News

POLITIK

Kärnten soll von EU-Strategie für Alpenraum profitieren

14.10.2015
LH Kaiser bei EUSALP-Workshop in Brüssel: Stärkung der Natur- und Kulturressourcen des Alpenraums soll als Vorteil für qualitativ hochwertigen Lebensraum vorangetrieben werden
Möglichkeiten, die Potentiale des Alpenraums zu heben und weiter aufzuwerten, standen im Mittelpunkt eines Workshops, der heute, Mittwoch, im Rahmen der Open Days in Brüssel stattfand. Auch Kärntens Landeshauptmann EU-Referent Peter Kaiser nahm am Workshop teil, um die Interessen Kärntens zu vertreten, ins europäische Rampenlicht zu rücken und Netzwerke für Kärnten auszubauen.

Kaiser unterstrich die Rolle und Bedeutung Kärntens als Schnittstelle für die erfolgreiche Umsetzung des strategischen Ansatzes der EUSALP. EUSALP (EU Strategy for the alpin region) befasst sich mit den Chancen des nachhaltigen Wachstums im Alpenraum. Diesbezüglich liegen für Kaiser die aktuellen Herausforderungen insbesondere für Kärnten in der wirtschaftlichen Globalisierung, in den demografischen Trends, in den Folgen des Klimawandels, in der Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung, weiters in der speziellen geografischen Lage in Europa als Transitgebiet sowie in der großen Saisonabhängigkeit (Tourismus).

Die EUSALP baut auf drei Zielen auf: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, des Wohlstands und des Zusammenhalts des Alpenraums, Gewährleistung der Erreichbarkeit und Konnektivität für alle Bewohner des Alpenraums, ökologisch nachhaltige und attraktive Gestaltung des Alpenraums. Kaiser plädiert dafür, das Potential des Alpenraums bestmöglich zu nutzen und die Kooperationen zwischen den Metropolregionen und der Kernregion entsprechend der gemeinsamen Zielerreichung abzustimmen. „Die Stärkung der Natur- und Kulturressourcen des Alpenraums soll als Vorteil für einen qualitativ hochwertigen Lebensraum sowie zur Gewährleistung eines effizienten Einsatzes der bestehenden Natur- und Kulturressourcen vorangetrieben werden“, so Kaiser. Der Landeshauptmann machte diesbezüglich auf ein wichtiges Thema aufmerksam: die Verbesserung des Risikomanagements und bessere Bewältigung des Klimawandels, einschließlich Verhinderung größerer Naturgefahren.

„Kärnten hat sich in den Bereichen des Risikomanagements und der Risikoprävention sehr engagiert und kooperiert hier seit Jahren mit den Nachbarn Slowenien, Friaul-Julisch Venetien und Veneto. Klimabedingte Katastrophen wie etwa Hangrutschungen, Murenabgänge, Waldbrände und Überflutungen nehmen immer mehr zu. Daher braucht es eine grenzüberschreitende und transnationale Zusammenarbeit, um präventive Maßnahmen zu setzen und die Folgen besser in den Griff zu bekommen“, so der Landeshauptmann auch als Katastrophenschutzreferent.

Als weitere Themen der EUSALP wurden Energieeffizienz und erneuerbare Energie und das Ziel, den Alpenraum in diesem Bereich zum Vorreiter zu machen, diskutiert. Kaiser verwies hier auf den Kärntner Energiemasterplan, der die „Energiewende“ in die Wege leite. Konkret soll Kärnten im Bereich Wärme und Strom bis 2025 energieunabhängig von fossilen und atomaren Energieträgern werden. Im Verkehrsbereich soll diese Unabhängigkeit bis 2035 erreicht werden. Der demografische Wandel und seine Folgen, die u.a. von der Entvölkerung von Tälern bis zum Brain Drain und fehlenden Perspektiven für die Jugend reichen, stellen eine weitere Herausforderung dar. Um diesem Trend entgegenzusteuern, schlägt Kaiser einen alpenweiten Informationsaustausch (good practise) sowie die Suche nach gemeinsamen Lösungen in der Form von grenzüberschreitenden Kooperationen vor.

Zum alpenquerenden Transit, der eine zunehmende Belastung für die Regionen bedeute, müsse man durch die Kooperation von „außeralpinen“ Metropolregionen mit dem „inneralpinen“ Kernraum versuchen, eine Win-win-Situation herbeizuführen. „Ich sehe es als eine der Kernaufgaben Kärntens an, die Kooperation eben dieser unterschiedlichen Räume zu forcieren. Dies nicht zuletzt, da Kärnten auch im Rahmen der Euregio Senza Confini sehr eng mit Regionen zusammenarbeitet, die nicht zum eigentlichen Kernraum der Alpen gehören, wie die Küstenregionen von Friaul-Julisch Venezien und von Veneto“, erklärte Kaiser.

Es brauche nicht nur gemeinsame Projekte, sondern eine gemeinsame Strategie, die alle maßgeblichen Akteure im Alpenraum aktiv in die Umsetzung der Strategie einbinden muss. Überregionale Kooperationen sollten als gemeinsames Sprachrohr einzelner Regionen mehr Gewicht erhalten. Kaiser: „Für Kärnten steht daher das Thema ‚zielgerichtete Kooperation‘ an oberster Stelle. Kärnten möchte sich – zusammen mit seinen Nachbarn – mit denen es über die unterschiedlichen Netzwerke verbunden ist – auch hier als Schnittpunkt bzw. Drehscheibe zwischen den drei makroregionalen Strategien Donauraum, Adriatisch-Ionisch und Alpenraum positionieren.“


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/kb
Fotohinweis: VBB Brüssel/Hans Westerling