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WIRTSCHAFT

Berufsorientierung: Kärnten sucht Talente am Parcours

29.05.2015
LH Kaiser bei Schuldiplom-Verleihung des Test- und Ausbildungszentrums (TAZ) an 62 Bildungseinrichtungen
„Was will ich werden?“ – Diese Frage stellen sich jedes Jahr tausende Jugendliche in Kärnten. Beim Finden einer Antwort darauf bekommen sie fundierte Hilfe im vom WIFI Kärnten betriebenen Test- und Ausbildungszentrum (TAZ). Initiiert wurde es vor drei Jahren von der Wirtschaftskammer Kärnten mit Unterstützung des Landes Kärnten, um gezielt und maßgeschneidert Lehrlinge und Fachkräfte für die heimischen Unternehmen zu finden. Heute, Freitag, wurden im WIFI Klagenfurt Schuldiplome an 62 Schulen überreicht, die mit insgesamt 3.250 Kindern und Jugendlichen das TAZ-Berufsorientierungsangebot, den sogenannten Talenteparcours, absolviert haben.

Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser betonte in seiner Rede, dass das TAZ junge Menschen in einer entscheidenden Phase ihres Lebens unterstütze. Es gebe nicht nur Entscheidungshilfe, sondern ermögliche auch eine selbstkritische Betrachtung, zeige, wo Stärken liegen und wie mit Schwächen umgegangen werden kann. Für Kaiser leistet das TAZ damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Er strich hervor, dass Ausbildung eine Stärke des Standortes Österreich sei. In Kärnten wolle man Impulse für Intelligenz, soziale und manuelle Bildung setzen. In diesem Sinne mache ihn die erfolgreiche Entwicklung des TAZ stolz, Kärnten werde für dieses Projekt sicher weitere Nachahmer finden. Der Landeshauptmann versicherte, dass Kärnten auch in schwieriger Zeit weiterhin Investitionen in die Zukunft tätigen werde, appellierte hier aber für Zusammenhalt und breite Zusammenarbeit. Den Verantwortlichen rund um das TAZ sowie den anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen dankte er für ihr großartiges Engagement in der Berufsorientierung.

Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl strich die Wichtigkeit der dualen Ausbildung und der Talentsuche für die Wirtschaft hervor. In Kärnten könne man es sich nicht leisten, nur ein einziges Talent zu vergeuden. Immer einen Schritt schneller zu sein, bedeute Wettbewerbsvorteil – auch im Bereich der Talentsuche. Das TAZ sei der Wirtschaftskammer daher viel wert, betonte der Präsident und verwies auf dessen Einzigartigkeit in Europa. Die Steiermark und Salzburg würden es Kärnten jetzt nachmachen. Auch von Mandl gab es Dank an die Pädagoginnen und Pädagogen, die Motor in der Berufsorientierung seien.
WIFI-Leiter Andreas Görgei moderierte die Veranstaltung und begrüßte die Anwesenden, unter denen sich auch der amtsführende Präsident des Landesschulrates, Rudolf Altersberger, und der frühere Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher befanden. Bei den mit dem Schuldiplom ausgezeichneten Bildungseinrichtungen handelt es sich um 55 Neue Mittelschulen, fünf AHS (Unterstufe), eine Polytechnische Schule und eine Landwirtschaftliche Fachschule. 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus der 7. und 8. Schulstufe werden jedes Jahr im von Dagmar Kirchbaumer geleiteten TAZ getestet, in den drei Jahren seines Bestehens waren es insgesamt 11.500 Jugendliche.

Konkret werden die Jugendlichen nach 23 von Wirtschaftstreibenden erstellten Kriterien getestet und erhalten nach Absolvierung des Talenteparcours ein Stärkendiplom, das ihre fünf Stärken beinhaltet. Das TAZ bietet zudem allen Betrieben die Möglichkeit, nach denselben 23 Kriterien ein Anforderungsprofil für zukünftige Lehrlinge zu hinterlegen. Testergebnisse der Jugendlichen und Anforderungsprofile der Betriebe werden im TAZ miteinander verglichen. Bei Erreichung eines oder mehrerer Firmenprofile erhalten die Jugendlichen die Adressen des bzw. der Betriebe und können sich dort bei Interesse um eine Lehrstelle bewerben. Jugendliche können sich aber nicht nur über Schulen zu einem Stärkentest im TAZ anmelden, es gibt auch die Möglichkeit von Einzeltests.

Infos unter www.taz.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; WIFI
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: WIFI/fritzpress