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Waldbrand Göriacher Alm: Geld für Wiederaufforstung gesichert

30.05.2015
BM Rupprechter und LR Benger vor Ort – Dank an Einsatzkräfte – Kostenloses Brems- und Sicherheitstraining – Begrünung läuft
Gemeinsam mit mit Land- und Forstwirtschaftsreferent LR Christian Benger machte sich gestern, Freitag, Bundesminister Andrä Rupprechter in Göriach ein Bild vor Ort nach dem größten Waldbrand-Ereignis in Kärnten. 75 Hektar Wald in extremer Steillage waren ein Raub der Flammen geworden, mehrheitlich handelt es sich dabei um Schutzwald, der Infrastruktur und Siedlungen schützt. Die Begrünung und damit die Festigung des Bodens aus der Luft läuft bereits, auch die Mittel vom Bund für die Wiederaufforstung hat Rupprechter bereits frei gegeben.

„Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften, die mit ihrem persönlichen Einsatz unter schwierigsten Bedingungen noch größeren Schaden verhindert haben", sagte Rupprechter gleich beim Eintreffen am Litzlhof, wo er über 100 Einsatzkräfte, ihre Kommandanten und Verantwortlichen traf.
 
„Ich komme aus dem Forst und verstehe, was in den Besitzern vorgeht, wenn sie ihren Generationen-Wald in Flammen aufgehen sehen. Ich weiß aber auch, welche Kräfte frei werden, wenn ein Wald brennt“, so Benger. Mit den Auswirkungen des Brandes werde man mehrere Jahre beschäftigt sein.

Derzeit bestehe höchste Erosionsgefahr, weil das Bodengefüge bis in ein Meter Tiefe durch die enorme Hitze zerstört ist. „Die Gefahr von Steinschlag, Hangrutschungen und Muren sind sehr groß, ein Betreten der Flächen wurde strengstens untersagt“, so Benger. Abgegangene Steinblöcke mit Kantenlängen von bis zu 1,5 Metern habe man bereits registriert.
 
„Extreme Wetterkapriolen stellen uns vor große Herausforderungen. Gerade die Schutzwälder bekommen dadurch eine immer größere Bedeutung. Nach dem Großbrand auf der Göriacher Alm geht es vor allem darum, so rasch wie möglich die Funktionsfähigkeit des Waldes wiederherzustellen und kurzfristig die Erosion des Waldbodens zu verhindern“, betonte Rupprechter am Litzlhof.
 
160.000 m2 müssten derzeit aus der Luft begrünt werden, Kosten dafür 150.000 Euro. „Begleitend werden wir Maßnahmen gegen Borkenkäfer setzen, denn der angrenzende, vom Brand geschwächte Wald ist ein gefundenes Fressen für den Käfer“, sagte Benger. Innerhalb von zehn Jahren werden alleine die Wege in diesem Bereich zum dritten Mal wieder in Stand gesetzt - nach Windwurf durch den Sturm „Paula“, der Borkenkäfer-Plage und dem großen Brand.

„Jetzt ist die Zusammenarbeit von Waldbesitzern, Landesforstdiensten sowie Wildbach- und Lawinenverbauung besonders wichtig. Die ersten Maßnahmen wurden bereits gesetzt. Insgesamt investieren wir in den kommenden Jahren 750.000 Euro in Wiederaufforstungen und die Sanierung von Almfächen“, berichtete Rupprechter.
 
Vizebürgermeister Lorenz Podesser aus Lurnfeld konnte beim Minister erreichen, dass der ÖAMTC Kärnten für 15 Einsatzkräfte, die an den Löscharbeiten beteiligt waren, ein kostenloses Brems- und Sicherheitstraining zur Verfügung stellt. Die entsprechenden Gutscheine für die Kurse wurden von Präsident Johann Mutzl überreicht.
 
Fakten zum Waldbrand auf der Göriacher Alm:

75 Hektar betroffen in 1.200 bis 1.700 Metern Höhe in extremer Steillage
10 Kilometer Schlauchlänge wurden verlegt
1.894 FF-Männer im Einsatz
2.620 Einsatzkräfte insgesamt vor Ort
25.000 Einsatzstunden
260 Fahrzeuge im Einsatz
40.000 Liter Kerosin für Hubschrauber
17 Tage lang täglich ganztags Hubschraubereinsätze
1 Million Liter Löschwasser
300 Jausenpakete täglich von den Göriacher Frauen, plus Gulasch am Abend
Bundesheer-Kosten alleine eine Million Euro


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Sternig