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Kärntner Bildungswerk setzt Schwerpunkt in Politischer Bildung

26.05.2015
LH Kaiser: Demokratie muss immer neu erkämpft werden – Dank für Initiative des Bildungswerks unter Obmann Peter Fercher
„Politik-Macht-Meinung“: unter diesem Titel ging heute, Dienstag, die Auftaktveranstaltung des Kärntner Bildungswerk zum Themenbereich Politische Bildung im Kärntner Landesarchiv über die Bühne. Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte dem neuen Landesobmann des Bildungswerks, Peter Fercher, der erst seit kurzem diese Funktion nach seiner Pensionierung im Landesdienst übernommen hat. Fercher war Leiter der Kärntner Landesplanung gewesen. Weiters dankte Kaiser auch dem Geschäftsführer des Bildungswerks, Michael Aichholzer, für seine Moderatorentätigkeit bei vielen Veranstaltungen, die das Land betreffen. Der Landeshauptmann dankte dem Bildungswerk, das nun mit der Politischen Bildung eine nachhaltige Initiative setzen wolle.

Demokratie müsse immer neu erkämpft werden, sie sei nicht etwas, das einmal vorhanden, dann immer einfach fix erhalten bleibe, sagte Kaiser. Demokratie sei mit Bildung verbunden, die vieles mitumfasse, von der sozialen und manuellen Intelligenz bis hin zu intellektuellen Kenntnissen. Bedauerlich sei, dass das kritische Denken und Hinterfragen, das emanzipative Element der Bildung zu kurz komme, so Kaiser. Es sei sehr wichtig, Dinge zu hinterfragen und etwa auch Gesetze auf ihre Sinnhaftigkeit oder Veränderbarkeit hin zu prüfen. Kritikfähigkeit sei sehr wertvoll. Er freue sich, dass die Politische Bildung als Pflichtfach nun ab der 6. Schulstufe in den Geschichteunterricht implementiert werde. Er und auch die Landesbildungsreferenten hatten sich im Vorjahr für Politische Bildung als Pflichtfach ausgesprochen. In der Demokratie gehe es um Mitbestimmung und Mitentscheidung. Für ihn sei das Motto lieber „mitmischen als auslöffeln“ immer schon wichtig gewesen, sagte Kaiser.

Die Chefredakteurin der Kleinen Zeitung, Antonia Gössinger, sprach über das Selbstverständnis einer politischen Redakteurin. Sie sagte, dass das Image der Politik, aber auch der Journalisten, sich sehr verschlechtert habe. Ihr ging und gehe es darum, politische Entwicklungen und Hintergründe kritisch zu begleiten und aufzuzeigen. Dabei sei das Motto, „so nah als notwendig (im Sinne der Sache bzw. der Aufklärung) und so distanziert wie möglich (zu den Personen) zu sein“, für sie richtungsweisend. Erfahrung sei nützlich, verwies sie darauf, dass beispielsweise viele die große Verschuldung, an der Kärnten zu leiden habe, zu verantworten haben.

Es gehe für sie als Politik-Journalistin stets darum, die Inhalte hinter der Inszenierung zu suchen. Weder Sprachrohr noch Opposition wolle man sein oder betreiben, vielmehr liege die Aufgabe darin, Unabhängigkeit zu wahren und Gesprächsfähigkeit zu allen zu erhalten. Auch sie dankte für die Initiative des Kärntner Bildungswerks, weil es auch und gerade heute Zivilcourage sowie mehr Eigeninitiative und -verantwortung brauche. Mündigkeit müsse stets aufs Neue gelernt werden, so Gössinger.

Der Historiker Hellwig Valentin ging auf den „Sonderfall Kärnten“ näher ein. Die Publikumsdiskussion, moderiert von Peter Aichholzer, drehte sich insbesondere um die Frage, ob man Demokratie (erst) lernen müsse. Manuela Sereinig vom Bildungswerk ist mit dem Projekt der Politischen Bildung beauftragt und machte deutlich, dass die Bürger diesbezüglich eine Holschuld einzulösen haben. Wie Fercher sagte, wolle das so vielfältig aktive Kärntner Bildungswerk mit seinen insgesamt rund 30.000 Mitgliedern eine Brücke zwischen Tradition und aktuellen Anforderungen der Gegenwart bauen.

Unter den vielen Gästen sah man Landesrat Rolf Holub, Landtagspräsident Reinhart Rohr, Landesschulratspräsident Rudi Altersberger, LAbg. Franz Wieser, Landesarchivdirektor Wilhelm Wadl, die ehemaligen Landtagsabgeordneten Nikolaus Lanner und Johann Gallo, Richter Christian Liebhauser-Karl sowie den früheren Kleine-Chefredakteur Heinz Stritzl.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Fotohinweis: Büro LH Kaiser