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Zukunft Kärnten: Internationalisierung, Qualifizierung, Privatisierung

21.07.2015
LR Benger: Wirtschaftspolitischer Beirat legt nach Diskussion des aktuellen Wirtschaftsberichtes drei Themenschwerpunkte für Kärntens Zukunft fest

 In der Sitzung des Wirtschaftspolitischen Beirates wurde heute der aktuelle Wirtschaftsbericht des IHS analysiert und diskutiert. Damit kommt der WIPOL seinem gesetzlichen Auftrag nach und befasst sich mit den aktuellen Wirtschaftsdaten, den Schlussfolgerungen daraus sowie entsprechenden Handlungsempfehlungen. „Ohne kritische Auseinandersetzung und ohne Hinterfragen des Handels können wir uns nicht weiterentwickeln. Der Wirtschaftsbericht des IHS ist klar und deutlich, ebenso die Auseinandersetzung über notwendige Schritte für die Zukunft des Landes. Beschönigen hilft nicht, Kopf in den Sand auch nicht“, sagt Wirtschaftslandesrat Christian Benger nach der Beiratssitzung, der im Bericht des IHS quasi ein Arbeitsprogramm sehe. Der Bericht zur Wirtschaftslage des Landes Kärnten 2014/1015 dokumentiert die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und befasst sich mit der Zukunft des Landes und den notwendigen Handlungsfeldern.
Der Weg sei klar vorgegeben: An der strikten Budgetkonsolidierung führt kein Weg vorbei, wenn das Land handlungsfähig und investitionstauglich sein will.

„Der Wirtschaftspolitische Beirat hat daher eine Priorisierung der vom IHS vorgeschlagenen Maßnahmen vorgenommen: Internationalisierung, Qualifizierung und Privatisierung sind die Schlagworte für eine künftige positive Entwicklung unseres Landes“, erklärt Benger.

Durch eine verstärkte Internationalisierung sei Wachstum möglich. Vor allem die Märkte USA und Asien seien Hoffnungsmärkte für die heimische Exportwirtschaft. Schon jetzt werde jeder 2. Euro durch exportierende Firmen verdient und hängen in Kärnten über 70.000 Arbeitsplätze am Außenhandel. „Stärken sind zu stärken. Der heimische Markt ist zu klein, um wachsen zu können. Es geht nur über den Export“, erläutert Benger. Damit verbunden sei jedoch Innovation, nicht alles lässt sich überall einfach verkaufen.

Ohne Qualifizierung vor allem im Facharbeiterbereich seien Betriebsansiedelung nicht möglich. Dies sei laut Benger die zweite Möglichkeit, wie Kärntens Wirtschaft wachsen kann: durch gesteigerte Betriebsansiedelungen. „Doch Betriebe brauchen Fachkräfte und wir hinken hintennach – in der Anzahl und in der Ausbildung“, sagt Benger.

Unter dem Titel Privatisierung hat der WIPOL den 3. Schwerpunkt für die Zukunft Kärntens festgelegt. Gemeint seien damit die Aufgaben des Landes, der Verwaltung. Was muss die öffentliche Hand tun, wozu ist sie verpflichtet, was fällt nicht in ihren unmittelbaren Aufgabenbereich, was können anderen Ebenen, wie BH oder Gemeinden, vielleicht sogar besser übernehmen. Vor allem aber, was muss die öffentliche Hand gar nicht tun, was kann also privatisiert werden. „Die Experten sehen hier großes Potenzial für Reformen und noch größeres Potenzial für Einsparungen, ohne dass man den Menschen etwas wegnehmen muss“, weist Benger hin.

Nach der Diskussion des aktuellen IHS-Berichtes und der Priorisierung der Maßnahmen für Kärntens Zukunft im WIPOL wird der IHS-Bericht in der Regierung diskutiert werden, die die Erstellung des Berichtes auch jedes Jahr in Auftrag gibt.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Sternig