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POLITIK

Integrationszentrum Kärnten eröffnet

27.02.2015
LH Kaiser betonte Wichtigkeit von Sprache und Kommunikation – BM Kurz: Integration muss vor Ort stattfinden – Sprachliche Frühförderung wird durch neue 15a-Vereinbarung forciert
In der 10. Oktoberstraße 15 in Klagenfurt wurde heute, Freitag, das neue Integrationszentrum des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) durch Integrationsminister Sebastian Kurz, Landeshauptmann Peter Kaiser und ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf eröffnet. Nach Wien, Graz, Linz Salzburg und Innsbruck ist es der sechste Standort des ÖIF. Neben dem Beratungsangebot am Welcome Desk in der Landeshauptstadt bietet der ÖIF aber auch regelmäßig mobile Beratung zu Sprache, Bildung und Beruf in den Kärntner Regionen an. Mit dieser flächendeckenden Integrationsberatung für Migrantinnen und Migranten ist Kärnten nach Salzburg das zweite Bundesland.

Landeshauptmann Peter Kaiser will, dass sich Menschen, die in unser Land kommen, willkommen fühlen. Der neue Welcome Desk im Integrationszentrum sei Ausdruck dafür. Als wesentlichen Faktor der Integration bezeichnete er Sprache und Kommunikation, die auch Schlüssel für das Wohlfühlen und beruflichen Erfolg seien. In diesem Zusammenhang verwies er wie auch Minister Kurz auf die am Mittwoch geschlossene 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur sprachlichen Frühförderung in Kindergärten. Kaiser betonte weiters, dass Kärnten einen leichten Anstieg der Bevölkerungszahl verzeichnen könne, wobei ein Löwenanteil auf Migrantinnen und Migranten falle.

„Integration muss vor Ort stattfinden, sie braucht die passenden Rahmenbedingungen und ist harte Arbeit“, betonte Kurz. Ihm sei es wichtig, Integration durch Leistung zu unterstützen, Bildung sei der Schlüssel zum Erfolg. Durch die neue 15a-Vereinbarung würden nunmehr viermal so viele Mittel für die sprachliche Frühförderung zur Verfügung stehen. Insgesamt seien es in drei Jahren 90 Mio. Euro von Bund und Ländern.

ÖIF-Geschäftsführer Wolf meinte, dass in unserer Gesellschaft Zusammenhalt wichtiger sei denn je. Er strich die gute Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten hervor und dankte dem engagierten Team des Integrationszentrums Kärnten. Dessen Leiterin, Mandana Poureh, skizzierte die Arbeit im Zentrum, das die sprachliche, berufliche und gesellschaftliche Integration unterstützen wolle.

Wie Poureh weiters erklärte, besuchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ÖIF zweimal im Monat die Bezirkshauptstädte Wolfsberg, Villach, Spittal und Hermagor, um Zuwanderinnen und Zuwanderer über ihre Rechte und Pflichten zu informieren und zentrale Fragen des Lebens in Österreich beantworten, wie etwa: „Wo kann ich Deutsch lernen“, „Welche Kursangebote sind in meiner Region verfügbar?“, „Wie melde ich mein Kind zur Schule an?“ oder „Welche Grundwerte sind für das Zusammenleben in Österreich wichtig?“

Beratung über seine Welcome Desks bietet der ÖIF seit Juli 2013 in ganz Österreich an. 2014 baute er seine Beratungstätigkeit mit den mobilen Welcome Desks weiter aus. Mit regionalen Willkommenshandbüchern für Gemeinden hat der ÖIF zusätzlich eine zielgruppenspezifische Informationsgrundlage geschaffen. Seit 2013 wandten sich Migrantinnen und Migranten österreichweit 38.400mal an den ÖIF.

Das Integrationszentrum gründet auf der Integrationsvereinbarung 2011, die der sprachlichen Integration von Migrantinnen und Migranten dient, die sich dauerhaft in Österreich niederlassen wollen. Sie betrifft in der aktuellen Form Migrantinnen und Migranten (Drittstaatsangehörige, d.h. Nicht-EU-Bürger/innen), die seit 1. Juli 2011 ins Land gekommen sind. Mit der Unterzeichnung der Integrationsvereinbarung verpflichten sie sich, innerhalb von zwei Jahren ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben. Der ÖIF ist für die Abwicklung der Integrationsvereinbarung verantwortlich. Die wichtigsten Aufgaben sind: Zertifizierung von Kursträgern, Qualitätssicherung, Bereitstellung der Prüfungsformate und Deutsch-Test für Österreich, Abrechnung des sogenannten blauen Bundesgutscheins und Abwicklung der Prüfungen.

Die Eröffnung des Integrationszentrums Kärnten moderierte Franziska Troger (ÖIF). Ebenfalls anwesend war der stellvertretende ÖIF-Geschäftsführer Roland Goiser.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Brunner/Böhm
Fotohinweis: LPD/Eggenberger