Presseaussendungen

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Blühflächen als Bienen-Überlebens-Programm

29.05.2015
LR Benger initiierte Bienenweiden, Nachzucht und Schulungen nach Winter-Bienensterben – Kärnten braucht mehr Blühflächen zur Rettung der Bienen
In der Sitzung des Kärntner Landtages wurde gestern, Donnerstag, ein Antrag beschlossen, in dem es um die Möglichkeit eines europaweiten Verbots von Neonicotinoiden als Maßnahme gegen das Bienensterben geht. „Das sollte ein Ziel sein, aber wir müssen vorrangig die Hausaufgaben im eigenen Land erledigen“, sagte dazu Agrarlandesrat Christian Benger. Denn vor allem das enorme Winter-Bienensterben mache rasche Maßnahmen erforderlich, um die Nachzucht sowie die Bestäubung und damit den Obstertrag in Kärnten zu sichern. Ein eigenes Bienen-Überlebens-Programm wurde daher auf Initiative von Benger mit dem Imkerverband entwickelt.

„Mittlerweile wird im Imkerzentrum Ochsendorf massiv an der Nachzucht gearbeitet. Denn von der Bestäubung durch die Bienen hängt auch die Obsternte in Kärnten ab“, wies Benger hin. Damit nicht genug, würden die Bienen das ganze Jahr über auch ausreichend Blühflächen brauchen, um die Honig-Ernte sicherzustellen. Daher sollten laut Benger auch die Gemeinden auf ihren öffentlichen Flächen Bienenweiden entstehen lassen. „Bienenschutz geht uns alle an. Ab Ende Juni ist die Kulturlandschaft großflächig abgeerntet, womit bei den Bienen Futtermangel entsteht“, erklärte Benger. Auch Samen von Gräsern und Kräutern würden durch die Ernte verlorengehen, wodurch im Spätsommer die entsprechenden Blühflächen als Nahrungsquelle für die Bienen fehlen würden.

Sämtliche Kärntner Gemeinden seien bereits informiert, wie Bienenweiden ohne großen Aufwand und kostengünstig angelegt werden können. Auch vor der Landesregierung und der Landwirtschaftskammer seien bereits Blühflächen angelegt worden. „Die einzige Anforderung an die Gemeinden: je vielfältiger, desto besser. Wir konnten die Kärntner Saatbau gewinnen, die drei spezielle Saatgutmischungen für Bienenweiden anbietet“, so Benger.

Auch der Ausbildungsschwerpunkt für die heimischen Imker ist laut Benger angelaufen. Derzeit würden Imker an Spezialschulungen in Wien teilnehmen, deren Hauptziel der Kampf gegen die Varroa-Milbe sei. „Die Schulungen erfolgen nach einem Multiplikatoren-Modell: Aus jedem Bezirk in Kärnten nimmt ein Imker teil, der sein Wissen dann an die Kollegen im Bezirk weiter gibt“, erklärte Benger.

Fakten: Bekanntlich hat der milde Winter unter den Bienenvölkern seinen Tribut gefordert, 50 Prozent der Bienenvölker sind gestorben. Durchschnittlich sterben in einem Winter rund zehn Prozent der Bienenvölker. „Wir haben es mit einer Extremsituation zu tun“, stellte Benger klar. In Kärnten gibt es derzeit über 2.800 Imkereien mit rund 33.500 Bienenvölkern. Jeder Kärntner Imker hält im Schnitt zwölf Bienenvölker, in Österreich sind es 15 Völker pro Imker. Der Wirkungskreis und die Leistung eines einzelnen Bienenvolkes liegen bei: ca. 3 km Flugradius, rund 28 km² Bestäubungsfläche, 40 Mio. Blütenbesuchen pro Tag und 80.000 Flugkilometer im Jahr.

Das Bienen-Überlebens-Programm setzt auf drei Säulen: Aus- und Weiterbildung, Sicherstellung der Imkerschule und Ausbau Bienenwirtschaft.

Das 7-Punkte-Programm im Detail:
1. Zusammenschluss aller wichtigen Organisationen unter dem Motto „Wir bringen Kärnten zum Blühen.“ Dazu gehören der Obstbauverband, die Imkerverbände, die Imkerschule, die Landwirtschaft, der Verband der Kärntner Gärtner, das Veterinärwesen des Landes, die Gemeinden, der Agrarhandel, die Landwirtschaftlichen Fachschulen
2. Bestellung der Bienen-Koordinatorin Barbara Kircher vom Agrarkompetenzzentrum des Landes Kärnten zur koordinierten Vorgangsweise aller Maßnahmen
3. Bestehende Finanzierung des Imkerkompetenzzentrums Ochsendorf sicherstellen
4. Sofortige Nachzucht heimischen Biene entsprechend dem Bienenwirtschaftsgesetz im Imkerkompetenzzentrum und Ausbau der Bienenwirtschaft
5. Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung – Schwerpunktprogramm zur Pflege von Bienenstöcken, der Stock-Hygiene oder dem Bienenschutz
6. Landwirtschaftliche Fachschulen stehen als Ausbildungs-Standorte zur Verfügung, zusätzliche Schulungen mit Experten werden ausgearbeitet
7. Verstärkte Anlage von Bienenweiden in Kärnten – besonderes Saatgut für Blühwiesen beispielsweise auf Bio-Diversitätsflächen oder öffentlichen Flächen in Gemeinden - in Absprache mit Imkern, Landwirtschaft und Gemeinden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm

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