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Eine Ausstellung gegen das Vergessen und Verdrängen

08.05.2015
LH Kaiser bei Ausstellungseröffnung „8. Mai - Ende und Aufbruch-Wendepunkt der Kärntner ArbeiterInnenbewegung“ – Solche Veranstaltungen sind wichtige Achtsamkeitsveranstaltungen

Die Arbeiterkammer Kärnten entschied sich vor eineinhalb Jahren, sich wissenschaftlich mit der Geschichtsperiode von 1938 bis 1945 zu beschäftigen. Im Konferenzsaal der Kärntner Arbeiterkammer in Klagenfurt wurde heute, Freitag, die Ausstellung „8. Mai - Ende und Aufbruch - Wendepunkt der Kärntner ArbeiterInnenbewegung“ eröffnet. Gleichzeitig fand die Präsentation einer Publikation zur Ausstellung statt. Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg. Hausherr AK-Präsident Günther Goach konnte seitens des Regierungskollegiums Landeshauptmann Peter Kaiser und seine Stellvertreterin Beate Prettner, den Ersten Landtagspräsidenten Reinhart Rohr und Landesamtsdirektor Dieter Platzer begrüßen.

Kaiser betonte in seinen Grußworten, dass die heutige Veranstaltung der Arbeiterkammer auch eine Achtsamkeitsveranstaltung sei und dankte namens der Landesregierung für die historische Aufarbeitung der Zeit. „Es ist wichtig, auch 70 Jahre nach dem Kriegsende stets zu betonen, dass die NS-Zeit eine der schlimmsten Zeiten der Geschichte war und wir müssen Sorge dafür tragen, dass so etwas nie wieder auch nur im Keim geschehen darf“, so der Landeshauptmann. Zugleich erinnerte er daran, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Zeit der Entbehrung, Unsicherheit aber auch des Wiederaufbaues begann. „Damals wurde die Basis für Österreich und Kärnten gelegt. Die Leistungen der Menschen, aber auch der Organisationen und Parteien, waren beeindruckend. Die Kärntner Arbeiterbewegung nahm dabei eine wichtige Rolle ein, und sie erfüllte sie“, strich Kaiser hervor.

Goach hob hervor, das man als Kärntner Arbeiterkammer mit der Ausstellung, sie setzt sich mit der Geschichte der AK während der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1938 und 1945 auseinander, bewusst ein Zeichen gegen das Vergessen und Verdrängen sowie ein starkes Zeichen für Demokratie und Humanität setzten wolle. „Die AK ist auch ein Träger der Erinnerungskultur. Es ist höchst an der Zeit, auch dieses Kapitel der Historie der AK, bisher ein weißer Fleck in den Geschichtsbüchern, zu beleuchten. Wir als AK Kärnten stehen auf dem Standpunkt, dass wir uns ohne Vorbehalte unserer Vergangenheit zu stellen haben“, betonte der Präsident. Er erinnerte zudem daran, dass der Tag des Kriegsendes gleichsam den Ausgangspunkt eines umfassenden Neubeginns bildete, dessen Ausformungen sich bis heute widerspiegeln würden, nämlich im erfolgreichen Modell der österreichischen Sozialpartnerschaft.

Neben der Ausstellung, sie beeindruckt durch außergewöhnliches Bildmaterial, Dokumente und Medienberichte und soll auch junges Publikum durch angemeldete Führungen ansprechen, haben sich die AK und Ausstellungsverantwortlichen bewusst entschlossen, auch in den öffentlichen Raum zu gehen. „Mit der Ausstellung verbunden sind insgesamt acht Installationen (Burg, Neuer Platz, Landhaushof, Hauptbahnhof, AK und ÖGB) in Klagenfurt, die sogenannten Achtsamkeitspunkte. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit der Nazi-Zeit bzw. dem Kriegsende“, gab Goach bekannt.

Den Festvortrag „Das Kriegsende in Europa“ hielt Univ. Prof. Dieter Pohl, Abteilungsleiter Zeitgeschichte und Geschichte Ost- und Südosteuropas der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Die Publikation des Historikers Daniel Weidlitsch stellte Univ. Prof. Johannes Grabmayer, Abteilungsvorstand des Instituts für Geschichte der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, vor.

I N FO: Die Ausstellung läuft bis September und ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Die Publikation ist gegen eine kleine Spende in der Arbeiterkammer und am Institut für Geschichte erhältlich.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LHStv.in Prettner
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LH/Arbeiterkammer Kärnten