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Kärnten hat 45 Millionen Quadratmeter Blühflächen angelegt

14.08.2015
LR Benger. Rekord in Österreich - Sieben Punkte-Programm für Bienen erfolgreich umgesetzt - Bienen Ausfälle im Winter zum Großteil wettgemacht - Honigernte wird an 2013 herankommen
„Das Winter-Bienensterben hat im Frühjahr ein Sofort-Maßnahmenpaket erforderlich gemacht, um die Ausfälle zu kompensieren, die Nachzucht zu beschleunigen, um die Bestäubung und damit die Ernten zu sichern“, erinnerte heute, Freitag, LR Christian Benger an das 7-Punkte-Programm für Bienen. Bekanntlich sind durch den milden Winter 50 Prozent der Bienenvölker gestorben, eine Extremsituation für die heimischen Imker. Durchschnittlich sterben in einem Winter rund 10 Prozent der Völker. Das Bienen-Überlebens-Programm setzte auf drei Säulen: Aus- und Weiterbildung, Sicherstellung der Imkerschule und Ausbau Bienenwirtschaft.

Neben intensiven Schulungen von 1.400 Imkern in 70 Kursen ab Mai, der raschen Nachzucht von 1.500 Carnica-Königinnen, dem Zusammenschluss aller wichtigen Organisationen hatte Benger den Aufruf gestartet, verstärkt Blühflächen in Kärnten anzulegen. Das Zusammenwirken vom Landesverband für Bienenzucht, von Landwirtschaft, Jägerschaft, Gemeinden und Land hat bewirkt, dass Kärnten nun 45 Millionen Quadratmeter Blühflächen vorweisen kann. Das ist ein Rekordwert innerhalb Österreichs.
 
„Um das Nahrungsangebot für Bienen möglichst flächendeckend und lange, also über die Erntezeiten hinaus, sicher zu stellen, wurden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, auf öffentlichen Flächen und in Gärten diese Blühflächen angelegt. Das ist ein wichtiger Beitrag zu Erhaltung und Rettung der Bienen“, erklärte Benger. Vor allem ab Juni, wenn die Kulturlandschaft großflächig abgeerntet ist, entsteht bei den Bienen Futtermangel. Seitens der Kärntner Saatbau wurden für diese Aktion spezielle Blühmischungen für Bienenweiden zusammengestellt. Es wurde ausschließlich heimisches Saatgut verwendet. „Vor allem die Zusammenarbeit aller, hat diesen Erfolg möglich gemacht“, betonte Benger.

Selbst die Kärntner Jägerschaft hat das Jahr 2015 angesichts ihrer Verpflichtung zur Lebensraumerhaltung und –verbesserung zum „Jahr des Niederwildes erklärt, was nun auch Erfolge für die Bienen zeigt. 243 sogenannte „Ökobeauftragte“ unter den Kärntner Jägern haben Landwirten Saatgut für rund 112 Hektar zur Verfügung gestellt. 2.790 Kilogramm dieses Saatguts sorgen nun für einen Teil der gesamten Blühflächen. Auch vor der Landesregierung und der Landwirtschaftskammer in Klagenfurt wurden Blühflächen im Auftrag von Benger und Landwirtschaftskammer Präsident Johann Mössler angelegt.

Die Fläche von rund 45 Mio. Quadratmetern werde nun von der Bienenkoordinatorin, Barbara Kircher, an den Naturschutzbund gemeldet. Die Wiesen, die das ganze Jahr über blühen, sichern auch die Honig-Ernte. Für gesicherte Mengenangaben sei es laut Benger noch zu früh, aber man rechnet, an das sehr gute Honigjahr 2013 heranzukommen. Der Honigertrag hängt von der Pflanzenentwicklung ab und von den Niederschlägen, was in den verschiedenen Teilen Kärntens zu unterschiedlichen Mengen führt. Zwischen 25 und 70 Kilogramm je Wirtschaftsvolk gaben die Imker im guten Jahr 2013 an. „Durch die intensiven Pflegemaßnahmen dürften die Imker 50 bis 60 Prozent des Vorjahresverlustes nun wettgemacht haben“, so Meinrad Schöffmann vom Landesverband.

In Kärnten gibt es derzeit über 2.800 Imkereien mit rund. 33.500 Bienenvölkern. Jeder Kärntner Imker hält im Schnitt 12 Bienenvölker, in Österreich sind es 15 Völker pro Imker. Der Wirkungskreis und die Leistung eines einzelnen Bienenvolkes liegen bei: ca. 3 km Flugradius, rund 28 km² Bestäubungsfläche, 40 Mio. Blütenbesuche pro Tag und 80.000 Flugkilometer im Jahr.

I N F O: Das 7-Punkte-Programm im Detail:
1. Zusammenschluss aller wichtigen Organisationen unter dem Motto „Wir bringen Kärnten zum Blühen.“ Dazu gehören der Obstbauverband, die Imkerverbände, die Imkerschule, die Landwirtschaft, der Verband der Kärntner Gärtner, das Veterinärwesen des Landes, die Gemeinden, der Agrarhandel, die Landwirtschaftlichen Fachschulen.
2. Bestellung der Bienen-Koordinatorin Barbara Kircher vom Agrarkompetenzzentrum des Landes Kärnten zur koordinierten Vorgangsweise aller Maßnahmen.
3. Finanzierung des Imkerkompetenzzentrums Ochsendorf gesichert.
4. Sofortige Nachzucht der heimischen Biene entsprechend dem Bienenwirtschaftsgesetz im Imkerkompetenzzentrum und Ausbau der Bienenwirtschaft.
5. Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung – Schwerpunktprogramm zur Pflege von Bienenstöcken, der Stock-Hygiene oder dem Bienenschutz.
6. Landwirtschaftliche Fachschulen stehen als Ausbildungs-Standorte zur Verfügung, zusätzliche Schulungen mit Experten werden ausgearbeitet.
7. Verstärkte Anlage von Bienenweiden in Kärnten – besonderes Saatgut für Blühwiesen beispielsweise auf Bio-Diversitätsflächen oder öffentlichen Flächen in Gemeinden - in Absprache mit Imkern, Landwirtschaft und Gemeinden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger