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WIRTSCHAFT

Koralmbahn: Baustart der Tunnelkette Granitztal

24.04.2015
BM Stöger und LH Kaiser bei feierlichem Tunnelanschlag – Koralmbahn schafft und sichert Arbeitsplätze
Ein weiterer Meilenstein der Koralmbahn nahm heute, Freitag, mit dem Baustart der Tunnelkette Granitztal konkrete Formen an. Das rund sechs Kilometer lange Tunnelsystem ist das zweitlängste Tunnelbauwerk entlang der neuen Hochleistungsstrecke und verbindet auf direktem Weg das Lavanttal mit dem Jauntal. Den feierlichen Tunnelanschlag vorgenommen haben Infrastrukturminister Alois Stöger, Landeshauptmann Peter Kaiser, Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, Christian Späth, CEO Implenia AG und Hermann Primus, Bürgermeister der Marktgemeinde St. Paul.

„Ich freue mich, dass in unserem Bundesland die Qualität der Bahn erkannt worden ist, denn Österreich ist das Bahnfahrerland Nummer 1 in Europa“, sagte der Infrastrukturminister. Österreich investiere gerade auch in schwierigen Zeiten, denn damit würden Arbeitsplätze geschaffen. „Wir brauchen Investitionen, daher unterstütze ich Landeshauptmann Kaiser, denn hohe Investitionen sind dann richtig, wenn sie am Ende den Menschen nutzen“, so Stöger. Er verwies darauf, dass die Investitionen für acht Jahre und damit in eine ganz große Zukunft seien. „Wir wollen damit die wirtschaftliche Position des Landes langfristig ausbauen und stärken“, betonte der Infrastrukturminister.

„Ich bin froh und glücklich, dass Kärnten Freunde wie Infrastrukturminister Alois Stöger und Christian Kern hat, die in unser Bundesland investieren“, sagte der Landeshauptmann. Denn Gelder, die nicht investiert würden, würden der Wirtschaft entzogen. Mit dem heutigen Tunnelanschlag im Granitztal würden erneut Weichen in eine positive Zukunft gestellt und ein weiteres Stück eines großen Projektes verwirklicht. Es seien Investitionen mit Weitblick sowie hoher Qualität und würden Wirtschaftsstandorte wertvoller machen. Mit den bereit stehenden 150 Millionen könnte auch in vielen anderen Belangen losgelegt werden, verwies der Landeshauptmann auf die aktuelle finanzielle Situation Kärntens. „Daher großen Dank dafür, dass Ihr zum richtigen Zeitpunkt in unser Land investiert“, so Kaiser.

Die Koralmbahn mit dem Koralmtunnel und die nun in Angriff genommene Tunnelkette Granitztal seien ein wichtiger Beitrag zu Kärntens ‚Gatewayfunktion‘ in Richtung Obere Adria und Balkan. „Sie schafft und sichert Arbeitsplätze und lässt auch auf neue Betriebsansiedlungen hoffen. Denn die Geschichte zeigt, dass dort, wo es optimale Verkehrsanbindung und Infrastruktur gibt, Wirtschaftsräume zusammengebracht, Arbeitsplätze generiert werden und die Wirtschaft floriert“, betonte der Landeshauptmann. Die Koralmbahn sei ein großartiges Projekt, denn Schiene verbinde Menschen, Kulturen, Länder und die Wirtschaft.

„Die Koralmbahn und der Koralmtunnel sind für Österreich und Europa von großer Bedeutung und werden für den Wirtschaftsstandort Kärnten einen essentiellen Effekt haben“, betonte Kern. Das Projekt mit seinen 130 km Strecke werde sich im Personennahverkehr in der Steiermark und in Kärnten niederschlagen. „Früher hieß es Westbahn und ‚Restbahn‘, jetzt beginnt eine neue Entwicklung, die sich als positiver Wirtschaftsimpuls und auf die Arbeitsplätze auswirken wird.“ Kern verwies in diesem Zusammenhang auf die große Beteiligung Kärntens an diesem Projekt. „Kärntner Zement, Erdbauarbeiten durch Kärntner Firmen, Baunebenleistungen und ein hohes Ausmaß an Beschäftigten aus der Region.“

Mit einem bildhaften Vergleich äußerte sich Kern zur aktuellen Situation Kärntens: „Die Situation ist mit einem Bild des Tunnelbaus vergleichbar. Ihr, die Kärntner Landesregierung, habt ein unfertiges Projekt übernommen und befindet euch momentan in losem Gestein, wo ihr Stützwände aufziehen müsst, um das Projekt nach vorne zu bringen und dabei die Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren.“ Die Bahn könne in Kärnten auf enorme Erfolge verweisen, es gebe mehr als zehn Prozent Fahrgästezuwachs. „Die ganze Republik schaut her, da ist etwas Großartiges erreicht worden und nur, weil der Landeshauptmann massiv dahinter steht.“

Bürgermeister Primus sagte als „schon immer Befürworter dieser modernen Bahn“, dass damit Anschluss an den Wirtschaftsraum gefunden werde. Späth betonte, dass dieser Auftrag ein Meilenstein für sein Unternehmen sei. „Wir sind sehr froh, dass Österreich so ein investitionsfreudiges Land ist.“

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Musikkapelle Granitztal. Die Segnung übernahmen der Abt von St. Paul Heinrich Ferenczy und die evangelische Pfarrerin Renate Moshammer. Als Tunnelpatin fungierte Romy Primus. Unter den zahlreichen Anwesenden waren auch Landesrat Rolf Holub und AK-Präsident Günther Goach.

Die Tunnelkette Granitztal besteht aus dem Tunnel Deutsch Grutschen, der Einhausung Granitztal und dem Tunnel Langer Berg. Den Auftrag in Höhe von 140 Millionen Euro erhielt eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Implenia und Hochtief Infrastructure. Die Bautätigkeiten starteten im Jänner 2015 und sind in drei Abschnitte unterteilt. Der Abschnitt im Granitztal wird in offener Bauweise hergestellt. Die 130 Kilometer lange Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten in Europa. Sie ist wichtiger Bestandteil des Baltisch-Adriatischen Korridors, der die Regionen künftig international anbindet. Gleichzeitig stellt sie ein Schlüsselprojekt für die neue Südstrecke dar.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: ÖBB