Presseaussendungen

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Regierungssitzung 2 - Weiteres verpflichtendes Kindergartenjahr geplant

06.10.2015
Gemeinsame Sitzung mit Sozialpartnern mit vielen Schwerpunkten – LH Kaiser: kürzere Verweildauer in Spitälern, Industrie 4.0, Migranten am Arbeitsmarkt
Über eine Vielzahl von aktuellen Themen aus der Regierungssitzung informierte heute, Dienstag, Landeshauptmann Peter Kaiser. Er gab vorweg auch zwei Personalentscheidungen bekannt: Mag. Günter Wurzer wird neuer Leiter der Abteilung 5 (Gesundheit und Pflege), er habe auch die besten im Rahmen des Objektivierungsverfahrens erfolgten Bewertungen erhalten, und Dr. Rudolf Weissitsch wurde zum Strahlenschutzbeauftragten und Koordinator in radiologischen Krisenfällen bestellt.

Geplant sei, das im Rahmen einer 15a-Vereinbarung fixierte verpflichtende Kindergartenjahr ab 2016/17 auch auf die Vierjährigen auszuweiten. Hier würden noch weitere Gespräche mit den Kindergartenerhaltern, den Gemeinden, folgen. Die Zahl der Kindergartenanmeldungen von Vierjährigen konnte von 87 auf 92 Prozent gesteigert werden, teilte Kaiser mit. Das zeige eine erfreulich hohe Akzeptanz.

Heute fand die Regierungssitzung gemeinsam mit Vertretern der Sozialpartner und des AMS statt. Dabei wurde die Beschäftigungssituation erläutert. Kärnten habe demnach aktuell beides: die höchste Erwerbslosigkeit und ebenso die höchste Beschäftigungsrate. Seitens der Industrie seien sehr positive Signale bezüglich der Ausbildung für den Bereich Industrie 4.0 erfolgt. Hier gehe es um eine permanente Digitalisierung in allen Bereichen, verwies Kaiser auf viele erfolgreiche Bausteine, wie die Kooperation mit dem Joanneum Research, den High-Tech-Campus Villach oder Forschungsförderung durch die EU.

Mehr als 350 junge Kärntner konnten im Rahmen des Projekts IT L@b bereits eine Lehrausbildung in der zukunftsträchtigen Informationstechnologie-Branche absolvieren. „Die Vermittlungsquote nach Lehrabschluss von 80 Prozent liegt weit über dem Durchschnitt und ist Beleg für den Erfolg des Projekts“, teilt Arbeitsmarkt-Referentin LHStv.in Gaby Schaunig mit. Das modifizierte Projekt IT L@b 2.0 mit dem verstärkten Fokus auf Industrie 4.0 und Reinraumtechnik trage den veränderten Markterfordernissen Rechnung. „Mit IT L@b 2.0 bringen wir an der Materie interessierte Jugendliche und Unternehmen, die dringend Fachkräfte brauchen, zusammen“, so Kaiser und Schaunig.
Das Land habe mit dem bfi auch eine inhaltliche Erweiterung der Zusammenarbeit abgeschlossen. Demnach werden Zukunftsbereiche wie Industrie 4.0 und Reinraumtechnologie in die Ausbildung neu aufgenommen.

Wie Kaiser weiters bekanntgab, sei durch das AMS auch ein Screening über Migranten am Arbeitsmarkt gemacht worden. Ein Fazit daraus sei, dass die Sprache und die Kommunikation die wichtigsten Kompetenzen darstellen. Es werden auch Deutschkurse angeboten, um Migranten erfolgreich vermitteln zu können. Es handle sich um eine Gruppe von rund 450 Personen, vornehmlich Syrer und Afghanen, die oft nur einen Pflichtschulabschluss und kaum eine weitere Ausbildung aufweisen könnten. Daher sei angedacht, ein Institut für Arbeitsmigration aufzubauen, denn es brauche eine Struktur, um mit interkulturellen Unterschieden positiv umgehen zu können.

Positive Aspekte zeige der Rechnungsabschluss und Tätigkeitsbericht 2014 über den Gesundheitsfonds auf. Zwar gebe es mehr stationäre Aufenthalte, doch die Belagstage konnten um 50.000 reduziert werden, was mit einer kürzeren Verweildauer einhergehe. Zudem liege Kärnten bei den Endkosten pro Belagstag unter dem Österreichschnitt.

Diskutiert wurde laut Kaiser auch über das Thema flächendeckende LKW-Maut. Dabei sei man sich einig, dass die Kärnten-Perspektive eingebracht werden müsse. Wettbewerbsnachteile für die regionale Wirtschaft und Landwirtschaft müssten ausgeschlossen werden, auch spreche man sich klar dafür aus, den Transport auf Schiene zu forcieren.

Wie Kaiser noch abschließend festhielt, wurde auch die Einsetzung einer Arbeitsgemeinschaft mit Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Agrarreferent LR Christian Benger u.a., beschlossen, die Möglichkeiten erarbeiten soll, um die Verwendung heimischer Lebensmittel in öffentlichen Bereich zu steigern. „Von uns gibt es jedenfalls ein klares Bekenntnis zu heimischen Produkten“, so Kaiser, der sich ein Bestbieterprinzip ähnlich dem Bereich der Bauwirtschaft, auch im Bereich der Verwendung von Lebensmitteln vorstellen kann.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/kb

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