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Runder Tisch erörterte Sanierungsszenarien für Altlastendeponie Brückl

08.07.2015
LR Holub: Insgesamt acht Sanierungsszenarien müssen anhand gesundheitlicher Vorgaben der Medizinischen Universität Wien vertiefend überprüft werden
Nach dem zweiten Runden Tisch zur Altlastensanierung der Deponie in Brückl bedankte sich Umweltreferent Rolf Holub heute, Mittwoch, bei allen Beteiligten für ihre Bereitschaft, sich gemeinsam um die zukünftige Deponiesanierung zu kümmern. Das Umweltbundesamt sei vom Amt der Kärntner Landesregierung beauftragt worden, mögliche Sanierungsszenarien für die Altlast K 20 „Kalkdeponie I/II“ in Brückl zu untersuchen. Diese Studie wurde am Runden Tisch vorgestellt und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert. In der Studie werden verschiedene Sanierungsszenarien und ihre jeweiligen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt analysiert sowie eine Abschätzung der Kosten getroffen.

Die Gesundheit der Bevölkerung stehe bei der Lösungssuche jedenfalls immer im Vordergrund: „Die Medizinische Universität Wien erarbeitet medizinische Parameter und legt für das Görtschitztal sehr viel strengere Grenzwerte fest. Diese Parameter und Vorgaben werden mit der Studie des Umweltbundesamtes übereinandergelegt. Dann zeigt sich, welche Sanierungsszenarien ausscheiden und welche möglich sind“, so Holub. Man gehe die Lösung jedenfalls von der Seite der Gesundheit der Menschen an: „Alles, was den strengen Vorgaben der Medizinischen Universität nicht entspricht, kommt auch nicht in Frage“, so Holub. Die acht Sanierungsszenarien müssten jetzt anhand der strengen gesundheitlichen Vorgaben der Medizinischen Universität Wien vertiefend überprüft werden.

Herwig Schuster von Greenpeace betonte, sehr viele der diskutierten Szenarien berücksichtigen bereits Bedingungen, die von Greenpeace im Vorfeld gestellt wurden. Positiv sei anzumerken, dass in jedem Szenario sehr viel mehr Messungen stattfinden werden. Schuster warnte gleichzeitig vor einem zu hohen Tempo bei der Entscheidungsfindung. Schnelligkeit berge die Gefahr von Fehlern, diese müssen aber ausgeschlossen werden. Nach einer Abklärung der Machbarkeit, könne man sich für ein Szenario entscheiden, so Schuster.

Welche Schadstoffemissionen bei der Sanierung der Deponie zulässig seien, ohne dass es bei der Bevölkerung zu weiteren Beeinträchtigungen komme, sei jetzt aus medizinischer Sicht die dringendste Frage, die es zu klären gelte, sagte Hans Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien. „Die Werte werden von den Experten festgelegt und müssen dann in jedem Fall eingehalten werden, egal für welches Sanierungsszenario man sich letztlich entscheiden wird“, betonte er. Hutter legt großen Wert darauf, dass die Bevölkerung gerade in diesem Bereich stark miteingebunden wird. Vom zweiten Runden Tisch habe er den Eindruck gewonnen, allen Beteiligten sei jetzt tatsächlich bewusst, dass nun rasch im Sinne der Görtschitztaler Bevölkerung gehandelt werden müsse.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Runden Tisches waren Vertreterinnen und Vertreter des Landes Kärnten, des Umweltbundesamts, des Umweltministeriums, der Kommunalcredit Public Consulting, der Unternehmen w+p sowie Donau Chemie und von Greenpeace. In einem weiteren Runden Tisch im August werden die gesundheitlichen Vorgaben der Medizinischen Universität Wien mit der Studie des Umweltbundesamtes kombiniert.

Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/Stirn
Fotohinweis: LPD