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Rotwildprojekt Foscari liefert wertvolle Hinweise für künftiges Rotwildmanagement

29.04.2015
LR Ragger: Etappenweise Auflassung der Winterfütterung – Ausgewogenes Wald-Wild-Verhältnis als Ziel
Das laufende Rotwildprojekt, „Auflassung der Rotwildfütterung – wildökologische Begleitforschung“, welches die etappenweise Auflassung der Winterfütterung von Rotwild im gesamten Jagdgebiet Foscari (Wildregion Paternion/ Stockenboi) zum Gegenstand hat, liefert bereits interessante Ergebnisse. Am runden Tisch im Schloss Mageregg wurde gestern, Dienstag, unter anderem diskutiert, dass durch die Beendigung der Fütterung bisher kein signifikanter Anstieg der Verbiss- und Schalschäden stattgefunden hat. Auch eine befürchtete Verlagerung der Rotwildbestände im Winter in die Vorlage ist bis dato nicht eingetreten. „Das Projekt liefert wertvolle Hinweise für das künftige Rotwildmanagement und nimmt bereits Einfluss auf die Rotwildbewirtschaftung in der Region. Langfristiges Ziel dabei ist es, ein ausgewogenes Wald-Wild-Verhältnis herzustellen und die Funktion des Waldes unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Forstwirtschaft durch standortsnotwendige Mischbestände zu sichern“, führt Jagdreferent LR Christian Ragger aus.

Betroffen sind rund 460 Stück Rotwild (gezählter/geschätzter Fütterungsstand 2011/12). Bereits im Vorfeld wurde ein Fütterungsstandort aufgelassen, der zweite im Winter 2012/13 (Rubland). Bei den verbleibenden drei Fütterungsanlagen wurde von Saftfutter auf Raufutter umgestellt. Im Winter 2013/14 wurden zwei weitere Fütterungen aufgelassen (Klotzenberg und Farcherwiese). In der Saison 2014/15 wurde in der Felln nicht mehr gefüttert. Begleitend zur Auflassung der Fütterungsstandorte findet ein wildökologisches Monitoring statt, das von Horst Leitner, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft, betreut wird. „Bis Ende Februar 2014 wurden 21 Stück Rotwild an drei Fütterungsstandorten besendert. Fünf Stück Rotwild sind in der Zwischenzeit verendet oder erlegt worden. Zusätzlich werden die jagdlichen Aktivitäten mittels Formular von den Jägern aufgezeichnet“, informiert Ragger.

Die Auswirkungen auf die forstliche Vegetation werden mittels Schälschadensaufnahme und Verbisstraktaufnahme erhoben, wobei sich nach der Auflassung der ersten drei Fütterungen kein Anstieg bei den Schälschäden zeigte. Wie die Verbissaufnahmen von Herbst 2013 zeigen, ist die Verbissbelastung am Vorjahresleittrieb mit durchschnittlich einem Drittel verbissener Leitriebe relativ hoch. Mittels Fotofalle wurde eine sehr hohe Nachtaktivität des Rotwildes dokumentiert. Das Projekt läuft noch bis Jahresende 2015, ein weiteres Monitoring der Verbiss- und Schalschäden wird auf jeden Fall weitergeführt. Die Projektkosten sind für die gesamte Laufzeit 2012 bis 2015 mit rund 330.000 Euro beziffert, wovon 51.760 Euro das heurige Jahr betreffen.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/Böhm