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WIRTSCHAFT

Brückenschlag für Karawankentunnel

15.09.2015
LH Kaiser: Zweite Röhre Karawankentunnel wird Nadelöhr und damit Verkehrsüberlastungen im Sommer beseitigen
Mit der Errichtung einer knapp 350 Meter langen Brücke startet die Asfinag ab sofort das Großprojekt „Neubau der zweiten Röhre des Karawankentunnels“. Heute, Dienstag, erfolgte der Baustart im Beisein von Landeshauptmann Peter Kaiser und Straßenbaureferent LR Gerhard Köfer. Bis Mitte 2017 wird die derzeitige Lücke zwischen Bergmassiv und Mautstelle Rosenbach auf der A 11 Karawanken Autobahn geschlossen. Zusätzlich zur Brücke müssen auch etwa 100 Meter Fahrbahn im Freilandbereich sowie eine 140 Meter lange Stützmauer errichtet werden. Für den ersten Schritt zur zweiten Tunnelröhre investiert die Asfinag knapp zehn Millionen Euro – der Tunnelanschlag wird im Dezember 2017 zeitgleich mit dem Baustart auf slowenischer Seite erfolgen.

„Für Kärnten ist heute ein Tag der Freude. Dieser Startschuss markiert einen Meilenstein beim Ausbau der Infrastruktur in Kärnten. In wenigen Jahren wird das Nadelöhr Karawankentunnel beseitigt sein und die Verkehrsüberlastungen im Sommer gehören dann der Vergangenheit an“, betonte der Landeshauptmann. Der einröhrige Tunnel sei vor allem in den drei Sommermonaten Juni bis August an den Wochenenden bei Verkehrsfrequenzen von bis zu 32.000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden oft über seiner Kapazitätsgrenze belastet. „Wir haben mit unserem Nachbarn Slowenien eine Möglichkeit gefunden, dieses große und sehr wichtige Bauvorhaben zu realisieren“, so der Landeshauptmann.

Die zweite Karawankentunnelröhre werde eine riesige Entlastung für die Nord-Süd-Verbindung, die 20.000 Fahrzeuge täglich verkraften muss, bringen. Der Bau der Röhre starte 2017 und soll innerhalb von vier Jahren abgeschlossen sein, so Köfer. „2021 sollen die ersten Fahrzeuge durch den neuen Tunnel rollen.“ Der Straßenbaureferent zeigte sich sehr erfreut, dass es gelungen sei, dieses große Bauvorhaben gemeinsam mit Slowenien durchzuführen.

„Dieses Projekt ist das beste Beispiel dafür, dass kleinere Baumaßnahmen große Wirkung haben können. Die Brücke ist so gesehen ein Brückenschlag für den Ausbau des Karawankentunnels, den wir gemeinsam mit Slowenien Ende 2017 starten wollen“, sagte Asfinag-Vorstand Alois Schedl. Die Asfinag habe für Kärnten zudem ein großes Investitionspaket in Höhe von 550 Millionen Euro bis 2021 geschnürt. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf Tunnelsicherheit“, so Schedl.

Beim Spatenstich mit dabei waren auch der österreichische Botschafter in Slowenien, Clemens Koja, der Vorstand der slowenischen Autobahngesellschaft Dars, Matjaž Knez, Asfinag-Geschäftsführer Gernot Brandtner und Straßenbauabteilungsleiter Volker Bidmon.

Die Vorbereitungsarbeiten bis zum Tunnelanschlag Ende 2017 bestehen aus drei verschiedenen Bauwerken. Bis Sommer 2017 entsteht eine fast 350 Meter lange Brücke, die unmittelbar vor dem Nordportal beginnt und über den Rosenbach führt. Anschließend wird eine 140 Meter lange und elf Meter hohe Stützmauer errichtet, danach fehlen noch etwa 100 Meter Fahrbahn bis zur bestehenden Karawanken Autobahn. Für die künftigen Oberflächenwässer wird bereits eine neue Gewässerschutzanlage mit Absetz- und Bodenfilterbecken gebaut. Die Investition in den Vorportalbereich beträgt fast zehn Millionen Euro. Bereits begonnen haben Sanierungsarbeiten an der bestehenden 90 Meter langen und 20 Meter hohen Ankerwand direkt beim Nordportal sowie die Sanierung einer kleinen Stützmauer.

Die 1991 fertiggestellte erste Röhre des Karawankentunnel hat eine Gesamtlänge von 7.918 Meter, wobei 4.441 Meter auf das österreichische Staatsgebiet entfallen. Der einröhrige Gegenverkehrstunnel wurde in den vergangenen Jahren sowohl von der Asfinag als auch von der slowenischen Betreibergesellschaft Dars sicherheitstechnisch hochgerüstet und mit einer neuen modernen Lüftung ausgestattet. Beim Einbau dieser Lüftung wurde bereits der Vollbetrieb mit der zweiten Tunnelröhre mitberücksichtigt. Durch den Bau der zweiten Tunnelröhre wird eine Verbesserung des Tunnelsicherheitssystems (Flucht- und Rettungswege) erreicht sowie die Leistungsfähigkeit der Trasse erhöht.

Die Gesamtinvestition für den Neubau der zweiten Röhre beträgt etwa 310 Millionen Euro, 162 Millionen entfallen auf die Asfinag. Die Fertigstellung der zweiten Röhre ist für Ende 2021 vorgesehen, im Anschluss soll die Sanierung der Bestandsröhre erfolgen, im Sommer 2023 ist die Gesamtverkehrsfreigabe geplant.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Köfer
Redaktion: Ulli Sternig
Foto: LPD/Oskar Höher