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POLITIK

Tourismusland Kärnten mit neuer Nummer-1-Positionierung

19.06.2015
LR Benger: Mit neuer Tourismusstrategie Konzentration auf Wesentliches und klare Nummer-1-Positionierung . Kärnten hat am meisten südliche Lebensqualität in Österreich

„Wer keine Strategie verfolgt, wird von der Entwicklung überholt. Für den Tourismus bedeutet das: Wer keine Strategie hat, läuft dem Markt, den Gästen, dem Mitbewerbern, den Trends dauernd hinterher und verliert“, fasst Tourismuslandesrat Christian Benger die Notwendigkeit einer Strategie für das Tourismusland Kärnten zusammen. Heute, Freitag, präsentierte Benger gemeinsam mit Christoph Engl, ehem. Tourismusmanager von Südtirol, Kärntens erste Tourismusstrategie den Medien. Kommende Woche wird die Strategie im Landtag und in einer Veranstaltung den Touristikern des Landes vorgestellt. Benger: „ Wir haben von den Besten gelernt, Christoph Engl hat den Strategieprozess mit 26 Teilnehmern geleitet.“

Die Haupterkenntnis aus dem Strategieprozess laut Benger: Kärnten muss sich künftig klar positionieren, wenn es als Tourismusland Erfolg haben will. Und diese Nummer-1-Positionierung lautet: Kärnten hat die höchste Konzentration südlicher Lebensqualität in Österreich. Und diese lässt sich in einem Wort zusammenfassen: gelassen. „Kärnten muss in Österreich, später über die Grenzen hinaus, beim Gast eine Reputation erlangen. Allen Österreichern muss klar sein: Kärnten hat die höchste Konzentration südlicher Lebensqualität. Gelassenheit – dieses Gefühl müssen wir bei Gästen erreichen“, ist Engl überzeugt. Daraus abgeleitet, müsse sich Kärnten künftig auf Wesentliches, auf diese Stärke, auf diesen USP in Österreich konzentrieren. „Wir brauchen dazu Mut, Mut zum Weglassen. Wir brauchen Mut, Ausdauer, Konsequenz und auch Zeit, um dieses Gefühl der Gelassenheit beim Gast als Grund, Kärnten zu buchen, zu manifestieren“, sagt Benger.

Wie kam es zu dieser Nummer-1-Positionierung? Im Strategieprozess, den Engl als Intensivreinigungsprozess bezeichnet, lagen die wesentlichen Erkenntnisse rasch am Tisch:
1. Kärnten hat zu viel Durchschnitt – zu wenig Klarheit
2. Kärnten hat NICHT zu wenig Nachfrage – Kärnten hat zu wenig Überraschendes
3. Kärnten hat zu viel Struktur – zu wenig Entscheidungskraft

„Auf diesen Erkenntnissen haben wir aufgebaut und haben die entscheidenden Grundfragen für eine Strategie gestellt: Worin liegt Kärntens Glaubwürdigkeit, was ist Kärntens Charakter, der das Land ausmacht? Wie können wir uns positionieren?, sei zu fragen, so Benger. Kärntens Stärken, Kärntens Glaubwürdigkeit beim Gast lassen sich an fünf Parametern festmachen: Gesellig (Land der Chöre, Land der Sänger, Buschenschenken, Wirtshäuser, Kulinarik), überschaubar (viel Freizeitangebot auf engem Raum, regional, kleinräumig), fein (Badehäuser, Wörthersee Architektur), bewahrend (kulturelle Feste, erlebbare Kultur), maßvoll (viele kleine Familienbetriebe, kleinstrukturiert). „Aus dieser DNA, aus diesen Parametern, die die Gäste Kärnten glauben, ergibt sich die Nummer-1-Positionierung,, nämlich die höchste Konzentration südlicher Lebensqualität Österreichs, mit dem Gefühl dahinter, ausgedrückt in dem einen Wort: GELASSEN - als Haltung, als Lebensart, als Herangehensweise, positiv, ohne Hektik“, beschreibt Benger. Engl sieht in der hohen Freizeitqualität den USP für Kärnten. Laut Engl bedeutet das, dass sich Kärnten als Sehnsuchtsland für konzentrierte, südliche Lebensqualität in Österreich und darüber hinaus positionieren müsse. „Kärnten hat die Pflicht bisher gut erfüllt. Aber Landschaft, Seen, Berge usw. sind die Basis, das Pflichtprogramm, das aber alle anderen auch haben. Das ist nichts Spezielles, nichts Herausragendes, das ist austauschbar“, so Benger. Engl: „Mit Auch-Produkten wird man keinen Erfolg haben. Eine Nummer-1-Positionierung ist nachhaltig, langfristig. Sie muss in die Produkte verpackt werden. Der Gast muss Kärnten in seine Gelassenheit erleben, die Gelassenheit muss sich auf den Gast übertragen. Das wird der Eifelturm Kärntens!“

Das Procedere des Strategieprozesses stand unter der Leitung von Dr. Christoph Engl, Brand Trust GmbH. Der Zeitrahmen war: Dezember 2014 bis Juni 2015. Mit 26 Stakeholdern aus Tourismus, Landwirtschaft, Kulinarik, Bildung, Verwaltung und Landesgesellschaften war der Prozess breit angelegt. Davor gab es Expertengespräche und Interviews mit Meinungsbildnern aus allen Bereichen . Die Anforderung beim Start lautete: Der Wahrheit ins Auge schauen – ohne Tabus und unverblümt! Genau schauen, alles hinterfragen und ohne Beschönigungen vorgehen, vom Ist-Zustand zu den gesteckten Zielen.

WEITERE TERMINE:
Präsentation Tourismusstrategie am Dienstag, 23. Juni 2015; 14 Uhr: Enquete des Kärntner Landtages, „Zukunft für den Tourismus in Kärnten“ im Landesarchiv;
Mittwoch, 24. Juni 2015; 14 Uhr: Präsentation der Tourismusstrategie mit LR Benger und Dr. Engl vor Kärntens Touristikern. Schloss Maria Loretto, Klagenfurt.
Eingeladen sind Vertreter von Tourismusregionen, Tourismusverbänden und Betrieben.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/kb
Fotohinweis: Büro LR Benger