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Klares Bekenntnis zu mehr Holz im Wohnbau

14.09.2015
LR Benger: Internationaler Holztag in Pörtschach ist bedeutendste Info-Veranstaltung der Sägeindustrie
 Die bedeutendste Info-Veranstaltung der österreichischen Sägeindustrie - der internationale Holztag - fand vergangenen Freitag in Pörtschach statt. Am Tag davor habe der Wirtschaftsausschuss im Kärntner Landtag die Unterstützung der Holz-Charta und damit die vermehrte Verwendung von Holz im Wohnbau beschlossen, berichtete Forstreferent LR Christian Benger. „Vertreter des Forstvereins, der Landwirtschaftskammer, von proHolz, der Wirtschaftskammer und des Landes haben die österreichweite Holz-Charta, das Abkommen Forst-Holz-Papier (FHP), bereits unterschrieben“, so Benger.

Das Kooperationsabkommen Forst-Holz-Papier repräsentiere 300.000 Arbeitsplätze und 172.000 Familienbetriebe in Österreich. Mit der Unterschrift würden sich alle Unterzeichner zu einer ¬aktiven Waldbewirtschaftung und zu einem aktiven Klimaschutz bekennen. „Mehr heimisches Holz im Wohnbau bedeutet auch die maximale Wertschöpfung, die zu 100 Prozent im Land bleibt“, sagte ¬Benger. Daher werde das neue Internat beim Kompetenzzentrum für Agrar- und Haushaltsmanagement am Litzlhof als mehrgeschossiger Holzbau gebaut. Die Ausschreibung dafür werde in Kürze starten. „Der Turm am Pyramidenkogel ist das Wahrzeichen für Holz am Bau und der Beweis dafür, was möglich ist“, betonte Benger.

Verarbeiten könne die Sägeindustrie aber nur, was auch geerntet wird. Die Bewirtschaftung der Wälder werde immer schwieriger wegen klimatischer Veränderungen, Windwürfen, Borkenkäferplagen oder Trockenheit. Nichts desto trotz seien die Waldeigentümer verpflichtet, die Wälder zu pflegen. Waldbewirtschaftung sei aber nicht nur notwendig, sondern auch gefährlich. Dieses Bewusstsein sei in der Gesellschaft zu forcieren „Die Waldbauern wollen die Wälder nicht absperren, aber eine Bewirtschaftung muss möglich sein, damit der Wert des Waldes, seine Funktionen und Einkommen gesichert sind“, betonte Benger. Vor allem aber, damit die Wertschöpfung durch die Ernte und die Verarbeitung im Land bleibe. Holz sei aber auch ein starker Exportfaktor: Holz- und Holzprodukte seien in Kärnten nach dem Tourismus der zweitwichtigste Devisenbringer.

Benger appellierte auch an die Waldbesitzer: Horten von Holzvorräten bringe nur Nachteile steuerlicher Art und auch für den Wald selbst. Wer den Wald nicht bewirtschafte, setze ihn Schädlingen und Naturkatastrophen aus. „Je geringer die Bewirtschaftung desto größer die Angriffsfläche. Und Schädlinge wie der Käfer kennen keine Grundstücksgrenzen“, so Benger. Alleine heuer rechne man in Kärnten mit bis zu 300.000 Festmetern Käferholz. 178.200 Festmeter Holz hätten Stürme zu Fall gebracht. Im Jahr 2014 sei der Schaden durch Wind, Schnee und Borkenkäfer mit 1,31 Millionen Festmeter zu beziffern gewesen. Die Windwurfkatastrophe 2008 habe mit 1,85 Millionen Festmeter Schadholz geendet.

Derzeit befinde man sich laut Benger in einer „ruhigen Holzpreis-Phase“. Sägerundholz, je nach Qualität, werde derzeit zwischen 54 Euro und 125 Euro (beste Qualität) verkauft. Die Preise bei Industrie- und Energieholz würden zwischen 31 und 49 Euro pro Festmeter liegen, etwas höher liege der Preis für Brennholz – bis zu 60 Euro koste ein Festmeter derzeit. „Der Holzpreis ist hochsensibel. Allein wenn in Bayern zwei Millionen Festmeter Schadholz anfallen, sinkt der Holzpreis in Kärnten um zehn Prozent“, nannte Benger ein Beispiel.

Daten und Fakten: Mit 60 Prozent Waldanteil ist Kärnten nach der Steiermark das am zweitstärksten bewaldete Bundesland.
70 Prozent der Waldfläche ist Kleinwaldbesitz (< 200 ha), der höchste Kleinwaldanteil Österreichs. Aktuell werden rund zwei Drittel der Kärntner Waldfläche von Nadelwäldern eingenommen, von denen mehr als die Hälfte weitgehend naturnahe Baumartenzusammensetzung aufweisen. Mit 17,6 Prozent liegt der Anteil von Schutzwäldern hinter dem der Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Einem jährlichen Holzzuwachs von 10,1 Volumsfestmeter/Hektar stehen Nutzungen von 7,2 Volumsfestmeter/Hektar gegenüber, was eine Vorratsvermehrung von 2,9 Volumsfestmeter pro Hektar und Jahr bedeutet. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie der österreichische Durchschnitt. Der überwiegende Teil des Holzeinschlages wird in Kärnten selbst verarbeitet. Die Kärntner Sägeindustrie schneidet bis zu drei Millionen Erntefestmeter ein. Das ist um die Hälfte mehr, als in unserem Land an Sägerundholz geschlägert wird.

In Kärnten gibt es 24.000 Waldbesitzer. 170 Waldbesitzer bewirtschaften mehr als 200 Ha. Somit kommt auf einen Kärntner statistisch gesehen ein ha Wald. Die Fläche steigt pro Jahr um ca. 500 ha. 20.000 Arbeitsplätze hängen in Kärnten vom Wald ab. Es gibt 163 Holzindustriebetriebe, rund 180 Zimmereien, über 740 Tischlereien und eine Papierfabrik.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Sternig