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KULTUR

Regierungssitzung 6 - Kulturbudget ist nicht Rettungsanker für Landeshaushalt

28.07.2015
LR Benger: Kulturbericht 2014 weist niedrigstes Budget seit 10 Jahren aus - Beitrag zum Sparen geleistet, alles weitere nimmt Kulturschaffenden die Luft zum Atmen.
Der Kulturbericht 2014 liegt vor, wurde in der Regierung von der Koalition beschlossen und ist seit heute, 11.30 Uhr, online abrufbar (www.kulturchannel.at). Damit wird auch der Umgang mit Steuergeld dokumentiert und sind sämtliche Ausgaben für alle einsehbar. „Der Kulturbericht ist eine transparente Darstellung über die Ausgaben aus dem Kulturbudget. Er ist aber auch eine Leistungsschau der heimischen Kunst und Kultur“, fasst Kulturlandesrat Christian Benger zusammen.

Der Bericht lege aber auch den bisherigen Sparkurs offen. Denn das Kulturbudget umfasste 2014 noch 24,8 Mio. Euro. 2013 waren es 26,5 Mio. Euro für die heimischen Kunst- und Kulturinitiativen. „Wir haben die Fahnenstange erreicht, jede weitere Einsparung im operativen Bereich würde den Kulturschaffenden die Luft zum Atmen nehmen. Kunst und Kultur leisten den Beitrag zum Sparbudget, wie er aber von allen gefordert ist. Immerhin macht das Kulturbudget nur 1 Prozent des Landesbudgets aus, ein Rettungsanker ist es also nicht“, so Benger.

Für 2016 kündigt Benger an, bei Broschüren, Drucksorten und der Transformale zu sparen und nicht bei den Kulturschaffenden, Initiativen und Vereinen. „Bestehendes absichern, bevor wir uns Neues leisten“, sagt Benger zur Transformale, wobei 300.000 Euro eingespart werden. Allein die Broschüre und ihr Vertrieb für den Kulturherbst haben bisher 250.000 Euro gekostet. „Da landete nichts bei den Vereinen, sondern nur bei Agenturen“, weist Benger hin. Auch wieder 250.000 Euro.

Auch für den Kulturbericht bestehen Änderungen. So werde es heuer nicht 2.500 gedruckte Broschüren geben, sondern nur 150 Exemplare für die öffentlichen Stellen. Sonst wird der Kulturbericht im Internet, für jeden zugänglich, abrufbar.

Deutlich werde für Benger im Bericht der Paradigmenwechsel. „Brot- und Spiele-Kultur sowie Willkür in der Fördervergabe gehören der Vergangenheit an. Es ist für jeden erkennbar: Im Vordergrund stehen die Kulturschaffenden“, erklärt Benger. Für jede Förderung gibt es als Konterpunkt zur Willkür der vergangenen Jahre Richtlinien, wie in allen anderen Förderbereichen schon längst, die mit den jeweils Betroffenen erarbeitet wurden. Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Klarheit würden durch diese Richtlinien von vornherein für jeden Förderwerber bestehen.

Auch Altlasten, die weniger mit Kunst und Kultur zu tun hatten, sondern mehr mit Events und Show, wurden laut Kulturbericht bereinigt. Auch die Schwerpunktsetzung, um Planbarkeit, Kontinuität und Aufmerksamkeit zu erzeugen, ist im Kulturbericht dokumentiert.

Schwerpunkte in Literatur, Film, Architektur, Brauchtum schaffen eine konzentrierte Arbeit nach innen und nach außen in diesen Bereichen und erhalten damit laut Benger auch mehr Gewicht in der Wirkung.
So werde es kommendes Jahr den Schwerpunkt „Freie Szene“ geben, ein entsprechendes Gespräch habe Benger mit den Vertretern der IG KIKK bereits geführt. Diese würden nun eine Jahres-Konzept ausarbeiten, sodass ein kontinuierliche Entwicklung während des ganzen Jahres gegeben ist.

Ein weiterer Beschluss in der heutigen Regierungssitzung betrifft die Mitgliedschaft des Landes bzw. des Kulturreferenten in Kulturvereinen. „Eine Bereinigung muss her. Das Land oder der Kulturreferent können nicht in Gremien von Vereinen sitzen, die zugleich vom Land oder aus dem Kulturreferat Subventionen erhalten. Das ist nicht seriös, wenn der Fördergeber zugleich im Vorstand des Förderwerbers sitzt“, so Benger. Konkret ziehe das Land bzw. der Kulturreferent seine Mitgliedschaften in folgenden Vereinen zurück: Carinthischer Sommer, Kärntner Heimatwerk, Brauchtumsverband-Heimatwerk und Kärntner Bildungswerk.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/kb