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Das Jahr 2015 steht im Zeichen des Niederwildes

16.02.2015
LR Ragger: Bilanz über Auerwildjahr 2014 – Präsentation der heurigen Schwerpunkte
Um auch dem Niederwild jenen Stellenwert einzuräumen, der ihm gebührt, hat die Kärntner Jägerschaft das Jahr 2015 unter den Arbeitstitel „Jahr des Niederwildes“ gestellt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten der Kärntner Jagdreferent LR Christian Ragger und Landesjägermeister Ferdinand Gorton die Schwerpunkte des kommenden Jahres.

Gerade angesichts der Fokussierung auf die Hauptschalenwildarten Reh-, Rot- und Gamswild soll der Blick auch wieder auf das Niederwild gelenkt werden. „Die Kärntner Jägerschaft will im Rahmen dieser Fach- Kompetenz den Hege-Auftrag vertiefen. Kärnten ist zwar kein klassisches Niederwildland, aber auch kein schlechter Niederwildlebensraum. Die Verbesserung des Lebensraumes, die Biotopgestaltung für das Niederwild stellt dabei den Schwerpunkt dar“, führte Ragger aus.

Die Hege umfasst auch die Förderung der Umweltbedingungen durch Äsungsverbesserung und Reviergestaltung. Hiezu zählen insbesondere die Anlage von Daueräsungsflächen und Deckungsflächen, Verbissgehölzen, Hecken, Remisen, u. ä.

Gerade das heurige Jahr bietet maximale Chancen, die Interessen der Jägerschaft mit denen der Landwirtschaft zu vereinen. Durch den Beginn und den Einstieg der Landwirte in das neue ÖPUL-Programm 2015 bis 2020 eröffnen sich für die Niederwildheger sehr gute Möglichkeiten. „Um diese optimal zu nutzen, werden von der Kärntner Jägerschaft sogenannte „Ökobeauftragte“ aus dem Kreis interessierter Jagdgebiete ausgebildet, die durch Beratung der Landwirte helfen werden, die Förderungsmöglichkeiten aus dem staatlichem ÖPUL mit den vielfältigen Förderungsmöglichkeiten durch die Kärntner Jägerschaft optimal zu verzahnen“, erklärte Gorton.

Das tatsächlich vorhandene Potential der Kärntner Reviere, ihrer Biotope, ihrer Jägerinnen und Jäger und nicht zuletzt jenes des Niederwildes aufzuzeigen und vielleicht zu vervielfachen, ist ein wesentliches Ziel des Niederwildjahres. Unter Federführung des Niederwildausschusses der Kärntner Jägerschaft wird – in Kooperation mit anderen Fachausschüssen - der Blick der Jägerinnen und Jäger, neben den klassischen Niederwildarten Hase, Fasan und Ente, auch auf die weniger beachteten Wildarten wie Waldschnepfe, Haselwild und Wildtauben sowie deren Lebensraumerhaltung- bzw. Wiederherstellung gelenkt.

Erfolgreiches Jahr des Auerwildes 2014

Die Kärntner Jägerschaft hat im Jahr 2014 eine erfolgreiche Initiative zur Lebensraumförderung für das Auerwild gestartet. Auf insgesamt 40 Projektflächen wurden 2014 vor Ort Besichtigungen und Beratungen durchgeführt. Die Projekte zielten darauf ab, die Habitateignung in den derzeitigen Auerwildlebensräumen langfristig zu erhalten.

Konkret wurden Auflichtungsmaßnahmen (Einzelstammentnahmen) gesetzt, Flugschneisen geschaffen und Unterwuchs entfernt, auch wurden sog. Fratten gelegt, um Auerwild taugliche Habitate zu sichern bzw. zu schaffen. Gleichzeitig profitieren viele andere Arten von diesen Lebensraumverbesserungen, darunter mehrere gefährdete Vogelarten wie z.B. Sperlingskauz oder Dreizehenspecht.

„Von insgesamt 46 eingelangten Projektanträgen konnten bereits im Jahr 2014 13 Projekte auf Flächen von immerhin insgesamt 43 ha beratend begleitet und mit einem Gesamtzuschuss in Höhe von 14.651 Euro gefördert werden. Weitere 33 Projekte wurden im Vorjahr in Bearbeitung genommen und werden 2015 finalisiert“, informierte Ragger.

„Die von der Kärntner Jägerschaft gesetzten Maßnahmen stellen nicht nur unter Beweis, wie wichtig der nachhaltige Umgang mit Auerwild genommen wird, sondern haben dazu beigetragen, das aktuelle Vorkommen des Auerwildes sicherzustellen, diese Wildart in ihrem stabilen Bestand zu erhalten und nicht zuletzt das Bewusstsein für die Bedürfnisse des Auerwildes auch bei anderen Naturnutzern zu wecken“, resümierte Gorton.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/KB