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Nationalparkrat beschloss Budget und Projekte für 2015

09.04.2015
LR Ragger schlug Engagement im sozialen Bereich und Einbindung von Menschen mit Behinderung in NP-Verwaltungen vor – NP Hohe Tauern hat Bekanntheitsgrad von 73 Prozent
In der Nationalpark Hohe Tauern-Gemeinde Kals am Großglockner fand gestern, Mittwoch, die 19. Sitzung des Nationalparkrates auf Einladung der turnusmäßigen Ratsvorsitzenden LHStv.in Ingrid Felipe aus Tirol statt. Sie zog gemeinsam mit Bundesvertreter Günther Liebel, der in Vertretung von Umweltminister Andrä Rupprechter erschien, LHStv.in Astrid Rössler aus Salzburg und dem Kärntner Nationalparklandesrat Christian Ragger eine positive Bilanz über die Leistungen im Jahr 2014. Der Nationalparkrat beschloss zudem das Budget und Projekte für 2015.

Ragger strich die gute Arbeit des Nationalparks Hohe Tauern hervor, die durch den erhobenen Bekanntheitsgrad von 73 Prozent unterstrichen werde. Der NP Hohe Tauern liege hier vor dem NP Donau Auen mit 42 Prozent. „Dennoch darf es keinen Stillstand geben und man muss neue Felder und Innovationen suchen. Zusätzliche Ideen wären auch, sich im sozialen Bereich zu engagieren und Menschen mit Behinderung in die NP-Verwaltungen einzubinden, aber auch Gelder und Innovationen aus EU-Projekten zu holen“, schlug Ragger vor. In Kärnten habe man damit gute Erfahrungen gemacht und großartige Initiativen starten können, welche auch länderübergreifend viel bringen würden. „In finanziellen Angelegenheiten muss jeder sparen und unter dem Motto ‚Der Speck muss weg‘ werden wir in Kärnten heuer die Zusammenlegung von zwei kostenintensiven Verwaltungsstandorten durchführen. Geplant ist der gemeinsame Verwaltungssitz in Großkirchheim“, so Ragger.

„Auch heuer konnten wieder bedeutende Projekte in Angriff genommen und umgesetzt werden. Besonders im Bereich Forschung sind viele Projekte nur sinnvoll, wenn sie gemeinsam und über die gesamte Größe des Schutzgebietes umgesetzt werden können“, sagte Felipe. Als Highlights der gemeinsamen Arbeit nannte sie das Bartgeierprojekt mit einer Freilassung von zwei Jungvögeln in Osttirol und zwei erfolgreiche Freilandbruten in Kärnten und Salzburg sowie die zahlreichen Initiativen im Bildungsbereich. „Mit einem Budget von 712.000 Euro für länderübergreifende Projekte werden auch 2015 besonders wieder in den Bereichen Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Maßnahmen für das Schutzgebiet fortgeführt bzw. umgesetzt. Die größten Aufwendungen werden für Forschungsprojekte, wie Greifvogelmonitoring, Gewässermonitoring und terrestrisches Monitoring fließen. Die Einnahmen hierfür kommen aus Zuwendungen von Bundes- und Ländermitteln aber auch aus EU-Mitteln“, erklärte die Tiroler Nationalparkreferentin.

Im Rahmen der Ratssitzung wurde von Experten auch eine von Nationalparks Austria beauftragte Evaluierungsstudie präsentiert. „Die sehr intensive Studie mittels Fragebögen, Workshops und Befragung von Stakeholdern erhob den Ist-Stand der Nationalparks in den Bereichen Organisation/Verwaltung, Bildung/ÖA, Naturraummanagement und Wissenschaft und hat erfreuliche Ergebnisse aber auch Ansätze für Neues zu Tage gebracht. Die Studie gibt vor allem die Außensicht von Experten über die österreichischen Nationalparks wider. Es wird damit ein Diskussionsprozess für weitere Entwicklungen der österreichischen Nationalparks in Gang gesetzt an dem sich alle im Nationalpark Beteiligten einbringen mögen“, erklärte Sektionschef Liebel.

Die Salzburger Nationalparkreferentin Rössler berichtete, dass die Studie im Salzburger Nationalparkkuratorium bereits unterschiedliche Fragen und Diskussionen ausgelöst habe. Wie auch in Tirol und Kärnten werde es auf dieser Basis weitere Gespräche mit den verschiedensten Interessensvertretungen und vor allem auch mit Grundbesitzern geben.

In den Bereichen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wurde dem Nationalpark Hohe Tauern in der Studie die Bestnote ausgestellt. Eine Modernisierung der NP-Gesetze, die ständige Orientierung an den IUCN Schutzkriterien, die Sicherung finanzieller Mittel eine gute, gefestigte Personalausstattung und die Stärkung der länderübergreifenden Zusammenarbeit sind weitere Handlungsempfehlungen daraus.

Der Nationalparkrat als höchstes Entscheidungsgremium im Nationalpark Hohe Tauern, dessen Aufgaben seit 1994 mit Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich und den Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol festgelegt sind, besteht aus vier stimmberechtigten Mitgliedern, dem Umweltminister und den drei für den Nationalpark in den drei Bundesländern ressortzuständigen Mitgliedern der Landesregierungen. Alle zwei Jahre wechselt die Vorsitzführung auf Landespolitikebene. Darüber hinaus sind je drei Vertreter der Gemeinden, der Grundeigentümer, des Naturschutzes und der zuständigen Fachabteilungen der Landesregierungen beratend involviert.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger, NP Hohe Tauern
Redaktion: Reiter/Böhm
Fotohinweis: NP Hohe Tauern/Mattersberger

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