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60 Jahre Volkshochschulen Kärnten

16.10.2015
LH Kaiser und LHStv.in Prettner dankten und gratulierten – Volkshochschulen vermitteln Demokratie, Emanzipation, Wissenserwerb und Kritikfähigkeit
60 Jahre Volkshochschulen Kärnten wurden gestern, Donnerstag, am Abend im Festsaal der Arbeiterkammer Kärnten in Klagenfurt gefeiert. Konkret geht das Jubiläum auf die Gründung des Landesverbandes der Kärntner Volkshochschulen im Oktober 1955 zurück. Die Entstehungsgeschichte der Volkshochschulen und Erwachsenenbildung allgemein ist eher kompliziert und verläuft in drei Phasen und mehreren Nebenlinien, wie Festvortragender Univ.-Doz. Wilhelm Filla erläuterte. Er konnte zum Jubiläum auch eine entsprechend umfassende Publikation vorlegen. Weiterbildungsgemäß begrüßt wurden die Gäste der Festveranstaltung auch auf Italienisch, Englisch und Slowenisch.

Seitens des Landes gratulierten Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner und überreichten gemeinsam eine Torte. Kaiser ergänzte die mehrsprachige Begrüßung um ein „Herzlich Willkommen“ in der Gebärdensprache. Die Volkshochschulen bezeichnete er als wichtiges Element der Gesellschaft, weil sie im Land verankert und allen sozialen Schichten zugänglich seien. Zudem würden sie Demokratie, Emanzipation, zusätzlichen Wissenserwerb und Kritikfähigkeit vermitteln.

Der Landeshauptmann bedankte sich bei den Volkshochschulen stellvertretend für alle in der Erwachsenenbildung tätigen Institutionen und bezeichnete sie als wertvoller Partner des Landes. Hilfe werde von den Volkshochschulen vielfach auch benachteiligten Menschen geboten, etwa im Bereich des sekundären Analphabetismus. Kaiser strich in diesem Sinne die Initiative zum Nachholen von Pflichtschulabschlüssen hervor, die auch Teil des Regierungsprogrammes sei. Gesellschaftskritisch merkte er an, dass nach wie vor die soziale Herkunft Bildungskarrieren entscheidend präge. „Bildung wird über die Herkunft weitervererbt“, formulierte er überspitzt. Essentiell sei daher eine gesellschaftliche Absicherung von Bildung. Sie dürfe nicht als Privileg verstanden werden, sondern müsse „Hauptspeise im Lebensmenü“ sein.

Begrüßt wurden die vielen Gäste der Festveranstaltung von Volkshochschulen-Geschäftsführer Gerwin Müller, der später gemeinsam mit der pädagogischen Leiterin Beate Gfrerer einen Rückblick und Ausblick gab. Die Bedeutung der Volkshochschulen strichen auch Arbeiterkammer-Vizepräsidentin Ursula Heitzer, Arbeiterkammer-Direktor und Volkshochschulen-Vorstandsvorsitzender Winfried Haider, Gerhard Bisovsky als Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen sowie Bezirks- und Projektkoordinatorin Isabella Penz hervor.

Festvortragender Filla war Direktor der Volkshochschule Hietzing, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen und Herausgeber der Zeitschrift „Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung“. Seit 2000 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Graz und seit 2002 an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er sagte, dass sich die Erwachsenenbildung im 19. Jahrhundert aus der Gesellschaft heraus gebildet habe und nicht vom Staat ausgegangen sei. Als erste der drei Gründungsphasen der Volkshochschulen in Kärnten nannte er das Jahr 1919 mit dem Kärntner Volksbildungsverein, 1934 seien dann im Austrofaschismus Volkshochschulen gegründet worden. 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, gründete man auf Arbeiterkammer-Initiative hin die Volkshochschule Klagenfurt. Trotz schwierigster Bedingungen seien rasch 23 weitere Einrichtungen im Land gefolgt. 1955 sei dann der Landesverband der Kärntner Volkshochschulen eingerichtet worden.

Infos unter www.vhsktn.at


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Prettner; Kärntner Volkshochschulen
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser/ Büro LHStv.in Prettner