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Heimische Lebensmittelproduktion: Kärntner glauben an Kärnten

02.10.2015
LR Benger: Sechs Kärntner Betriebe investieren rund 13 Mio. Euro – Absicherung von Standorten, Arbeitsplätzen und bäuerlicher Produktion
Ein kräftiges Lebenszeichen geben sechs Kärntner Produktions- und Verarbeitungsbetriebe von sich, in dem sie in Summe 12,9 Millionen Euro in ihre Standorte investieren. „Diese sechs Projekte stärken die heimischen Wirtschaftskreisläufe in den Regionen, sichern die Standorte der Betriebe und den Absatz der bäuerlichen Produkte“, fasste heute, Donnerstag, Agrarlandesrat Christian Benger zusammen. Für ihn haben diese Investitionen aber auch einen wichtigen psychologischen Effekt: „Die Investoren beweisen und geben Mut, Perspektiven für die Zukunft, weil sie an Kärnten glauben und investieren“, so Benger – Gerade in einer Zeit, in der die bäuerliche Produktion unter einem enormen Preisverfall zu leiden hat und sogar Existenzen bedroht sind.

Denn innerhalb eines halben Jahres ist der Erzeugerpreis bei Milch und Schweinefleisch um 25 Prozent gesunken. Milch und Schweinefleisch sind jedoch die Hauptproduktionsbereiche in der Kärntner Landwirtschaft. Der Gesamtproduktionswert liegt bei 113 Millionen Euro im Jahr, der Preisverfall bedeutet im Moment mindestens 28 Millionen Euro. „Bedrohte Existenzen im bäuerlichen Bereich bedeuten eine Schwächung des gesamten ländlichen Raumes. Denn wer nicht mehr produzieren kann, kann auch nicht mehr investieren“, erklärt Benger. Immerhin investieren die bäuerlichen Betriebe jährlich rund 200 Mio. Euro in die Qualifizierung und Modernisierung ihrer Betriebe. 80 Prozent dieser Investitionen fließen in die direkte Umgebung des jeweiligen Betriebes. „Der Preisverfall hat also unmittelbare Auswirkung auf Arbeitsplätze, Einkommen und Kaufkraft. Der Handel schöpft den Rahm ab, die Produzenten bekommen immer weniger, die Konsumenten zahlen immer mehr. Aber auch der Handel lebt nur von der Kaufkraft, die gefährdet ist, wenn Arbeitsplätze verschwinden“, betont Benger. Es gebe nur eine Lösung, um die Wirtschaftskreisläufe in Takt zu halten: Heimische Lebensmittel kaufen. „Wir können selbst entscheiden: bleibt unser Geld in Kärnten oder fließt es in die Massenproduktionen ins Ausland ab“, weist Benger hin.

Daher sind für Benger die neuen Investitionen in die sechs Betriebe von großer Wichtigkeit für die Produzenten aber auch für die Konsumenten. „Innovation sichert Qualität, Standorte, Einkommen, Kaufkraft und den ländlichen Raum. Das Rad ist immer rund“, so Benger. Zehn bis 20 Prozent der Investitionssumme dieser sechs Betriebe werden gefördert von Land, Bund und EU, also mit insgesamt 1,96 Mio. Euro.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm