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HCB 2 – Untersuchtes Rindfleisch: Werte von GLOBAL 2000 weit unter gesetzlichem Grenzwert

08.10.2015
LHStv.in Prettner und Koordinator Kreiner klären auf: Genaues Untersuchungsprogramm für Betriebe – Vorsorgewert der MedUni gilt speziell für Görtschitztaler Bevölkerung
Von der Umweltorganisation GLOBAL 2000 veröffentlichte Werte aus einer Untersuchung von Rindfleisch aus dem Görtschitztal sorgen derzeit für Verwirrung und Verunsicherung. Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und HCB-Koordinator Albert Kreiner wollen daher genau darüber aufklären, wie diese Werte zu interpretieren sind. „Im Grunde bestätigen die Werte von GLOBAL 2000 sogar, dass die seitens des Landes getroffenen Maßnahmen greifen und die Belastungssituation im Görtschitztal Schritt für Schritt deutlich geringer geworden ist und wird“, betont Kreiner.

Kreiner hält fest, dass der aufgrund der EU-Verordnung vorgegebene lebensmittelrechtliche Grenzwert bei 200 Mikrogramm pro Kilo Rindfleisch liegt. Dies bedeute, dass das magere Fleisch des untersuchten Rindes selbst nach den Werten von Global 2000 um das ca. 28-Fache unter (!) dem gesetzlichen Grenzwert für die Verkehrsfähigkeit liege. „Selbst das untersuchte Nierenfett des Rindes liegt noch immer um ca. das Zehnfache unter dem gesetzlichen Grenzwert, wobei es mir nicht bekannt ist, dass reines Nierenfett für den Verzehr verwendet wird“, ergänzt er.

Prettner ist es wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass von der MedUni Wien ein eigener, sehr niedriger Vorsorgewert speziell für die Görtschitztaler Bevölkerung errechnet wurde. Dieser Wert bezwecke, dass die betroffenen Menschen weniger HCB durch die Nahrung aufnehmen als im Körper abgebaut wird. „Dieser Wert der MedUni gilt nicht für alle. Wenn er überschritten wird, heißt es auch nicht, dass das Produkt gesundheitsgefährdend ist“, macht die Gesundheitsreferentin deutlich.

„Die Ernährungsempfehlung der MedUni Wien spricht von zwei Mikrogramm pro Kilo. Selbst dieser niedrige Wert wird bei der GLOBAL 2000-Untersuchung des mageren Fleisches rechnerisch nur um das 3,5-Fache überschritten“, erklärt Kreiner. Zudem liege der Wert der MedUni um das 100-Fache unter dem lebensmittelrechtlich zulässigen Grenzwert. Konkret stelle er einen sehr niedrigen Vorsorgewert dar, der selbst den Laboren bei der korrekten Nachweisbarkeit oft Schwierigkeiten bereite.

„Die Görtschitztaler Bevölkerung wurde von uns im Rahmen einer Bewusstseinsbildung auf die Ernährungsempfehlung aufmerksam gemacht. Außerdem sind die Werte der MedUni Wien auf der Homepage des Landes Kärnten abrufbar“, weist Prettner hin.

Kreiner erklärt weiters, dass sich bei Rinderschlachtungen gegenwärtig von 396 landwirtschaftlichen Betrieben noch 226 im genauen Untersuchungsprogramm, das im Erlass des Gesundheitsministeriums vorgegeben wurde, befinden. Betrieb für Betrieb werde erst bei Erfüllung der entsprechenden Kriterien aus der Untersuchungspflicht herausgenommen. Dessen ungeachtet bestehe für alle Direktvermarkter das Angebot des Landes, jeden Schlachtkörper einer Untersuchung zu unterziehen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner; Koordinator Kreiner
Redaktion: Kreiner/Böhm