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Hommage an Christine Lavant in St. Stefan im Lavanttal

05.07.2015
LH Kaiser hielt Festrede und eröffnete mit Bischof Schwarz und Bürgermeister Schlagholz den Christine Lavant-Platz

Gestern, Samstag 4. Juli, jährte sich der Geburtstag der Kärntner Dichterin Christine Lavant zum 100. Mal. Aus diesem Anlass lud die Christine Lavant Gesellschaft (Präsident: Franz Bachhiesl) zu einem Festakt in das Haus der Musik nach St. Stefan im Lavanttal, dem Geburtsort der Lyrikerin, und zur Eröffnung des Christine Lavant-Platzes vor dem Haus der Musik. Landeshauptmann Peter Kaiser hielt die Festrede und eröffnete im Beisein von Diözesanbischof Alois Schwarz, er nahm die Platzsegnung vor, Wolfsberg Bürgermeister Hans Peter Schlagholz und Unternehmer Hans Schmid offiziell den Platz.

„Christine Lavant ist eine fixe und bestimmende Persönlichkeit des Landes. Ihr literarisches Formulieren und ihr Hantieren mit der Sprache ist einzigartig. Im Rahmen umfassender Würdigungen Lavants geschehe hier in St. Stefan nun eine Verortung. Die große Dichterin und Schriftstellerin rückt vom Rand in den Mittelpunkt", betonte der Landeshauptmann. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Christine Lavant bis auf wenige Jahre stets in ihrem Heimatort tätig war und zitierte ihren Heimatbegriff: „Ich fühle mich dort wohl, wo ich meine Wurzeln habe".

Ebenso thematisiert wurde von Kaiser die mediale Bedeutung der Schriftstellerin. „Über sie erschienen in letzter Zeit einige Biografien und in Ö1 wurde sie oft akustisch und wissenschaftlich aufgearbeitet". Ebenso erinnerte Kaiser an die neue Textfassung der österreichischen Bundeshymne, die das Land als Heimat großer Töchter und Söhne würdigt. „Lavant ist eine große Tochter Kärntens. Hätte Paula Preradović, die Verfasserin der Bundeshymne, Lavant gekannt, wäre in der ersten Strophe der Hymne bereits ‚Heimat großer Töchter und Söhne‘ gestanden".

Einen besonderen Dank gab es von Kaiser für Hans Schmid. Seine Privatstiftung verwaltet Lavants literarischen Nachlass. Schmid sei ein Freund Kärntens und der Künste. Mit dem Kauf des Nachlasses und der Rechte habe er geholfen, Lavants Werk wieder einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Lavant hätte für Dich bestimmt ein Gedicht oder literarisches Wort übrig gehabt", so Kaiser.

Die Leistungen Lavants würdigte auch Wolfsbergs Bürgermeister Schlagholz. „Der heutige Tag ist ein großer Tag für die Literatur, für Wolfsberg und Kärnten", so das Stadtoberhaupt. Zudem zeichnete er Hanns Lintschnig, Gründungsobmann der Lavant-Gesellschaft, mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Wolfsberg aus .Christine Lavant hat viele Jahre im Haus der Familie Lintschnig in St. Stefan gewohnt."

Persönliche Worte zu Christine Lavant fand auch Diözesanbischof Alois Schwarz: „Sie war erdverhaftet und brachte Kraft ins Wort. Ich nehme ihre Worte ernst und sie hilft mir Land und Leute als Bischof zu verstehen".

Der Lyrikerin, sie zählt zu den faszinierendsten und zugleich unbekanntesten großen Namen der deutschsprachigen Literatur, sind in den nächsten Monaten Konzerte und auch Lesungen gewidmet. Im Museum im Lavanthaus in Wolfsberg ist noch bis 31. Oktober (Di-So 10-17 Uhr) die Sonderausstellung „CHRISTINEimLAVANThaus" zu sehen. Am 14. August im Rahmen des "Carinthischen Sommer" ist im Bamberg Saal in Villach "Ich will vom Leiden endlich alles wissen" – Dichtung von Christine Lavant - Musik von Gerhard Lampersberg zu hören. Acht Lesungen gibt es im Sommer, unter anderem im Bergbaumuseum in Klagenfurt, im Rathaus in Wolfsberg und im Tonhof in Maria Saal. Im Stadttheater Klagenfurt findet am 8. Oktober die Premiere des Stücks "Lavant" von Bernd Liepold-Mosser und Ute Liepold statt, neun Aufführungen sind geplant. Die Musik zu dem Stück steuert die Band Clara Luzia bei. Und am Tonhof findet von 26. bis 31. Juli eine Theaterwoche für Kinder im Zeichen von Lavant statt.

Vorgestellt wurde in einem Sonderpostamt auch die personalisierte Briefmarke der Dichterin, ein Sonderkuvert und Sonderstempel. Der Abend endete mit einer Lesung mit Brigitte Karner und Peter Simonischek. Musikalisch begleitet wurde er von Ingrid Oberkanins (Percussion) und Ilse Riedler (Saxophon).


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/fritz press