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KULTUR

„CHRISTINEimLAVANThaus“ gibt Einblick in Leben und Werk der großen Schriftstellerin

11.06.2015
LH Kaiser eröffnete Sonderausstellung zu Christine Lavant in Wolfsberg
Sie gilt als eine der herausragendsten Schriftstellerinnen des deutschen Sprachraumes und ihr Schaffen zeugt auch über 40 Jahre nach ihrem Tod von hoher Aktualität. Anlässlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Christine Lavant (4. Juli 1915) präsentiert jetzt das Museum im Lavanthaus eine Sonderausstellung. Eröffnet wurde sie gestern, Mittwoch, durch Landeshauptmann Peter Kaiser im KUSS Wolfsberg. Die Darstellung von Leben und Werk der Lavant wird durch Lavant-Bildnisse von Werner Berg sowie Interpretationen der Künstler Manfred Bockelmann und Johanes Zechner akzentuiert und erweitert. Unter dem Titel „CHRISTINEimLAVANThaus“ ist die Sonderausstellung bis 31. Oktober (Di-So 10-17 Uhr) im Museum im Lavanthaus zu sehen.

Kaiser zeigte sich von der Eröffnungsveranstaltung und der Ausstellung tief beeindruckt und betonte, dass sie in höchstem Maße der Erinnerung an das Schaffen der großen Schriftstellerin gerecht würden. „Hier werden die außergewöhnliche Lebensgeschichte der Dichterin und ihre Sonderstellung in der Literaturgeschichte Österreichs in innovativer und einfühlsamer Form präsentiert“, meinte er. Kaiser freute sich, dass rund um das Lavant-Gedenkdatum noch viele andere großartige Kulturveranstaltungen in Kärnten stattfinden. Er nannte u.a. den Carinthischen Sommer, das Wörthersee Classics Festival oder den Kunstraum Lakeside.

Begrüßt wurden die zahlreichen Ausstellungsbesucherinnen und -besucher durch Wolfsbergs Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz und Vizebürgermeisterin Manuela Karner. Die Literaturexperten Klaus Amann und Walter Fanta vom Robert Musil-Institut für Literaturforschung sowie Museumsdirektor Igor Pucker stellten Christine Lavant und die künstlerischen Projekte der Ausstellung vor. Für die außergewöhnliche musikalische Umrahmung sorgten der Saxophonist Edgar Unterkirchner, die schwedische Sopranistin Malin Hartelius und der Künstler Manfred Bockelmann mit speziell für diesen Abend gestalteten Lavant-Paraphrasen.

Bereits seit der Eröffnung des Museums Ende 2009 ist in dessen ständiger Sammlung ein Bereich zu Christine Lavant gestaltet. Die aktuelle Sonderausstellung wurde maßgeblich von Hans Schmid ermöglicht, der die gesamten Rechte des literarischen Werkes besitzt und wichtige Objekte aus seiner Privatsammlung als Leihgabe zur Verfügung stellte. Unterstützung kam ebenfalls vom Robert Musil-Institut für Literaturforschung und Robert Musil-Museum in Klagenfurt sowie von Harald Scheicher vom Werner Berg Museum Bleiburg. Inhaltlich und konzeptiv begleitet wird die Ausstellung von Brigitte Strasser, Mitarbeitern der Werkausgabe von Christine Lavant.

Lavant, eigentlich Christine Habernig, geb. Thonhauser, wurde als neuntes Kind eines Bergarbeiters in Groß-Edling bei St. Stefan im Lavanttal geboren. Von Geburt an war sie von schweren Krankheiten gezeichnet, die Schule konnte sie nicht abschließen und auch keiner geregelten Arbeit nachgehen. 1945 stieß sie auf späte Gedichte von Rilke, die sie so sehr beeindruckten, dass sie, nach ersten Versuchen in ihren Jugendjahren, wieder zu schreiben begann. Über die Familie ihres Augenarztes Adolf Purtscher gelangten ihre Gedichte zu Viktor Kubczak, der 1948 in seinem Brentano Verlag in Stuttgart ihr erstes Buch, „Das Kind“, veröffentlichte. Mit dem Maler Werner Berg verband sie bis ans Lebensende eine enge Beziehung, die zu gegenseitiger künstlerischer Bereicherung führte. 1964 erhielt sie den Georg-Trakl-Preis und den Anton-Wildgans-Preis, 1970 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Infos unter www.lavanthaus.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser