News

POLITIK

Keine verzögerte Auszahlung von Agrarförderungen

10.09.2015
LR Benger bei Landesagrarreferenten-Konferenz - Landwirt erhalten heuer ÖPUL-Auszahlungen und Ausgleichszulage - Lösung bei Almprämie
 Gute Nachrichten für die Bauern von der Landesagrarreferenten-Konferenz in Ried in Oberösterreich: „Eine vollständige Auszahlung der Direktzahlungen der ersten Säule und der Ländlichen Entwicklung (ÖPUL und AZ) wird es heuer noch geben“, bestätigte heute, Donnerstag, Agrarreferent LR Christian Benger nach der Konferenz.

Auf Grund des verzögerten Starts der neuen EU-Programmperiode drohte auch eine verzögerte Auszahlung der Direktzahlungen. Auf Druck der Agrarlandesräte konnte bei der Konferenz mit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter eine entsprechende Lösung erarbeitet werden. „Für die Kärntner Landwirtschaft bedeutet das, dass im Herbst noch rund 47 Mio. Euro ÖPUL und AZ ausbezahlt werden“, erklärte Benger. Die Panikmache sei völlig unbegründet gewesen, weil an dieser Lösung bereits seit mehreren Wochen gemeinsam gearbeitet wurde. „Wir lassen unsere Bauern nicht im Stich“, betonte Benger.

Eine weitere, bisher offene Frage konnte ebenfalls mit dem Minister und allen Landesräten geklärt werden: Die Ausweitung der Hagelversicherung auf die Dürre. „Die Wetterkapriolen setzen der Landwirtschaft zunehmend zu. Schäden und Ernteausfälle bedeuten weniger Ertrag, weniger Einkommen, weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze, aber mehr finanziellen Aufwand für die öffentliche Hand und mehr Bürokratie. Daher setzen wir auf Prävention“, stellte Benger fest. Ackerland sei ebenso inbegriffen wie Grünland.

Bisher hat die Hagelversicherung, deren Prämie zur Hälfte der Landwirt und zur Hälfte die öffentliche Hand (Bund und Länder) tragen, Schäden aus Hagel und Frost abgegolten. Die Dürre-Schäden in den letzten Sommern haben jedoch die Ausweitung der Hagelversicherung notwendig gemacht. „Es ist günstiger für die öffentliche Hand, die Versicherung auszweiten, als im Nachhinein Schäden abzugelten“, so Benger.

Für Kärnten bedeutet das zusätzlich 500.000 Euro im Jahr. In Summe werden dann jährlich 1,5 Millionen Euro für die Hagel-, Frost- und Dürreversicherung vom Land aufgewendet. Die Dürreschäden im Jahr 2013 haben in Kärnten alleine ein Ausmaß von rund 30 Millionen Euro ausgemacht, drei Millionen Euro hat das Land damals an Abgeltungen und beispielsweise Futtermittelankäufen aufgewendet.

Auf besonderes Drängen von Benger konnte bei der Konferenz auch die längst anstehende Lösung bei der gekoppelten Almprämie herbeigeführt werden. Sie wird in Zukunft nur bei tatsächlich gealpten Mutterkühen in Abzug gebracht werden. Nicht, wie bisher für alle Mutterkühe, die ein Bauer im Stall hat, egal, ob sie aufgetrieben werden, oder nicht. „Wir müssen die Almwirtschaft erhalten, weil sie einen mehrfachen Nutzen hat und gerade im alpinen Bereich Einkommensgrundlage für die Landwirtschaft ist. Ohne Almwirtschaft gäbe es beispielsweise keinen Tourismus – weder im Sommer noch im Winter“, gab Benger zu bedenken.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Benger