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Erstes Bundesland mit Fischotter-Monitoring

19.10.2015
LR Ragger: Rückgang des Fischbestandes in Kärnten wird untersucht – Rund 160 Fischotter in Kärnten flächendeckend vorhanden
Nachdem in verschieden Teilen Kärntens der Fischbestand dramatisch sinkt (um bis zu 80 Prozent) und dies laut Experten vor allem auf den Fischotter zurückzuführen ist, startet das Land Kärnten nun auf Initiative von Jagdreferent LR Christian Ragger das erste Fischotter-Monitoring.

„Im ersten Schritt sollen Fischotter im Bereich des Görtschitzbaches lebendig gefangen werden und nach einer Quarantänezeit für ein Wiederansiedelungsprojekt in die Niederlande gebracht werden“, informiert Ragger. In weiterer Folge soll dieses Pilotprojekt nach entsprechender Evaluation auf andere Kärntner Fischereigewässer ausgedehnt werden. Mit den gewonnenen Ergebnissen soll es möglich werden, Schäden an Fischereigebieten nachhaltig erheblich zu reduzieren.

Eine Fischottererhebung im Vorjahr ergab, dass der Fischotter, gegenüber Untersuchungen 2004 und 2009, nunmehr in Kärnten nahezu flächendeckend vorhanden ist. „Es ist von einem Fischotterbestand von 160 Individuen auszugehen“, sagt Ragger. Im Bereich des Görtschitzbaches droht vor allem das Aussterben der bodenständigen Kärntner Urforelle. Dieser letzte große Genpool dieser wild lebenden Urforelle ist absolut schützenswert und steht als gefährdete Standortvarietät auch auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Der Fischotter gehört zu den Arten, die im Rahmen der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU speziellen Schutz genießen und daher ganzjährig geschont sind. Gemäß Kärntner Jagdgesetz kann aber die Landesregierung Einzelstücke einer Wildart in Abweichung von den Schonvorschriften zum Abschuss oder zum Fang freigeben, wenn dies im Interesse eines geordneten Jagdbetriebes, der Land- und Forstwirtschaft, zur Erhaltung einer bedrohten Wildart oder sonst im öffentlichen Interesse erforderlich erscheint.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/kb