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In Oberkärnten entsteht agrarisches Bildungszentrum

28.03.2015
LR Benger: Zusammenlegung der landwirtschaftlichen Fachschulen Drauhofen und Litzlhof sichert Standort im Bezirk, garantiert Qualität und reduziert nachhaltig Kosten
 „Unter dem Motto, Strukturen bereinigen, nachhaltig Kosten senken, Qualität steigern und Standort sichern, führen wir die beiden landwirtschaftlichen Fachschulen Drauhofen und Litzlhof zusammen“, bestätigt heute, Samstag, Agrarlandesrat Christian Benger eine weitere Strukturreform. Mit der Zusammenlegung der beiden Fachschulen entsteht am Standort Litzlhof ein Agrarisches Bildungszentrum in Oberkärnten.

Der Grund für diesen Schritt: In Drauhofen besteht ein sofortiger Sanierungsbedarf von 8,9 Mio. Euro und die Schulen liegen 2,2 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Errechnet wurde der Investitionsbedarf von der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) als Eigentümerin der Gebäude. Die bestehende Heizung in Drauhofen stammt aus dem Jahr 1965 und die letzte Investition ins Haus wurde vor 24 Jahren getätigt. „Die Generalsanierung ist auf Grund der finanziellen Situation und aus fachlicher Sicht nicht vertretbar. Durch die Zusammenführung werten wir den Standort Litzlhof auf. Es entsteht ein Kompetenzzentrum für Landwirtschaft und Hauswirtschaft“, berichtet Benger.

Durch die Konzentration an einem Standort reduzieren sich die jährlichen Ausgaben um 640.000 Euro. Die Belegschaft sowie die Schulleitung hat Benger in mehreren Gesprächen, das letzte am Donnerstag dieser Woche, informiert. „Wir wurden offen empfangen, alle sind bereit zur Umsetzung innerhalb der nächsten zwei Jahre“, so Benger. Zumal niemand um seine Stelle fürchten müsse, weil ja beide Schulzweige weitergeführt würden.

Damit am Litzlhof beide Schwerpunkte, Landwirtschaft und Hauswirtschaft, unterrichtet werden können und die Internatsfunktion erfüllt werden kann, müssen Adaptierungen und ein Ausbau getätigt werden. Die LIG hat diesen notwendigen Ausbau mit 5,6 Mio. Euro beziffert, die Refinanzierung für die LIG erfolgt über die Mieteinnahmen. „Trotz der Investition senken wir die Ausgaben für das landwirtschaftliche Schulwesen nachhaltig um 640.000 Euro jährlich. Nach der Umsetzung wird die Verwertung von Drauhofen erfolgen“, so Benger.

Schon die Zusammenführung von Eberndorf mit dem Goldbrunnhof brachte eine jährliche Kostensenkung von über 700.000 Euro im Jahr. Die Schaffung dieses agrarischen Bildungszentrums in Oberkärnten ist Teil des nun fertiggestellten Struktur-Entwicklungs-Konzepts für die Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen, das bis 2023/24 reicht.

Zahlen und Fakten:
Drauhofen: Dringender Sanierungsbedarf: 8,9 Mio. Euro, jährliche Kosten derzeit: 1,6 Mio. Euro + 350.000 Euro vom Bund = knapp 2 Mio. Euro pro Jahr, Schwerpunkt: Hauswirtschaft, 79 Schülerinnen, 13,5 Dienststellen

Litzlhof: Laufende jährliche Kosten: 3,2 Mio. Euro, 178 Schüler, Adaptierungen, Ausbau durch Zusammenführung: 5,6 Mio. Euro

Auswirkung der Zusammenlegung beider Standorte am Litzlhof: Einsparung jährliche Kosten in Drauhofen: 2 Mio. EUR, Mehrkosten pro Jahr in Litzlhof (mehr Schüler, größeres Internat, Personal von Drauhofen): 1,34 Mio. Euro, Gesamtkosten Bildungszentrum Litzlhof pro Jahr: rd. 4,5 Mio. Euro. Gesamtersparnis bei einem statt zwei Standorte: nachhaltig 640.000 Euro, Einnahmen einmalig: Veräußerungserlös von Drauhofen

In Kärnten gibt es derzeit neun Landwirtschaftliche Fachschulen. Über 10,4 Prozent aller 14-Jährigen treten in eine LFS ein, jährlich gibt es 1.200 Schüler im LFS-Bereich. In den letzten zehn Jahren wurden 18 Prozent der elf Schulstandorte zusammengelegt (Hunnenbrunn mit Althofen, Eberndorf mit Goldbrunnhof).


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Benger