Presseaussendungen

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Göriacher Alm: Bilanz des größten Brandeinsatzes in Kärnten

13.05.2015
LH Kaiser: Großer Dank an alle Einsatzkräfte und Helfer – Unser Ensemble an Einsatzorganisationen ist österreichweit führend
Wenig Schnee im Winter, viel zu wenig Niederschläge in den ersten vier Monaten des Jahres, dazu für die Jahreszeit relativ hohe Temperaturen und Wind: Genau das begünstigt Waldbrände, wie den bereits bekämpften am Plankogel/Göriacher Alm in der Gemeinde Lurnfeld. Eine Bilanz dieses großen Einsatzes und eine Präsentation an Maßnahmen gab es heute, Mittwoch, im Rahmen einer Pressekonferenz im Feuerwehrhaus Göriach. Vor Ort waren auch Feuerwehr- und Katastrophenschutzreferent LH Peter Kaiser sowie Land- und Forstwirtschaftsreferent Christian Benger.

„Wir haben Voraussetzungen geschaffen, die gewirkt haben wie beispielsweise die Einführung der fünf KAT-Züge oder die MRAS-Ausbildung“, sagte Kaiser. Auch das Bundesheer habe sich im Katastrophenschutz sowie als Unterstützung und Hilfe bei Katastrophen bewährt. „Für die Erhaltung des Flugstützpunktes habe ich mich kürzlich sowohl beim Bundespräsidenten als auch beim Verteidigungsminister eingesetzt“, betonte der Landeshauptmann. Wenn in dieser Hinsicht keine Einsicht bestehe, werde sich Kärnten trotz seiner angespannten finanziellen Lage etwas überlegen. „Denn wie man hier gesehen hat, konnte hier nur mit Hilfe von Hubschraubern menschenunmögliches möglich gemacht werden.“

„Neue Herausforderungen kommen auf uns zu“, sagte Kaiser in Bezug auf die immer öfter auftretenden Naturkatastrophen. Dabei verwies der Landeshauptmann auf die Ausgestaltung des Katastrophenfonds oder den Ersatz von beschädigten Gerätschaften. Dafür werde es Mittel vom Bund geben. Kaiser bedankte sich bei allen, die Verantwortung getragen haben, für ihren großartigen Einsatz und lobte die vorbildliche Zusammenarbeit aller – ob Feuerwehr, Bundesheer, Bergrettung, Rotes Kreuz, Behörden und Firmen. Der Landeshauptmann hob auch die großartige Unterstützung der örtlichen Bevölkerung hervor. „Beim bisher größten Brandeinsatz in Kärnten wurde Großartiges geleistet. Unser Ensemble an Einsatzorganisationen ist österreichweit führend in der Qualität, das macht uns stolz“, sagte der Landeshauptmann.

„Ich weiß als Forstmann ganz genau, was jetzt in der Seele vorgeht und ich sage Danke an alle, die hier mitgeholfen haben“, betonte Benger. Auch er hob die Hilfe der Bevölkerung und hier ganz besonders die der Frauen hervor. „Das Thema ist aber leider nicht vorbei, jetzt droht eine andere Dimension an Gefahr“, so der Land- und Forstwirtschaftsreferent. Das Gefüge im Boden sei durch die extreme Glut zerstört und der Fels gesprengt worden. „Es ist Gefahr im Verzug, denn Muren drohen.“ Der Schutzwald, der die darunter führende Eisenbahn und die Siedlungen sichert, sei aufgelöst und werde nun von Borkenkäfern weiter aufgelöst.160.000 Quadratmeter müssten begrünt werden. „Ein Maßnahmenplan steht und die Finanzierung ist auf Schiene. Für Begleitmaßnahmen sind bereits 250.000 Euro vom Bund genehmigt“, so Benger..“

Die Pressekonferenz wurde geleitet von Klaus Brandner, dem Bezirkshauptmann von Spittal. Er appellierte an die Bevölkerung, sich unbedingt an das Verbot des Feueranzündens im Wald zu halten. „Die meisten Brände werden so verursacht und die Einsatzkräfte riskieren ihr Leben.“

BI Hannes Rainer berichtete in sehr eindrucksvollen Worten über den Hergang des Einsatzes. „Noch gibt es kein offizielles ‚Brand aus‘.“ Besonderen Dank gab es für den Einsatz des Bundesheeres, der Hubschrauber und der vielen Bauern, die mit ihren Güllefässern Wasser auf den Berg transportiert hätten.

OBR Johann Zmölnig, Bezirksfeuerwehrkommandant Spittal, betonte wie wichtig ein gut funktionierendes Feuerwehrsystem sei. „Dieser Brand, der mit einem Feuersturm über den Berg gezogen ist, wird kein Einzelfall bleiben, daher appelliere ich an die Verantwortlichen den Flugstützpunkt unbedingt zu erhalten.“ Auch OBI Stefan Wernig, Koordinator des Flugdienstes, betonte, dass es ohne den schnellen Einsatz der Hubschrauber schlecht ausgegangen wäre. „Nur ein ansässiger Stützpunkt kann schnellen Einsatz gewährleisten.“

„Die Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen in Kärnten ist beispielgebend für alle anderen Bundesländer Österreichs“, sagte Oberst Erhard Eder, stellvertretender Militärkommandant Kärnten.
Unter den Berichterstattern des Brandeinsatzes waren auch Hannes Oberhuber, Ortsstellenleiter der Bergrettung Kolbnitz, Siegfried Mohl, Vizebürgermeister der Marktgemeinde Lurnfeld, Erwin Ferlan, Wildbach- und Lawinenverbau Kärnten, Josef Moritz, Bezirksforstinspektor BH Spttal.

Der Brandeinsatz in Göriach war der bisher größte in Kärnten. Der Brand hat am 22. April begonnen, die „Haupt-Löscharbeiten“ dauerten bis 2. Mai. Auch danach wurden Brandwache gehalten bzw. Glutnester bekämpft. Der starke Wind erschwerte die Löscharbeiten immens. Von Seiten des Bundesheeres hieß es, die Flammen seien teilweise 60 bis 70 Meter hoch gewesen. Um die Sicherheit der Löschflüge zu gewährleisten, wurde in diesem Bereich sogar der Luftraum gesperrt. Betroffen waren rund 75 Hektar Hochwald in einer Seehöhe zwischen 1.200 m und 1.700 m. Zum Einsatz kamen verschiedene Feuerwehren aus ganz Kärnten. In rund 25.000 Einsatzstunden waren insgesamt 2.620 Personen mit 260 Fahrzeugen im Einsatz. Für das extreme und felsige Gelände wurden Feuerwehrleute mit MRAS (Menschenrettung und Absturzsicherung) Ausbildung in großer Zahl benötigt. Es wurden ca. zehn Kilometer Schlauchleitungen ausgelegt, 40.000 Liter Kerosin verflogen und ca. eine Million Liter Wasser abgeworfen.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Benger
Redaktion: Ulli Sternig 
Foto: Büro LH Kaiser

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