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Regierungssitzung 6 - Kampf dem Bienensterben

21.04.2015
LR Benger: 7-Punkte-Programm zur Rettung der Bienen heute in der Regierungssitzung vorgestellt – Konkrete Maßnahmen zum Aufbau neuer Bienenvölker
Agrarlandesrat Christian Benger informierte heute, Dienstag, über das in Absprache mit dem Imkerverband präsentierte 7-Punkte-Sofortmaßnahmen-Programm zur Rettung der Bienen und zur Sicherstellung der Bestäubung in der Blütezeit. „Rasche Hilfe mit konkreten Maßnahmen ist erforderlich. Wir müssen so schnell wie möglich die Nachzucht sicherstellen. Denn von der Bestäubung durch die Bienen hängt beispielsweise auch die Obsternte in Kärnten ab“, weist Benger hin.

Das Motto für dieses 7-Punkte-Programm: Wir bringen das Land zum Blühen. Denn davon wiederum sei die gesamte Honig-Ernte abhängig. Benger stellt sich eine Vorgangsweise nach dem Beispiel Vorarlberg vor. Dort haben sich die Gemeinde bei der Anlage und Pflege von Blumenwiesen auf öffentlichen Flächen beteiligt. Das Programm lief drei Jahre. Bekanntlich hat der milde Winter unter den Bienenvölkern sein Tribut gefordert, fast die Hälfte der Bienenvölker ist gestorben. Es sei dies laut Benger kein Phänomen in Kärnten alleine, in ganz Österreich hat der Winter den Bienenvölkern massiv zugesetzt. Durchschnittlich sterben in einem Winter rund 10 Prozent der Bienenvölker. „Wir haben es mit einer Extremsituation zu tun“, stellt Benger klar.

Das 7-Punkte-Programm setzt auf drei Säulen: Aus- und Weiterbildung, Sicherstellung der Imkerschule und Ausbau Bienenwirtschaft. Das 7-Punkte-Programm im Detail: Zusammenschluss aller wichtiger Organisationen unter dem Motto „Wir bringen Kärnten zum Blühen.“ Dazu gehören der Obstbauverband, die Imkerverbände, die Imkerschule, die Landwirtschaft, der Verband der Kärntner Gärtner, das Veterinärwesen des Landes, die Gemeinden, der Agrarhandel, die Landwirtschaftlichen Fachschulen. Barbara Kircher vom Agrarkompetenzzentrum wurde zur Bienen-Koordinatorin bestellt.

Weitere Punkte: Sicherstellung der Finanzierung des Imkerkompetenzzentrums Ochsendorf. Sofortige Nachzucht heimischen Biene entsprechend dem Bienenwirtschaftsgesetz im Imkerkompetenzzentrum und Ausbau der Bienenwirtschaft. Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung – Schwerpunktprogramm zur Pflege von Bienenstöcken, der Stock-Hygiene oder dem Bienenschutz. Landwirtschaftliche Fachschulen stehen als Ausbildungs-Standorte zur Verfügung, zusätzliche Schulungen mit Experten werden ausgearbeitet. Verstärkte Anlage von Bienenweiden in Kärnten – besonderes Saatgut für Blühwiesen beispielsweise auf Bio-Diversitätsflächen oder öffentlichen Flächen in Gemeinden - in Absprache mit Imkern, Landwirtschaft und Gemeinden.

Der nächste Schritt: „Alle Beteiligten haben sich bereits vorige Woche getroffen, diese Woche gibt es den nächsten Termin, um diese Situation so rasch wie möglich zu entschärfen. Die Koordination läuft über Barbara Kircher“, weist Benger hin. In Kärnten gibt es derzeit über 2.800 Imkereien mit rund. 33.500 Bienenvölkern. Jeder Kärntner Imker hält im Schnitt 12 Bienenvölker, in Österreich sind es 15 Völker pro Imker. „Das heißt, dass wir die Bienenvölker auch ausweiten müssen für den Erhalt unserer Natur und der heimischen Kulturlandschaft“, erklärt Benger.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/kb