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Ukraine-Botschafter Olexander Scherba bei LH Kaiser

10.09.2015
Beziehungen Kärnten-Ukraine werden vertieft: Kindererholungsaktion geplant – Teilnahme an Volksgruppenkongress und wirtschaftliche Kontakte
Der Botschafter der Ukraine in Österreich, Olexander Scherba, machte heute, Donnerstag, seinen Antrittsbesuch bei Landeshauptmann Peter Kaiser, der ihn im Amt der Kärntner Landesregierung herzlich willkommen hieß. „Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind“, sagte der Landeshauptmann und verwies auf die vielen historischen sowie aktuellen Verbindungen Österreichs und Kärntens zur Ukraine und im Besonderen auch zum Gebiet Czernowitz. Über Details dazu informierten Udo Puschnig und Wolfgang Platzer, die seitens der Landesamtsdirektion auch für diese regionale Zusammenarbeit zuständig sind. Scherba zeigte sich von Kärnten begeistert: „Es lag mir sehr am Herzen, Kärnten zu besuchen“

Kaiser und Botschafter Scherba betonten ihr Interesse, die Beziehungen und die Verbundenheit regional weiter auszubauen. Der Landeshauptmann lud den Botschafter ein, beim Volksgruppenkongress am 26. und 27. November in Kärnten teilzunehmen. Auch eine Erholungsaktion für Kinder aus dem Kriegsgebiet wurde angesprochen. Kaiser sagte zu, diesen großen Wunsch zu ermöglichen und will diesbezüglich den Jugendherbergsverband ansprechen. Jeder humanitäre Akt und jede Hilfe wäre sehr willkommen, sagte Scherba. Der Botschafter lud auch den Landeshauptmann ein, die Ukraine bzw. Czernowitz zu besuchen.

Die Kriegssituation in der Ukraine beginne sich endlich zu beruhigen, sagte der Botschafter. Nun gebe es einen Prozess der Umorientierung, dabei suche man verstärkt Kontakte zur Wirtschaft und wolle auch mit der Wirtschaftskammer Kärnten bzw. mit Kärntner Wirtschaftstreibenden kooperieren.

Der Landeshauptmann stellte Kärnten näher vor und informierte über das Triple I mit Internationalisierung, Investitionen und Innovationen als Leitfaden sowie über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EU und die interregionalen Kooperationen mit den Nachbarländern im Rahmen der Euregio und Alpen Adria Allianz. Auch auf das europaweit beherrschende Thema der Flüchtlingsströme wurde eingegangen. Kärnten erfülle derzeit seine Betreuungsquote zu 100 Prozent, sagte Kaiser. Der Botschafter meinte, dass die Ukraine sehr erfolgreich im Kampf gegen das Schlepperwesen sei.

Wie Puschnig und Platzer berichteten, umfasst die regionale Zusammenarbeit Kärntens mit dem Gebiet Czernowitz, aber auch mit der Stadt Czernowitz und NGOs zeithistorische, kulturelle, wissenschaftliche, bildungspolitische und soziale Projekte, Publikationen sowie humanitäre Hilfe und von der EU kofinanzierte Projekte. Persönliche Kontakte und mehrmals jährliche gegenseitige Delegationen zu Veranstaltungen und Tagungen sowie Fachgespräche über Projekte und Aktivitäten werden regelmäßig gepflegt.

Zwischen den Universitäten Klagenfurt und Czernowitz gibt es Kooperationen, auch die Georg Drodzdowski Gesellschaft in Klagenfurt versteht sich als Brücke zwischen den beiden Ländern. Delegationen aus der Ukraine sind auch immer wieder beim Volksgruppenkongress in Kärnten, ukrainische Autoren sind in der jährlich erscheinenden „Kärnten Dokumentation“ vertreten. Übrigens ist Klagenfurt auch Partnerstadt von Czernowitz.

Der Botschafter ist auch interessiert daran, dass es bald wieder einen Honorarkonsul für die Ukraine – als Nachfolger von Horst Schumi – in Kärnten geben werde. Eine ukrainische Kulturwoche könnte nicht nur in Wien, sondern auch in Kärnten stattfinden, meinte der Botschafter.

Scherba ist seit November 2014 Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Ukraine in Österreich. Zuvor hatte er viele verschiedene Funktionen inne, wie Sonderbotschafter des Außenministeriums, Berater des Vizeministerpräsidenten, Mitarbeiter der EU Abteilung im Außenministerium, Botschaftsrat in Washington, Botschaftssekretär in der Bunderepublik Deutschland. Scherba, Jahrgang 1970, spricht fließend Deutsch und Englisch.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/
Landesamtsdirektion, Dr. Wolfgang Platzer, Mag. Udo Puschnig
Redaktion: kb
Foto: Büro LH Kaiser