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Am Montag startet die „Woche des Waldes“

03.06.2015
LR Benger: Kärnten unterschreibt österreichweite Holz-Charta für gesteigerte Verwendung von Holz im Wohnbau
Kommenden Montag startet die alljährliche „Woche des Waldes“ in ganz Österreich. Auch in Kärnten gibt es wieder ein spezielles Programm, wie etwa den Walderlebnistag am 9. Juni, der von Villachs Bezirksforstinspektor Peter Honsig-Erlenburg organisiert wird. „Die Wichtigkeit des Waldes und seiner Funktionen tritt bei einem Großbrandereignis wie auf der Göriacher Alm in den Vordergrund. Das Bewusstsein dafür muss aber täglich geschärft werden, daher findet auch die ‚Woche des Waldes‘ statt“, erklärte heute, Mittwoch, Forstlandesrat Christian Benger.

Benger hat heute gemeinsam mit Vertretern des Kärntner Forstvereins, der Landwirtschaftskammer und von Pro Holz sowie dem Landesforstdirektor, Bezirksforstinspektor und Präsidenten der Wirtschaftskammer die österreichweite Holz-Charta des Abkommens Forst-Holz-Papier unterschrieben. „Damit setzen wir ein deutliches Zeichen für die vermehrte Verwendung von Holz und den gesteigerten Einsatz von Holz im Wohnbau. Denn dort liegt auch die maximale Wertschöpfung, die damit zu 100 Prozent im Land bleibt“, wies der Forstlandesrat hin. Das Kooperationsabkommen Forst-Holz-Papier repräsentiere 300.000 Arbeitsplätze und 172.000 Familienbetriebe in Österreich. Alle Unterzeichner würden sich außerdem zu einer aktiven Waldbewirtschaftung und zu einem aktiven Klimaschutz bekennen.

Benger betonte weiters, die 30 Mitarbeiter des Waldpflegevereins sofort wieder einzustellen, wenn das Finanzreferat die Mittel nach dem Zahlungsstopp freigibt. Er habe den entsprechenden Akt bereits unterschrieben. „Der Waldpflegeverein liefert vor allem für die vielen Kleinwaldbesitzer Know-how, damit die Wälder bewirtschaftet werden können“, so Benger.

Johannes Thurn-Valsassina, Präsident des Kärntner Forstvereins, appellierte an die Gesellschaft: „Nur ein bewirtschafteter Wald kann seine Schutz-, Klima-, Erholungsfunktion erhalten, bleibt in seinem Wert bestehen und kann Arbeitsraum und Lebensraum sein.“ Daher komme der Wald jedes Jahr in die Stadt, wie am Dienstag nach Villach, wo über 40 Aussteller die gesamte Wertschöpfungskette und die Funktionen des Waldes in 42 Themenbereichen darstellen. Alleine über 2.000 Schülerinnen und Schüler seien bereits angemeldet.

Auch Werner Mattersdorfer von der Landwirtschaftskammer hielt fest, dass die Bewirtschaftung der Wälder auf Grund von klimatischen Veränderungen, Windwürfen, Borkenkäferplagen oder Trockenheit immer schwieriger werde, aber trotzdem stattfinden müsse. „Die Waldbauern wollen die Wälder nicht absperren. Aber eine Bewirtschaftung muss möglich sein, damit der Wert des Waldes, seine Funktionen und Einkommen gesichert sind“, so Mattersdorfer, der auch auf die Sensibilität beim Holzpreis hinwies: „Alleine, wenn in Bayern zwei Mio. Festmeter Schadholz anfallen, sinkt der Holzpreis in Kärnten um zehn Prozent.“

Infos: In Kärnten sind ca. 584.000 ha oder 61 Prozent der Landesfläche bewaldet. Über 70 Prozent des heimischen Waldes befindet sich im bäuerlichen Kleinwald. In Kärnten gibt es 24.000 Waldbesitzer, 170 davon bewirtschaften mehr als 200 Ha. Somit kommt auf einen Kärntner statistisch gesehen ein ha Wald. Die Fläche steigt pro Jahr um ca. 500 ha. 20.000 Arbeitsplätze hängen in Kärnten vom Wald ab. Geerntet werden ca. 2,5 Erntefestmeter Holz, es wächst immer mehr Holz zu als geerntet wird.

Infos zur Woche des Waldes: „Unser WALD – fest verwurzelt“ ist das Motto der Woche des Waldes 2015, die vom 8. bis 14. Juni 2015 stattfindet. In ganz Österreich werden Aktivitäten rund um den Wald und im Wald angeboten, die auf die ganzheitliche Präsentation der Wertschöpfungskette „Wald und Holz“ abzielen. Nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie sie in Österreich seit Generationen betrieben wird, ist nicht selbstverständlich. Das Motto der Waldwoche steht in diesem Sinne auch mit dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Böden im Zusammenhang. International wird gegen die verstärkte Ausbreitung der Wüsten durch falsches Bodenmanagement sowie der Zerstörung der Waldflächen durch devastierende Nutzungsstrategien gekämpft.

In Österreich trägt die gelebte Generationenverantwortung der Waldeigentümer zu einer dem Naturraum angepassten Bewirtschaftung bei. Damit ist unser Wald nicht nur im Boden fest verwurzelt, sondern auch in der Tradition der österreichischen Familienforstwirtschaft. Die Woche des Waldes geht auf die 70er Jahre zurück und hat demzufolge schon eine überaus lange Tradition. In den mannigfachen Mottos der Woche des Waldes kommt ganz klar heraus, wie wichtig der strategische Ansatz der Multifunktionalität, also die gleichzeitige Erfüllung der Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung auf gleicher Fläche ist.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Benger