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Neues Fördermodell für die Freie Szene

18.02.2015
LR Benger: Einheitliches, transparentes, nachvollziehbares Fördermodell auch für
die Freie Szene in Kärnten in Ausarbeitung
„Die Zeit der Willkür ist vorbei. Wir erarbeiten für alle Bereiche und mit den jeweiligen Beteiligten, einheitliche, transparente und nachvollziehbare Förderrichtlinien“, bekräftigte heute, Mittwoch, Kulturlandesrat Christian Benger. Beispiele dafür liegen laut Benger bereits auf dem Tisch, wie in der Volkskultur oder im Tourismus. Es sei Bengers Überzeugung, dass gute und nachhaltig wirkende langfristige Konzepte nur gemeinsam erarbeitet werden können. Das sei auch ein Ergebnis der Basisdatenerhebung der IG KIKK – der Wunsch nach Langfristigkeit ist eindeutig. Die Basisdatenerhebung, die von Seiten des Kulturreferates finanziell unterstützt wurde, sei Anlass, auch für die Freie Szene in Kärnten dem Anspruch auf Transparenz gerecht zu werden.

Daher solle nun mit den Vertretern der IG KIKK gemeinsam an einem neuen, klaren Fördermodell für die Freie Szene gearbeitet werden. „In einer Zeit, in der der finanzielle Rahmen ohne viel Spielraum vorgegeben ist, bedarf es kreativer und praktikabler Lösungsansätze“, so Benger. Aber nicht nur ein transparentes, nachhaltiges Modell soll die Freie Szene absichern. „Auch mehrjährige Verträge schaffen Planungssicherheit und Kontinuität. Der entsprechende Antrag für dieses Mehrjahres-Modell wird in der kommenden Regierungssitzung beschlossen“, teilte Benger mit.

Die letzte Basisdatenerhebung erfolgte im Jahr 1996. „Mein Herz schlägt von der Freien Szene bis hin zur Volkskultur. Alles hat seine Berechtigung und für alles ist Platz“, erkärte Benger.
Für ihn stelle die Freie Szene eine der wichtigsten Säulen in der Kulturentwicklung und für die gesellschaftliche Entwicklung dar. Sie zeichne sich vor allem durch ihre dynamische, innovative und flexible Ausrichtung aus. „Die Freie Szene leistet einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Diskurs. Und vor allem für unseren künstlerischen Nachwuchs ist die Freie Szene unerlässlich, sie ist der Nährboden für Kunst und Kultur“, sagte Benger.

Die Freie Szene leiste erwiesenermaßen einen Beitrag gegen die „Landflucht“. „Dazu braucht es aber auch Räumlichkeiten vor Ort. Wir haben Fördermodelle im Gemeindereferat eingerichtet, damit leerstehende öffentliche Gebäude vor Ort entsprechend adaptiert werden können. Die Kreativwirtschaftsinitiative sowie die kommunale Bauoffensive stehen den Kommunen zur Verfügung“, informierte Benger.

Insgesamt wurden im Zuge der Basisdatenerhebung der IG KIKK 82 Kulturinitiativen kontaktiert, von denen 65 an der Befragung teilgenommen haben. Dies bedeutet einen Rücklauf von 79,3 %. Die Befragung fand von Juni bis Oktober 2014 statt. Es ist in der Erhebung gelungen, wichtige Daten zu Rechts- und Organisationsformen, Arbeitsfelder, Veranstaltungs- und Besucherzahlen sowie Beschäftigungsverhältnisse und vieles mehr zu erhalten. „Auch hier würde ohne das ehrenamtliche und eigenverantwortliche Engagement nichts laufen“, betonte Benger. Denn auf einen bezahlten Beschäftigten kommen drei ehrenamtlich Tätige in der Freien Szene.

Fakten zur Freien Szene in Kärnten:
• Der Kreis, der durch die IG KIKK befragt wurde, erhielt 2014 eine Fördersumme von rd. 730.000 Euro aus dem Kulturbudget.
• In Summe erzielte die Freie Szene 2013 rund 3,2 Mio. Euro.
• Rund 1,6 Mio. Euro davon sind Landes-, Bundes- und EU-Gelder sowie Gemeindeförderungen
• Rund 1,58 Mio. Euro sind Eigenleistungen der Freien Szene
• Im Jahr 2013 wurden vom befragten Kreis 3.732 Veranstaltungen durchgeführt
• Bei 52 freien Kulturinitiativen wird die Arbeit von 2.672 Mitgliedern unterstützt


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/KB