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HCB im Görtschitztal: Regierungsmitglieder sprachen mit Betroffenen

19.06.2015
LH Kaiser, LHStv.in Prettner und LR Holub empfingen demonstrierende Görtschitztaler vor Landesregierung
Den Forderungen, Ängsten, Unsicherheiten und vor allem dem Wunsch nach Informationen der Görtschitztaler Bevölkerung, insbesondere der Mütter des mit HCB belasteten Tales, stellten sich heute, Freitag, Landeshauptmann Peter Kaiser, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Umweltlandesrat Rolf Holub. Die Menschen waren am Abend in einem Demonstrationszug vor das Gebäude der Landesregierung gekommen.

Kaiser betonte, dass die Landesregierung alles im Rahmen des Machbaren getan habe und dass er verstehe, dass persönlich Betroffene dies trotzdem als zu wenig empfinden. Der Landeshauptmann unterschrieb wie auch Prettner und Holub den Forderungskatalog der Görtschitztaler. „Jeder vernünftige Mensch würde diese Punkte akzeptieren“, so Kaiser. Er versicherte nochmals, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. „Wir fühlen uns verpflichtet, zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passieren kann“, betonte er.

Prettner versicherte, dass man jede weitere HCB-Belastung der Görtschitztaler Bevölkerung vermeiden wolle. Auf nationaler Ebene habe man sich bereits für niedrigere Grenzwerte eingesetzt und wolle auch auf EU-Ebene Initiativen setzen. Prettner sprach von einem Schulterschluss für eine gesunde Zukunft. Man wolle alles Menschenmögliche tun, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen, sagte sie und äußerte als selbst dreifache Mutter Verständnis für die Betroffenen. „Wir verstehen, dass euer Vertrauen in uns erschüttert ist, aber nehmt es bitte wieder auf“, richtete sie sich an die Anwesenden.

„Eure Gesundheit ist das Wichtigste“, betonte auch Holub, der auf die Unterstützung des Umweltministers verwies. Auch er erklärte, dass man niedrige Grenzwerte für das Görtschitztal erreichen wolle. Als größtes Problem müsse die Altlastdeponie in Brückl einer Lösung zugeführt werden. „Hier haben wir alle an unserer Seite, von Greenpeace und Global 2000, über die MedUni Wien, bis hin zum Umweltministerium und Umweltbundesamt“, betonte Holub.

Prettner und Holub setzten sich noch mit einigen Vertreterinnen und Vertretern der Initiative im Gebäude der Landesregierung zum persönlichen und ausführlichen Gespräch zusammen. Dabei versicherte Prettner, dass jeder der sein Blut testen lassen wolle, dies über das Land machen könne. Im Forderungskatalog der Görtschitztaler geht es u.a. um ein Ende jeglicher Müllverbrennung, eine Lösung für die Altlastdeponie, den Schutz der Menschen vor weiteren Belastungen, die Errichtung eines Kompetenzzentrums.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Prettner/LR Holub
Redaktion: Markus Böhm