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POLITIK

Landtag 2 – Volle Unterstützung für Görtschitztaler Bevölkerung

24.09.2015
LHStv.in Prettner und Landesräte Ragger, Benger und Holub thematisierten in Aktueller Stunde Zukunftsperspektiven des Görtschitztales - Menschen im Tal brauchen Perspektiven, eine ehrliche, aufrichtige und transparente Politik

Der einhellige Tenor aller vier Regierungsmitglieder die sich in der Aktuellen Stunde des Landtages heute, Donnerstag, zum Thema „Zukunftsperspektiven des Görtschitztales“ zu Wort meldeten lautete: „Wir wollen und müssen das Tal in die Zukunft führen und dem Tal helfen“.

Gesundheitstreferentin LHStv.in Beate Prettner mahnte ein, der Görtschitztaler Bevölkerung das Vertrauen in die eigenen Lebensmittel wieder zurückzugeben. „Dies kann nur über ein engmaschiges Monitoring geschehen, durch die laufende Beprobung soll nicht nur das Vertrauen und die Sicherheit der Bevölkerung wieder hergestellt werden, sondern auch den Direkt-Vermarktern und Buschenschenkenbetreibern unter die Arme gegriffen werden“, betonte die Geundheitsreferentin.

Um das Görtschitztal zu einer Muster- und am besten kontrollierten Region weiterzuentwickeln habe man seitens des Landes ein eigenes Gerät angeschafft, um laufende HCB-Beprobungen direkt in der Lebensmitteluntersuchungsanstalt durchführen zu können. „Dieses Gerät wurde bereits vollständig aufgebaut und befindet sich derzeit in der Testphase. Unserem Versprechen eines engmaschigen Monitorings der Lebensmittel kommen wir aber bereits jetzt nach. Gerade in den letzten Tagen wurden 49 Proben bei Direktvermarktern und Buschenschenkenbetreibern gezogen um zu überprüfen, ob die Bevölkerung des Görtschitztales diese Waren vor dem Hintergrund der neuen Richtwerte der Med-Uni Wien konsumieren kann“, so Prettner.

Ziel der strengen Richtwerte der Med-Uni Wien ist bekanntermaßen der Abbau von HCB-Belastungen im Körper durch eine größere Ausscheidung als Aufnahme. „So wurden bereits Lebensmittel zum einen außerhalb des Görtschitztales, aber auch von Direktvermarktern und Buschenschenkenbetreibern des Görtschitztales gezogen, um festzustellen ob diese den strengen Vorgaben der Med-Uni genügen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden diese samt Maßnahmen bzw. Ernährungsempfehlungen kommuniziert“, erklärte Prettner.

Wesentlich sei es nun, gemeinsam mit den Betroffenen in der Region den Blick in Richtung Zukunft zu richten, mahnte die Gesundheitsreferentin. „Es ist dringend an der Zeit, die positiven und einzigartigen Seiten des Görtschitztales zusätzlich hervor zu streichen. Das gilt es für einen positiven Imagewandel in den Vordergrund zu stellen, während wir die Betroffenen weiterhin begleiten auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft“, so Prettner.

Landesrat Christian Ragger deponierte unmissverständlich, dass die Verursacher und die Ursachen zu bekämpfen seien. Er forderte zudem die sofortige Schließung und Räumung der K 20 Deponie der Donau Chemie.

Agrarlandesrat Christian Benger plädierte dafür, dass es im Arbeits-, Lebens- und Naturraum des Tales eiligst Lösungen geben müsse. „Es sind Schritte zu setzten, damit eine Zukunft möglich ist“, so Benger.
Zudem verwies er auf bereits erbrachte Leistungen im Bereich der Landwirtschaft. Er nannte dabei die Futtermittelbeprobung, den Futtermittelaustausch, die Milch- und Fleischentsorgung. Ebenso teilte er mit, dass das Biogras-Monitoring für das Tal im Laufen sei und dass 25 Vermarkter des Tales auf der diesjährigen Herbstmesse von ihm mit kostenlosen Ständen unterstützt wurden. „Hilfe muss stattfinden nicht angekündigt werden“, meinte Benger.

Umweltlandesrat Rolf Holub signalisierte seine volle Unterstützung für die Görtschitztaler Bevölkerung. Sie habe aus moralischen und gesundheitlichen Gründen eine spezielle und besondere Behandlung verdient: „Daher sind wir mit der Medizinischen Universität Wien, Global 2000 und Greenpeace auch übereingekommen, für das Görtschitztal vorsorgemedizinische Ansätze gelten zu lassen“, so Holub. Dies sei an zwei Runden Tischen zur HCB-Causa festgelegt worden.

Holub wies auf die Vorbereitung einer europaweiten Ausschreibung der Altlastendeponie K-20 in Brückl hin. Ein Abtransport des belasteten Materials sei für ihn eine Lösung, die zu bevorzugen sei. Das Problem der Deponie, das seit 1928 bestehe, gehöre endgültig gelöst: „Ich hoffe, dass es zu meiner Zeit gelöst wird“, so Holub. Alle involvierten Personen seien jedenfalls an einer gemeinsamen Lösung interessiert.

Für den Entzug der Schlüsselnummern, mit der er den Wietersdorfer Zementwerken die thermische Behandlung des HCB-belasteten Blaukalks untersagte, hätte er keine Unterstützung aus dem Bundesministerium bekommen. Holub rief auch zu einer Änderung der Bundesgesetze auf. Die Vereinheitlichung des Anlagenrechts, die Stärkung der behördlichen Kontrolle vor der Eigenüberwachung, die Verschärfung der Emissions- und Immissionsgrenzwerte, die Festlegung von Eingangsbeschränkungen für bestimmte Schadstoffe seien von hoher Wichtigkeit.

Die Überprüfung der Wietersdorfer Zementwerke erfolge derzeit durch 20 externe Experten. Sie wird in einer Bescheidkonsolidierung münden, in der auch die Frage der Schlüsselnummern behandelt werden soll. Das Görtschitztal könne in Zukunft mit der Hilfe eines Bio-Monitorings sicher gemacht werden. Holub sprach sich in der Aktuellen Stunde ebenso für einen zweiten Fonds für das Görtschitztal aus: „Die Menschen im Görtschitztal brauchen Perspektiven, aber vor allem brauchen sie eine ehrliche, aufrichtige und transparente Politik, die Verantwortung übernimmt“, so Holub.


Rückfragehinweis: Büros LHStv.in Prettner, LR Ragger, LR Benger, LR Holub
Redaktion: Michael Zeitlinger