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POLITIK

Regierungssitzung 3 – Präsentation „Grüner Bericht“

21.09.2015
LR Benger: Kärntner Landwirtschaft ist noch gesund, aber beschleunigter Strukturwandel verschärft Situation
Der „Grüne Bericht 2014“ sei in der heutigen Regierungssitzung besprochen und verabschiedet worden. Das berichtete Landwirtschaftsreferent LR Christian Benger heute, Montag beim anschließenden Pressefoyer. Es betreffe den Status Quo – wie, was wurde erwirtschaftet und was wurde wofür investiert. Die flächendeckende Landwirtschaft sei in Kärnten zwar sichergestellt, aber die Situation sei dramatisch, so der Landwirtschaftsreferent.

„Es wurde geerntet, was gesät wurde, aber es gibt keinen Grund zum Jubeln“, sagte Benger. Das Jahr 2014 sei nach dem Katastrophenjahr 2013 ein Jahr zum Durchschnaufen gewesen. „Die durchschnittlichen Einkommen haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert“, so Benger. Das bedeute pro Betrieb um zwei Prozent mehr Einkommen, was zwar 20.412 Euro pro Betrieb bedeute, aber immer noch deutlich hinter dem Österreichschnitt liege.

„Es muss immer mehr Aufwand betrieben werden, um den gleichen Ertrag zu erhalten“, betonte Benger. Dazu komme die Abhängigkeit vom Wetter und tägliche immer härter werdende Wettbewerb. Der Strukturwandel habe in unverminderter Härte zugeschlagen. „575 ländliche Betriebe haben ihre Arbeit als Bauern aufgegeben.“ Mit Stand 1. Jänner 2015 gebe es demnach 11.225 Betriebe, davon seien 64 Prozent Bergbauern. Die flächendeckende Landwirtschaft sei in Kärnten sichergestellt und die Investitionen verblieben mehrheitlich in der Region. 2013 seien 265 Millionen Euro größtenteils in Maschinen und sonstige Erneuerungen investiert worden. 2014 seien es nur 123 Millionen gewesen, aber die Investitionen in Grund und Boden seien gestiegen. „Da viele die Tür zugemacht haben, übernimmt jetzt der Nachbar die verfügbaren Flächen.“

„Die Kärntner Landwirtschaft ist noch gesund, aber der Strukturwandel wird beschleunigt“, sagte Benger und verwies auf den Preisverfall bei Milch und Schweinefleisch. Wenn die flächendeckende Landwirtschaft erhalten werden soll, gebe es nur eine Lösung, nämlich die heimischen Produkte zu forcieren. „Jeder einzelne hat es in der Hand, beim Einkauf verstärkt auf regionale Produkte zu achten“, forderte der Landwirtschaftsreferent. Das stärke die regionalen Kreisläufe und die regionale Wertschöpfung. „Davon profitieren alle.“ Es müsse mit Werbung das Bewusstsein für heimische Produkte geweckt werden.

Benger berichtete weiters, dass die Hagelversicherung nun auch auf den Bereich Dürre erweitert werde. Außerdem sei ein Hilfspaket von 500 Millionen Euro für ganz Europa geschnürt worden. Dabei würden auf Kärnten aber nur deutlich unter einer Million Euro fallen.

Sehr positiv erwähnt hat Benger den stetigen Aufwärtstrend im Bereich „Urlaub am Bauernhof. „Diese Initiative ist höchst erfolgreich und trägt massiv zur Einkommenssicherung im ländlichen Raum bei“, lobte Benger und verwies auf 450 Mitgliedsbetriebe, 1.900 Arbeitsplätze und 742.000 Nächtigungen in hoher Konstanz. „Urlaub am Bauernhof - mit Kärntner Gelassenheit, gelebter Authentizität und einzigartiger Kulinarik - passt perfekt zur Tourismusstrategie“, zeigte sich der Tourismusreferent sehr zufrieden.

Erwähnt hat Benger auch die Beschlussfassung des „Österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014-2020“. Brüssel habe erkannt wie wichtig der ländliche Raum als Wirtschafts-, Arbeits-, Lebens- und Naturraum sei. Bis zum Jahr 2020 würden in Österreich 1,1 Milliarden Euro für die ländliche Entwicklung zur Verfügung stehen, 50 Prozent werden von der EU finanziert. Für Kärnten bedeute das 700 Millionen Euro.

„Der ländliche Raum gewinnt dadurch an Attraktivität als Wirtschaftsstandort, aber auch als Lebens- und Erholungsraum“, sagte Gemeindereferentin LHStv.in Gaby Schaunig. Bei einer österreichweiten Ausschreibung von LEADER-Regionen hätten sich insgesamt 77 Regionen beworben, sechs davon in Kärnten. „Die sechs Kärntner Bewerber liegen im österreichweiten Spitzenfeld“, berichtete Schaunig. In einem transparenten Auswahlverfahren sollen bestmögliche Projekte zur Stärkung ihrer Region entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Ulli Sternig