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Umweltbelastung Görtschitztal: Land Kärnten verfügt sofortigen Abbau-Stopp bei Donauchemie

03.06.2015
Krisenkoordinator Kreiner: Deutlich erhöhte Werte von HCBD in Luft festgestellt – Laut Experten keine unmittelbare Gesundheitsgefahr – Von Verzehr selbst angebauter Lebensmittel wird abgeraten
Das Land Kärnten hat die Abbauarbeiten bei der Altlastendeponie der Donauchemie heute, Mittwoch, per sofortiger Verfügung gestoppt. Grund dafür sind laut Albert Kreiner, HCB-Krisenkoordinator, deutlich erhöhte Werte von Hexachlorbutadien (HCBD), die im Bereich der Donauchemie jetzt gemessen wurden. „Landeshauptmann Peter Kaiser hat sofort reagiert und die Weisung zur sofortigen Einstellung sämtlicher Abbauarbeiten bis auf Weiteres erteilt“, so Kreiner. Trotz der erhöhten Werte besteht laut Professor Michael Kundi von der Meduni Wien keine akute Gesundheitsgefährdung für die umliegenden Bewohner. „Die gemessenen Werte sind hoch, jedoch nicht beängstigend, was die akute Toxizität anlangt. Mittel- und langfristig müssen auf der Deponie jedoch Maßnahmen gesetzt werden, mit denen die Exposition gesenkt werden kann“, so Kundi.

Laut Kreiner wurden bereits weitere Sofortmaßnahmen eingeleitet. „Unsere Umwelttechniker sind bereits vor Ort, um der Ursache für die erhöhten Werte auf den Grund zu gehen. Außerdem wird der Bevölkerung im Umkreis von zwei Kilometern bis auf weiteres vom Verzehr von selbst angebauten Lebensmitteln vorsorglich abgeraten.“ Die Feststellung der erhöhten Werte sei möglich geworden, da Ende Februar vom Land, konkret durch Umweltreferent Rolf Holub, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen und neue, permanente Messmethoden im Bereich der Donauchemie veranlasst wurden. „Das zeigt, dass die Maßnahmen greifen“, so Kreiner.


Rückfragehinweis: Albert Kreiner, Abt. 7
Redaktion: mb