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Im (Gemeinde) Zentrum steht der Mensch

24.04.2015
LHStv.in Schaunig bei Tagung zum demographischen Wandel
Bei der Tagung „Demographischer Wandel im ländlichen Alpenraum: Wie lassen sich Mobilität und Nahversorgung sichern“, wurden heute, Freitag, im Veranstaltungszentrum in St. Kanzian von LHStv.in Gaby Schaunig die Standpunkte der Kärntner Landespolitik zur ländlichen Entwicklung und zum demografischen Wandel näher gebracht.

„Der demografische Wandel und die Globalisierung machen vor keiner Region halt. Unerbittlich zeigen sich die Auswirkungen“, betonte die Gemeindereferentin. Man müsse die Risiken realistisch betrachten, aber auch die Chancen für Neuerungen nützen. Beispielsweise im Wohnbau würden sich die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern. Starre baulich-räumliche Strukturen, die für bestimmte Verhältnisse maßgeschneidert seien, könnten auf diese Dynamiken nicht reagieren. „Die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern neue Konzepte des Wohnens sowie eine ökologisch schonende Bauweise“, so Schaunig.

„Regionalentwicklung kann von der Politik nicht diktiert, aber unterstützt werden“, meinte sie weiters. „Gemeinden dürfen nicht länger mit den Problemen der Abwanderung und Strukturschwäche alleine gelassen werden“, unterstrich die Gemeindereferentin. „Wir brauchen soziale Anknüpfungspunkte, um junge Menschen wieder zurück ins Land zu bekommen.“ Dies erfordere Neuerungen sowohl in der vorschulischen Kinderbetreuung als auch bei Schulangeboten und Nachmittagsbetreuung.

„Neue Wege in der Raumordnung, Belebung der Ortszentren, Vereinfachung der Bauvorschriften sowie eine Entflechtung der Transferbeziehungen zwischen Land und Gemeinden seien nur einige der zahlreichen Aufgabenschwerpunkt des Gemeindereferates“, so Schaunig. Die interkommunale Zusammenarbeit, bei der über den Weg der Mehrzweckverbände eine neue Richtung einschlagen werde, solle in den kommenden Jahren intensiviert werden.

„Grund und Boden sind nicht vermehrbar, umso sensibler muss man damit umgehen. Ein modernes Raumordnungsrecht, das flexibel ist und auch den ökologischen Anforderungen Rechnung trägt, ist notwendig“, betonte Schaunig. Notwendig werde auch bei Planungen eine neue Verantwortlichkeit gegenüber der älteren Generation sein. Es werde bei der Novellierung des Raumordnungs- und Baugesetzes wichtig sein, künftig Entwicklungen zu ordnen und Themen wie die Demographie-Entwicklung, die gesellschaftliche Zusammensetzung und Entwicklung, die Bausubstanz aber auch den Klimawandel zu berücksichtigen.

Eine Mischung aus jungen und älteren Menschen sei für jede Landgemeinde bedeutend, gleichermaßen wichtig seien die Beteiligung der Gemeindebewohnerinnen und -bewohner an Planungsprozessen und eine effiziente interkommunale Zusammenarbeit zwischen Nachbargemeinden. „Die Generation 60+ ist fit und möchte am sozialen Leben teilhaben“, meinte Schaunig. Diese Bevölkerungsgruppe werde in Zukunft durch ihre Ressourcen und ihr „Know-how“ einen immer wichtigeren Teil einer aktiven Zivilgesellschaft darstellen.

Darum sei auch die Mobilität eine wesentliche Voraussetzung für einen attraktiven ländlichen Raum. Im öffentlichen Verkehr werde es aufgrund der ökonomischen Situation eine Herausforderung sein, die Qualität in den peripheren Lagen aufrecht zu erhalten. Aufgrund der zunehmend älteren Bevölkerung sei jedoch der Öffentliche Verkehr von besonderer Bedeutung. „Regierungskollege LR Rolf Holub macht sich für dieses Thema besonders stark und arbeitet in partizipativer Form an der Grundlage einer kärntenweiten Planung“, erklärte die Gemeindereferentin.

Interkommunale Wirtschaftsregionen würden alle Standorte bzw. Gemeinden in einer Region, unter Berücksichtigung des bestehenden Kommunalsteueraufkommens, umfassen. „Die Zeiten des Einzelkämpfertums und Kirchturmdenkens sind vorbei“, betonte Schaunig. Mittelfristig solle damit erreicht werden, dass in Kärnten möglichst flächendeckend optimale infrastrukturelle Rahmenbedingungen für Unternehmen zu Verfügung gestellt werden. „Die Gemeinden sind der Motor für die regionale Wirtschaft und damit verantwortlich für den Wohlstand im gesamten Land“, ist sich die Gemeindereferentin bewusst.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Kohlweis/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig