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POLITIK

Kärnten mit Infineon im europäischen Forschungs-Fokus

21.05.2015
LH Kaiser: Europäisches Forschungsprojekt „PowerBase“ soll unter Leitung von Infineon Energiesparchips der Zukunft entwickeln – Neue Zukunftschancen für Kärnten
Ein wesentliches Stück Europa finde heute hier in Villach statt, denn mit dem Start des bisher größten von Österreich aus koordinierten europäischen Forschungsprojekt „PowerBase“ werde ein völlig neuer und einzigartiger Weg beschritten. Das war der Tenor des Pressegesprächs, das heute, Donnerstag, bei Infineon in Villach im Beisein von Technologiereferent Landeshauptmann Peter Kaiser stattgefunden hat. Das neue Mikroelektronik-Forschungsprojekt soll die nächste Generation von Energiesparchips entwickeln und diese reif für den industriellen Masseneinsatz in Smartphones, Laptops und vielen weiteren Anwendungen machen. Das Projekt läuft bis 2018, die Projektleitung liegt bei Infineon Austria.

„Heute ist ein sehr, sehr guter Tag für Kärnten, denn er eröffnet die Möglichkeit, unser Bundesland in das Licht zu rücken, das ihm gebührt“, sagte der Landeshauptmann. Kärnten habe es geschafft, im Bereich Mikro- und Nanotechnologie ein angesehenes Profil zu entwickeln und sich international zu etablieren. „Dieses Forschungsprojekt unterstützt die Sicherung sowie den Aufbau von hochwertigen Jobs und eröffnet neue Zukunftschancen für die weitere nachhaltige Profilierung Kärntens in diesem Bereich“, zeigte sich der Landeshauptmann erfreut. „PowerBase“ sei ein wichtiger Impuls für Kärnten, um strategisch bedeutende Standortfaktoren im Hochtechnologiebereich weiter zu stärken. „Gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt ist es doppelt wichtig, dass sich unser Bundesland mit seinen weltweit erfolgreichen Leitbetrieben wie Infineon in der internationalen Forschungszusammenarbeit profiliert“, erklärte Kaiser.

Die Kärntner Landesregierung stehe voll und ganz hinter diesem zukunftsweisenden Vorhaben. Es sei Aufgabe der Politik, solche Prozesse zu begleiten. „Wir haben in unserem Regierungsprogramm klare Marksteine gesetzt und forcieren das positive Triple I, nämlich Innovation, Internationalität und Investition.“ Ein großer Schwerpunkt liege auf Bildung und Ausbildung, in diesen Bereichen gebe es sehr aktive und ambitionierte Projekte. „Jede Krise kann zur Crisis, also zum Wendepunkt, entwickelt werden und wir haben sehr viele Reformen bereits auf Schiene“, betonte Kaiser. Der Landeshauptmann verwies auch auf die grenzüberschreitenden und europäischen Bemühungen, die Kärnten gemäß seiner geographischen Lage in den Mittelpunkt stelle. Dabei erwähnte er insbesondere die Euregio und die Alpen-Adria-Allianz sowie die Nutzung der Mittel der EU. „Wir richten den Blick nach vorne und haben gute Zukunftschancen mit unseren engagierten Menschen und Betrieben“, so der Landeshauptmann.

„87 Millionen Euro Projektvolumen und die Beteiligung von 39 Partnern zeigen den hohen Stellenwert, den die ‚PowerBase‘-Forschungsaktivitäten für die europäische Halbleiterindustrie und deren Erfolg im globalen Wettbewerb haben“, erklärte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. „Infineon Austria in Villach ist das Kompetenzzentrum für Leistungselektronik.“ Dieses Projekt sei ein wesentlicher Beitrag, nachhaltig wissensorientierte Produktion in Kärnten, Österreich, Europa zu halten.

„PowerBase ist ein Private Public Partnership-Programm, in dem mit Investitionen seitens der Industrie, Förderungen aus einzelnen Ländern sowie der Unterstützung durch ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) Joint Undertaking die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektronikindustrie erhöht wird“, berichtete Andreas Wild, Executive Director ECSEL Joint Undertaking der Europäischen Union. „PowerBase“ werde co-finanziert durch Förderungen aus Österreich (BMVIT), Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, der Slowakische Republik, Spanien, dem Vereinigten Königreich und dem ECSEL Joint Undertaking. Wild verwies auf die großartigen Rahmenbedingungen mit internationaler Schule und Kindergarten in Kärnten. „Das Projekt zeigt die Wichtigkeit von Infineon weltweit und macht Villach zur Leistungselektronikhauptstadt Europas, vielleicht auch der Welt.“

Herbert Pairitsch, Sr. Manager Technology & Innovation Infineon Technologies Austria AG, erklärte die Eckpunkte des Projekts: Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der nächsten Generation von Energiesparchips (sogenannten „Leistungshalbleitern“) auf Basis von neuen Materialien wie Galliumnitrid. Diese Halbleiter können Strom weitaus effizienter umwandeln als herkömmliche Chips aus Silizium. Energieverluste können künftig in Netzteilen mit Leistungshalbleiter der neuen Generation deutlich reduziert werden, darüber hinaus werden Ladegeräte und Netzteile deutlich kleiner und leichter.

Die Infineon Technologies Austria AG hat ihren Sitz in Villach und ist ein Konzernunternehmen der Infineon Technologies AG. Infineon Technologies Austria betreibt Forschungs- und Entwicklungszentren in Villach, Graz und Linz, die IT-Services GmbH in Klagenfurt sowie eine Vertriebsniederlassung in Wien. Mit österreichweit über 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 1.200 in Forschung und Entwicklung, erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 (Ende September) einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Weitere Informationen unter www.infineon.com/austria


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: Büro LH Kaiser, Oskar Höher/Infineon