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Kärnten im europäischen Rampenlicht

16.04.2015
LH Kaiser präsentierte in Brüssel gemeinsam mit MEP´s Eugen Freund und Othmar Karas in Fresach stattfindende Europäische Toleranzgespräche und sprach mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz über aktuelle Lage Kärntens
Im Mai wird Kärnten mehr als bisher im europäischen Rampenlicht stehen: Vom 21. bis 23. Mai finden im Kärntner Ort Fresach erstmals die Europäischen Toleranzgespräche statt. Inhalt und Ablauf dieser hochkarätig besetzen und vom Denk.Raum.Fresach organisierten Veranstaltung wurden heute, Donnerstag, in der europäischen Hauptstadt, in Brüssel, von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit den Europa-Abgeordneten Eugen Freund und Otmar Karas sowie Wilfried Seywald vom Denk.Raum.Fresach im Rahmen einer Pressekonferenz im EU-Parlament präsentiert.

Großes Interesse an der aktuellen, von der jetzigen Landesregierung unverschuldeten Situation Kärntens, zeigte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, den Kaiser zu einem Meinungsaustausch traf. Der Landeshauptmann informierte Schulz über den aktuellen Stand in der Causa Hypo/Heta. Der EU-Parlamentspräsident sagte zu, Kärnten im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. Gerne werde er, Schulz, auch der Einladung des Landeshauptmannes nachkommen, und Kärnten in der nächsten Zeit einen Besuch abstatten. "In Zeiten wie diesen, tut es gut zu wissen, dass Kärnten Freunde und Verbündete hat, die dem Land helfen wollen", so Kaiser.

Insofern sei auch die Bedeutung der Toleranzgespräche sowohl für Kärnten als auch für die EU eine besondere. „Gerade in Zeiten, in denen die EU durch Krisen und verschiedenste Ausprägungen zeitweiligen Egoismus auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird und die EU-Bürgerinnen und Bürger sich vom größten Friedensprojekt EU Antworten und Halt erwarten, ist es von besonderer Bedeutung, dass sich führende Köpfe Gedanke über Toleranz, ihren Wert und ihre Notwendigkeit für ein funktionierendes, solidarisches Europa machen. Dass sich so viele europäische Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und Kunst, Wissenschaft und Kultur sowie aus Wirtschaft und Industrie ausgerechnet in Kärnten, im geografisch kleinen aber ideologisch großen Fresach treffen, ist eine Auszeichnung für und ein starkes Signal von Kärnten“, machte Kaiser bei der Pressekonferenz zu den Toleranzgesprächen deutlich.

Wie Kaiser verwies auch Eugen Freund auf Kärnten als ein Land, in dem Toleranz immer wieder eine besondere Rolle spielte. Als Beispiele nannten beide die Ortstafeldiskussion, die Minderheitenpolitik im Wandel der Zeit. „In Zeiten von Globalisierung und Individualisierung kommt der Toleranz eine immer größer werdende Bedeutung zu. Nur wenn wir gegensätzliche Überzeugungen tolerieren, kann eine Demokratie funktionieren“, so Freund.

Otmar Karas sagte: "Der gesellschaftliche Umgang mit Andersartigkeit, anderen Kulturen und Vielfalt ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, sowohl in Europa als auch global. Das häufig gelebte Nebeneinander muss von einem ehrlichen Miteinander abgelöst werden. Respekt, Toleranz und Akzeptanz der Unterschiedlichkeiten führen zu Verständnis und erhöhen die Bereitschaft auf gegenseitige Rücksichtnahme."

Der Sprecher des Veranstalters Denk.Raum.Fresach, Wilfried Seywald, erinnerte an die historische Bedeutung des Bergdorfs Fresach für den Kampf der evangelischen Kirche um Anerkennung und Gleichberechtigung. Nach der erfolgreichen Landesausstellung 2011 zum Thema "500 Jahre Protestantismus in Kärnten" sei es jetzt an der Zeit, diesen geschichtsträchtigen Ort zu einem Zentrum der Toleranz für Europa weiter zu entwickeln. "Wir wollen Fresach zur ersten Toleranzgemeinde Europas machen." Dabei könne Fresach auf eine gute Tradition verweisen. Von 1972 bis 1993, bis zum Fall des eisernen Vorhangs, trafen sich in der kleinen Gemeinde internationale Schriftsteller, um Auswege aus dem Ost-West-Konflikt zu diskutieren.

Neben Kaiser selbst werden an den Toleranzgesprächen u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, mit einem Statement der Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz, der Journalist Roland Barazon, der Schriftsteller Alois Brandstetter, die Genderforscherin Claudia Brunner, die Migrationsanthropologin Christa Markom, die Energie- und Nahostexpertin Karin Kneissl, die Unternehmer Peter Löscher und Heinz Schmid sowie viele andere Experten und Persönlichkeiten teilnehmen.

Unter dem Tagungsmotto „Wie weit geht Toleranz? Wie weit geht Europa? Aufgaben von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“ geht es unter anderem um Modernität, Menschenrechte, Islam, Migration und Partizipation geht. Dazu gibt es Vorträge, Diskussionen, Workshops, Lesungen, Konzerte einen poetry slam und eine Toleranzparty.

Hinter den Europäischen Toleranzgesprächen stehen der PEN-Club Austria, die Evangelische Kirche und der Club Carinthia, kuratiert werden sie vom ehemaligen Europaparlamentarier Hannes Swoboda. Infos zu den Europäischen Toleranzgesprächen unter: www.fresach.org

Im Ausschuss der Regionen debattierte Kaiser unter anderem über die von der Europäischen Kommission beschlossene Investitionsoffensive im Ausmaß von 315 Milliarden Euro 2015 bis 2017 debattiert. „Diese Offensive ist gerade angesichts der steigenden Arbeitslosenzahlen und der schwächelnden Wirtschaft zu begrüßen, auch wenn sie sehr spät kommt und viel höher hätte ausfallen müssen. Wichtig wird es jedenfalls sein, die Regionen wie Kärnten über den AdR in die Planungen mit einzubeziehen“, so Kaiser.

Weitere Tagesordnungspunkte sind ua die EU-Erweiterungsstrategie, wonach in den nächsten Jahren Konsolidierung sowie die Schaffung solider Regierungs- und Verwaltungsstrukturen der bestehenden Mitgliedsstaaten im Vordergrund stehen, das Weißbuch Verkehr mit ua dem Ziel der drastischen Reduzierung der CO2-Emmissionen, die Zukunft des Milchsektors mit möglichen Anreizen für Landwirte, sowie ein energieeffizienter Ressourceneinsatz im Gebäudesektor.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/kb
Fotohinweis: Verbindungsbüro Brüssel/Westerling