News

LOKAL

Bienenschutz: Landesweite Ausweitung von Bienenweiden

07.05.2015
LR Benger initiierte nach Winter-Bienensterben 7-Punkte-Programm zur Rettung der Bienen – Maßnahmen für Bienenweiden, Nachzucht und Schulungen laufen bereits
Das dramatische Winter-Bienensterben hat rasche Maßnahmen erforderlich gemacht, um die Bienennachzucht sowie die Bestäubung und damit den Obstertrag in Kärnten zu sichern. Unter dem Motto „Wir bringen Kärnten zum Blühen“ präsentierte Agrarlandesrat Christian Benger in Abstimmung mit dem Imkerverband ein 7-Punkte-Programm. Es setzt auf die drei Säulen Aus- und Weiterbildung, Sicherstellung der Imkerschule und Ausbau der Bienenwirtschaft.

„Mittlerweile wird im Imkerzentrum massiv an der Nachzucht gearbeitet. Denn von der Bestäubung durch die Bienen hängt auch die Obsternte in Kärnten ab“, kann Benger heute, Donnerstag, mitteilen. Damit nicht genug, brauchen die Bienen das ganze Jahr über auch ausreichend Blühflächen, um die Honig-Ernte sicherzustellen. Daher sollten laut Benger auch die Gemeinden auf ihren öffentlichen Flächen Bienenweiden entstehen lassen. Auch rund um die Kärntner Landesregierung entstehen zwei Bienenweiden, auf der West- und der Nordseite werden entsprechende Saatgutmischungen aufgebracht. Auf den Dachflächen des Amtsgebäudes in der Mießtalerstraße befinden sich ebenfalls bereits Blühflächen.

Vorbild für die Aktion ist Vorarlberg. „Bienenschutz geht uns alle an. Ab Ende Juni ist die Kulturlandschaft großflächig abgeerntet, womit bei den Bienen Futtermangel entsteht“, erklärt Benger. Auch Samen von Gräsern und Kräutern gehen durch die Ernte verloren, wodurch auch im Spätsommer die entsprechenden Blühflächen als Nahrungsquelle für die Bienen fehlen. Die Bienen-Koordinatorin zur Abarbeitung des 7-Punkte-Programms, Barbara Kircher, hat laut Benger nun sämtliche Kärntner Gemeinden informiert, wie Bienenweiden ohne großen Aufwand und kostengünstig angelegt werden können. „Die einzige Anforderung: je vielfältiger, desto besser. Wir konnten die Kärntner Saatbau gewinnen, die drei spezielle Saatgutmischungen für Bienenweiden anbietet“, so Benger.

Ebenso angelaufen ist laut Benger der Ausbildungsschwerpunkt. Derzeit nehmen Imker an Spezialschulungen in Wien teil, deren Hauptziel der Kampf gegen die Varroa-Milbe ist. Die Schulungen erfolgen nach einem „Multiplikatoren-Modell“. Aus jedem Bezirk in Kärnten nimmt ein Imker teil, der sein Wissen dann an die Kollegen im Bezirk weiter gibt.

Bekanntlich hat der milde Winter unter den Bienenvölkern seinen Tribut gefordert, 50 Prozent der Bienenvölker sind gestorben. Sonst sterben durchschnittlich in einem Winter rund zehn Prozent der Bienenvölker. „Wir haben es mit einer Extremsituation zu tun“, stellt Benger klar.

In Kärnten gibt es derzeit über 2.800 Imkereien mit rund 33.500 Bienenvölkern. Jeder Kärntner Imker hält im Schnitt zwölf Bienenvölker, in Österreich sind es 15 Völker pro Imker. Der Wirkungskreis und die Leistung eines einzelnen Bienenvolkes liegen bei ca. drei km Flugradius, rund 28 km² Bestäubungsfläche, 40 Mio. Blütenbesuchen pro Tag und 80.000 Flugkilometern im Jahr.

Das 7-Punkte-Programm im Detail:

1. Zusammenschluss aller wichtigen Organisationen unter dem Motto „Wir bringen Kärnten zum Blühen.“ Dazu gehören der Obstbauverband, die Imkerverbände, die Imkerschule, die Landwirtschaft, der Verband der Kärntner Gärtner, das Veterinärwesen des Landes, die Gemeinden, der Agrarhandel, die Landwirtschaftlichen Fachschulen

2. Bestellung der Bienen-Koordinatorin Barbara Kircher vom Agrarkompetenzzentrum des Landes Kärnten zur koordinierten Vorgangsweise aller Maßnahmen

3. Bestehende Finanzierung des Imkerkompetenzzentrums Ochsendorf sicherstellen

4. Sofortige Nachzucht heimischen Biene entsprechend dem Bienenwirtschaftsgesetz im Imkerkompetenzzentrum und Ausbau der Bienenwirtschaft

5. Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung – Schwerpunktprogramm zur Pflege von Bienenstöcken, der Stock-Hygiene oder dem Bienenschutz

6. Landwirtschaftliche Fachschulen stehen als Ausbildungs-Standorte zur Verfügung, zusätzliche Schulungen mit Experten werden ausgearbeitet

7. Verstärkte Anlage von Bienenweiden in Kärnten – besonderes Saatgut für Blühwiesen beispielsweise auf Bio-Diversitätsflächen oder öffentlichen Flächen in Gemeinden - in Absprache mit Imkern, Landwirtschaft und Gemeinden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm