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„Elchtest“ für Behelfsbrücke Federaun

22.04.2015
LH Kaiser bei feierlichen Brückenübergabe in Fürnitz – Kärnten hat mit Bundesheer einen wahren Freund an seiner Seite
Mit einer Belastungsprobe der besonderen Art wurde heute, Mittwoch, die 80 Meter lange Behelfsbrücke „Mabey & Johnson Compact 200“ über den Gailfluss bei Federaun in Fürnitz eingeweiht: Der 55 Tonnen schwere Kampfpanzer „Leopard II“ demonstrierte durch eine Überfahrt die Tragfähigkeit der Konstruktion. Bei der Errichtung der Brücken über die Gail und über den Fretterbach bei Federaun wurde das Straßenbauamt Villach durch zehn Kadersoldaten und neun Grundwehrdienern des Pionierbataillons 1 aus der Villacher Rohr-Kaserne mit schwerem Gerät unterstützt. Dieser Einsatz diente der Katastrophenschutzausbildung der im Oktober 2014 eingerückten Rekruten sowie der Aus- und Fortbildung.

„Hier wird Großartiges geleistet. In einer schwierigen finanziellen Situation wird - das Zukünftige nicht außer Acht lassend - das Bestmögliche mit dem Bestand realisiert. Wir schaffen damit an einem wichtigen Verkehrspunkt aus alter Bausubstanz eine neue und moderne Brücke über die Gail“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser. Ohne viel Reden habe man angepackt und zusammengearbeitet. „Ihr steht stellvertretend für Qualität“, lobte der Landeshauptmann die Leistung der Pioniere, die auch zukünftig die Verantwortung im Behelfsbrückenbau übernehmen werden. Der heutige Tag zeige, dass der Freundschaftsvertrag zwischen dem Land Kärnten und dem Bundesheer, der vor einem Jahr abgeschlossen worden ist, nicht nur am Papier existiere, sondern sich in Taten manifestiere. „Wenn Not am Mann ist, hat das Land Kärnten mit dem Bundesheer einen wahren Freund an seiner Seite“, so Kaiser.

Der Landeshauptmann übergab dem Kommandanten der 7. Jägerbrigade, Brigadier Jürgen Wörgötter, symbolisch einen Schlüssel für Katstrophenschutzgeräte und betonte wie wichtig es sei, dass sich Partner aufeinander verlassen könnten. „Danke für Ihre Leistung für unsere Bevölkerung.“ Die Pioniere erhielten Zertifikate für die Berechtigung der Errichtung von Behelfsbrücken.

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler hob hervor, dass Kärnten weit über seine Grenzen hinaus für sein hochqualifiziertes Krisenmanagement bekannt sei. Alle weiteren Redner verwiesen auf die großartige Zusammenarbeit während der gesamten Zeit der Errichtung. „Dieses Projekt zeigt, dass in Kärnten auch in schwierigen Zeiten viel weitergeht“, sagte Volker Bidmon, Leiter der Abteilung 9. Reinhard Merlin, Meister der Brückenmeisterei Villach, informierte über die technischen Rahmenbedingungen und den Ablauf des Baus. Er erhielt von Oberst Ertl eine Anerkennungsmedaille des Pionierbataillons 1 Villach.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Militärmusik Kärnten unter Oberst Sigismund Seidl. Die Segnung übernahm Militärpfarrer Emmanuel Longin. Unter den Anwesenden waren auch Landesamtsdirektor Dieter Platzer sowie aus Villach Bezirkshauptmann Bernd Riepan und Stadtrat Harald Sobe.

Der Neubau des Tragwerkes der Gailbrücke auf der B 83 soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Bis dahin steht für den Straßenverkehr sowie für Fußgeher und Radfahrer die Ersatzbrücke zur Verfügung. Das Land Kärnten investiert rund drei Millionen Euro, 2,5 Millionen davon fließen in die Erneuerung des Tragwerkes.

Die Kooperation zwischen dem Land Kärnten und dem Österreichischen Bundesheer über den Bau von Behelfsbrücken bei Katastropheneinsätzen und Baumaßnahmen des Landes Kärnten besteht seit rund 50 Jahren. Sowohl das Bundesheer als auch die Mitarbeiter der landeseigenen Brückenmeisterei in Villach sind auf den Bau geschult und in der Lage, binnen weniger Tage einen Brückenschlag herzustellen. Sämtliches Behelfsbrückengerät befindet sich im Eigentum des Landes Kärnten und wird dem in Villach stationierten Pionierbataillon 1 sowohl für Übungszwecke als auch bei konkreten Baumaßnahmen bzw. Katastrophenfällen zur Verfügung gestellt.

Das Pionierbataillon 1 gehört zur 7. Jägerbrigade und ist eines der drei Pionierbataillone Österreichs, das neben dem Einsatzspektrum für klassische Militäraufgaben auch im Katastropheneinsatz höchsten Ausbildungsstandard aufweist.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotos: Michael Steinberger u. Büro LH Kaiser