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HCB Görtschitztal: Ergebnisse von Wassermessungen an der Gurk werden veröffentlicht

11.03.2015
LR Holub: Sanierung der Altlast „K-20" hat für das Land höchste Priorität
Wie nach der gestrigen Regierungssitzung angekündigt, veröffentlicht das Land Kärnten heute, Mittwoch, nach umfangreichen Untersuchungen im Rahmen eines Umwelt-Sonderprogramms weitere umfangreiche Probeergebnisse von den eingerichteten Fließ- und Grundwassermessstellen entlang der Gurk.

Die insgesamt 26 Untersuchungen an Hausbrunnen und Grundwassermessstellen wurden seitens der Gewässerökologie des Landes Kärnten durchgeführt, berichtete Umweltreferent LR Rolf Holub. Es wurden die Parameter Tetrachlorethen, Trichlorethen, Hexachlorbutadien und Hexachlorethan sowie Schwermetalle untersucht. Dabei wurden bei 15 Messstellen einzelne Parameter nachgewiesen. Die von Greenpeace festgestellten Parameter decken sich dabei mit jenen des Landes. Im Auftrag von Holub werden die Ergebnisse im Internet auch auf der HCB-Informationsseite des Landes Kärnten veröffentlicht.

Die gewässerökologische Situation in der Gurk sei durch die Altlast-Deponie der Donau-Chemie seit Jahrzehnten problematisch, erklärte der Umweltreferent. Daher sei es umso wichtiger, Proben nur an standardisierten Messstellen vorzunehmen, um zu seriösen Ergebnissen kommen zu können. Die Gewässerökologie des Landes könne mit insgesamt neun Fließgewässermessstellen repräsentative Ergebnisse garantieren. Die Gurk werde mit den Messstellen einem Dauer-Monitoring unterzogen, das in letzter Zeit zusätzlich verschärft wurde.

Jahreszeitlich bedingt können unterschiedliche Messergebnisse zustande kommen, so etwa durch die Schneeschmelze. Aus diesem Grund werden ständig Fischanalysen durchgeführt, um die kontinuierliche Entwicklung der Belastung beobachten zu können. Zu den Ergebnissen der aktuellen Messungen hält Holub fest, dass seit 1991 HCBD- und HCB-Messungen an der Gurk durchgeführt werden. Ab 2010 gelte ein HCBD-Grenzwert für den Jahresmittelwert von 0,1 µg/l, wobei die zulässige Höchstkonzentration für Einzelwerte mit 0,6 µg/l festgesetzt wurde. Diese Höchstkonzentration wurde bei den vorliegenden aktuellen Messergebnissen nicht überschritten.

HCB-Untersuchungen in der Gurk erfolgen im Rahmen von ergänzenden Untersuchungen nach dem Altlastensanierungsgesetz seit 1996. Seit 2010 gelten für HCB ein Jahresmittelwert von 0,01 µg/l und eine zulässige Höchstkonzentration von 0,05 µg/l. Die aktuell durchgeführten Analysen zeigen für HCB Werte unter 0,01 µg/l.

Die analysierten Metalle Blei, Cadmium und Quecksilber zeigen bei allen untersuchten Proben Unauffälligkeiten. Auch wenn Einzelmessergebnisse höhere Werte zeigen, liegen die gemessenen Werte von Tetrachlorethen und Trichlorethen unter dem Wert für die zulässige Jahresdurchschnittskonzentration der Umweltqualitätsnorm. Es bestehen darüber hinaus keine behördlich genehmigten Anlagen für die Entnahme von Nutzwasser entlang der Gurk, alle Landwirte und Besitzer der Hausbrunnen seien über die Belastung informiert worden, so Holub.

Holub geht auch davon aus, dass sich der vom Land Kärnten erlassene Bescheid, der die Donau-Chemie zu schärferen Sicherheitsvorkehrungen in der Kalkdeponie verpflichtet, positiv auf die Situation der Gurk auswirken wird. Es müsse trotz allem klar festgehalten werden, dass die sanierungsbedürftige Deponie eine große Umweltbelastung für die Region darstelle solange sie bestehe, betonte Holub.

Daher habe die rasche und nachhaltige Sanierung der Kalkdeponie für das Land Kärnten auch höchste Priorität. Er werde im Hinblick auf die zukünftige Handhabung der Altlasten „K-20“ und „K5“ die beteiligten Unternehmen, Umwelt-NGOs sowie Umweltbundesamt zu einem Runden Tisch einladen: „Nur unter Einbindung aller beteiligten Unternehmen und Institutionen kann die beste Problemlösung, auch im Sinne einer gläsernen Fabrik, erarbeitet werden“, sagte Holub.


Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/Zeitlinger