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Regierungssitzung 7 – „Masterplan 2015+“ für Zukunft des Görtschitztales

24.02.2015
LH Kaiser, LR Benger und LR Holub: Neustart soll koordiniert und mit Bevölkerung erfolgen
Der „Görtschitztal Masterplan 2015+“ soll für eine positive und erfolgreiche Zukunft nach der HCB-Causa sorgen. Entsprechende Maßnahmen will man koordiniert, über alle Referatsbereiche hinweg und vor allem unter starker Einbindung der Bevölkerung umsetzen. Das betonten heute, Dienstag, Landeshauptmann Peter Kaiser, Agrarlandesrat Christian Benger und Umweltlandesrat Rolf Holub nach der Regierungssitzung. Ausschöpfen will man dafür auch Bundes- und EU-Mittel. Angesprochen wurden aber auch die zu erwartenden Mehrkosten bei Beprobungen, Analysen und aufgrund von entstandenen Schäden, Benger sprach von einer notwendigen Verdoppelung des bestehenden Soforthilfefonds.

Kaiser erklärte, dass man ein „Görtschitztal-Zukunftskomitee mit regionalen Schlüsselakteuren“ gründen wolle. Der Neustart des Tales solle vom Regionalmanagement Kärnten Mitte mit Leiter Andreas Duller koordiniert werden. Ideen und Zukunftsfragen aus der Bevölkerung sollen einfließen. Der Landeshauptmann verhehlte nicht, dass in manchen Bereichen aber auch kärntenweite Imagekorrekturen notwendig sein werden. Wie er weiters ankündigte, werde die Regierungskoalition ihre nächste Klausur bewusst im Görtschitztal abhalten: „Die Region ist uns viel wert.“ Erste Zwischenergebnisse der mit der Aufklärung der behördeninternen Abläufe rund um den HCB-Fall betrauten Funk-Kommission erwartet Kaiser in zwei bis drei Wochen.

„Es ist wichtig, gemeinsam und gezielt an der Zukunft des Görtschitztales zu arbeiten“, betonte auch Benger. Er strich aber auch hervor, dass zuerst die Gegenwart zu bewältigen sei. 2,8 Mio. Euro stünden im Soforthilfefonds für Proben, Untersuchungen und Analysen zur Verfügung, 1,2 Mio. davon würden derzeit ausbezahlt, 890.000 Euro akut benötigt. Zudem seien immense Mehrkosten aufgrund von Schäden, vor allem im Bereich der Direktvermarkter, zu erwarten. Allein für den Fleischbereich nannte der Agrarlandesrat eine Schadenssumme von 1,64 Mio. Euro. Für die rund 1.000 Masttiere im Görtschitztal gebe es die Überlegung, sie in zwei Ställen zusammenzufassen. Dort sollten sie dann kontrolliert gefüttert und geschlachtet werden.

Holub meinte zum Neustart des Tales, dass nichts ohne die Einbeziehung der Bevölkerung passiere: „Sie kann selbst entscheiden, in welche Richtung es geht.“ Er verwies auf die Sonderumweltinspektionen, die eine Reihe von Maßnahmen und neuen Vorschriften ausgelöst hätten. Bei der Altlast Brückl führe man beispielsweise Quecksilbermessungen durch, verstärkt würden u.a. Fische und Wasser untersucht. Holub ließ mit der Idee eines eigenen Labors in Kärnten aufhorchen. „Es dauert sehr lange, wenn wir Proben nach Wien oder München schicken müssen. Ich bin mir sicher, dass wir in Umweltmedizin und Messtechniken Kompetenzen erwerben könnten“, meinte er. Der Umweltreferent erklärte zudem, dass es bisher keine gesetzliche Grundlage für die Messung von HCB gebe, w&p führe einer solche jetzt freiwillig durch. Insgesamt sei es wichtig, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Benger/LR Holub
Redaktion: Markus Böhm