitung zusammen, die von Montag bis Sonntag von 17:00 bis 09:00 Uhr die Serviceleistungen für die Jugendlichen anbieten.

„Seitens der Stadt war das Bekenntnis zur Jugendnotschlafstelle immer eindeutig. Nun haben wir auch die passenden Räume gefunden“, erklärte Albel. „Ich freue mich, dass es nun heuer mit der Jugendnotschlafstelle klappt. Hier können wir junge Menschen, die keinen Ausweg sehen und eine neue Lebensplanung anstreben, auffangen und gut betreuen, um ein gesellschaftliches Abrutschen zu verhindern“, sagte Sandriesser.

„Wir freuen uns, mit der Umsetzung dieses für Kinder und Jugendliche so wichtigen Projekts betraut worden zu sein“, so Stotter. „Solch ein offenes und niederschwelliges Angebot ist enorm wichtig, um Betroffene wirklich erreichen zu können. Es ist uns in diesem Sinn als Diakonie ein großes Anliegen. Unser Ziel ist es, nicht nur aktuelle Not zu lindern, sondern auch Kontakt und Vertrauen aufzubauen, um so gemeinsame Schritte für eine Verbesserung der Lebensumstände initiieren zu können und nachhaltig zu wirken. Dem Land Kärnten und der Stadt Villach möchte ich meinen Dank aussprechen, dass sie diese Initiative ergriffen haben“, meinte der Rektor.

Die Jugendnotschlafstelle ist keine Endstation für Jugendliche, sondern der Anfang eines Neubeginns. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die von temporärer, latenter oder manifester Obdachlosigkeit betroffen sind, die ein höherschwelliges Wohn- und Betreuungsangebot nicht annehmen wollen oder können, Beratung oder Grundversorgung suchen, oder aufgrund eines aktuellen Konflikts aus der Obhut ihrer Erziehungsberechtigten geflüchtet sind. Als Ziele der JUNO gelten die Bereitstellung eines gewalt- und drogenfreien Schutzraums, Krisenintervention und Stabilisierung der Lebensumstände, die Überführung in einen passenden Betreuungskontext sowie die Sicherung oder Wiederherstellung von gesellschaftlicher Inklusion. Dies soll durch Beziehungs- und Motivationsarbeit, Krisenintervention, Gezielte Gesprächsführung und auch Mediation erreicht werden. „Hier soll Jugendlichen unbürokratisch und ohne vorherige Terminvergabe der Kontakt zu professionellen Betreuerinnen und Betreuern ermöglicht werden, um ein gesellschaftliches Abrutschen verhindern und Unterstützung bieten zu können“, so Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner