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Regierungssitzung 3 - Letzter Versuch für Winterbetrieb auf Petzen

08.09.2015
Land Kärnten beschließt neuerliche Ausschreibung – Investor ist verpflichtet 500.000 Euro zu investieren
Das Land Kärnten startet einen letzten Versuch, den Winterbetrieb auf der Petzen weiter zu ermöglichen. Das gaben heute, Dienstag, nach der Regierungssitzung Landeshauptmann Peter Kaiser, seine Stellvertreterin Gaby Schaunig sowie die Landesräte Christian Benger und Rolf Holub bekannt. „Die LandesbeteiligungsGmbH werde eine neuerliche, letztmalige Ausschreibung für einen Verkauf der Petzen Bergbahnen GmbH starten. Damit hätten neben bisherigen Interessenten auch die zuletzt aufgetretene Investorengruppe aus Südkärnten die Chance, den Betrieb auf der Petzen langfristig im Sommer und im Winter zu gewährleisten.

„Der vierte Anlauf wird auf besonderen Wunsch und wegen des Engagements der Region durchgeführt“, betonte der Landeshauptmann. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber der Beschluss sei einstimmig gefallen. Ein Investor aus der Region sei bereit, Finanzmittel in die Hand zu nehmen und somit liege die Zukunft der Petzen in den Händen des Investors. Grundvoraussetzung sei ein möglichst ganzjähriger Betrieb und eine hohe Frequenz der Nutzung. „Der positive Trend bei der Mountainbike-Strecke ist ein zukunftsträchtiges Zeichen“, so Kaiser. Der Mindestkaufpreis betrage 100.000 Euro und der Investor sei verpflichtet 500.000 Euro zu investieren, informierte der Landeshauptmann.

„Die Betriebspflicht für mindestens 120 Tage beinhaltet eine Pönale von 300.000 Euro“, so Kaiser. Falls das Konzept des Interessenten nicht aufgehe, gebe es keine Rücknahme des Landes. „Die dritte Ausschreibung sah eine finanzielle Gesamtbelastung des Landes von 2,1 Millionen Euro vor, wobei 0,9 Millionen auf das aushaftende Darlehen entfallen. Die vierte Ausschreibung sieht eine gesamte finanzielle Belastung von 1,9 Millionen Euro vor, wobei 0,9 Millionen auf das aushaftende Darlehen entfallen“, berichtete der Landeshauptmann.

„Das Land Kärnten unterstützt einen möglichen Investor mit 125.000 Euro für jeweils vier Jahre“, so LHStv.in Schaunig. Der gleiche Betrag werde auch von den Gemeinden und der Tourismusregion bereitgestellt. Die Ausschreibung werde durch die LandesbeteiligungsGmbH erfolgen und soll in drei Wochen zu einem positiven Abschluss gebracht werden.

„Wir haben versprochen, alles zu unternehmen und unseren Beitrag zu leisten, trotz der schwierigen Bedingungen, die Kärnten alles abverlangen. Dieses Versprechen halten wir ein. Es muss aber auch klar sein, dass das der letzte Beitrag ist“, so Kaiser und Schaunig unisono.

„Ich freue mich, dass es nach langer nächtlicher Arbeit gelungen ist, den Akt beschlussfähig zu machen. Wir konnten das Risiko fürs Land reduzieren ebenso die finanziellen Beiträge. Dafür aber die Gemeinden und die Tourismusregion verpflichten, mitzuzahlen“, sagte LR Benger. Der Weg, um die Petzen als Freizeitberg zu erhalten, gehe nur über Privatisierung. Die Frequenz müsse nun der Unternehmer bringen. „Ich freue mich auf eine entsprechende Umsetzung und ein positives Ergebnis.“

„Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, da es für mich hinsichtlich Beschneiungsanlage und wegen des Klimawandels Bedenken gibt“, meinte LR Holub. Aber das Land fahre mit dieser Variante besser und spare für die Zukunft.

Das Land Kärnten hat von 2002 bis 2014 insgesamt 8,45 Millionen Euro in den Winterbetrieb der Petzen investiert. Allein 2014 gab es Zuschüsse zu Liquiditätssicherung sowie Darlehen in der Höhe von 1,066 Millionen Euro (die Investition in den Bau der Mountainbike-Strecke/Sommerbetrieb in Höhe von 2,17 Millionen nicht mit eingerechnet.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LHStv.in Schaunig, LR Benger, LR Holub
Redaktion: Ulli Sternig