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Regierungssitzung 1- Junge Umwelt-Botschafter wollen enkeltaugliche Zukunft

20.10.2015
Villacher Schülerinnen und Schüler präsentierten Kärntner Landesregierung Initiative zur Sensibilisierung für Klima- und Gerechtigkeitsproblematik
Großes Lob und sehr viel Anerkennung von Bildungsreferent LH Peter Kaiser und allen seinen Regierungskollegen gab es heute, Dienstag, für fünf Schülerinnen und Schüler aus den Villacher Gymnasien Perau und St. Martin: Die engagierten Jugendlichen präsentierten den Mitgliedern der Landesregierung vor der Regierungssitzung das Thema "Klimawandel und soziale globale Gerechtigkeit" in sehr drastischen und berührenden Worten. Die Initiative richtet sich gegen die Gleichgültigkeit vieler Gleichaltriger, sich mit wichtigen Themen der Zeit auseinanderzusetzen und will, dass die Landesregierung das Thema Umwelt in den Lehrplan integriert. Aus dem St. Martiner Gymnasium kamen Philipp Ritsch (11) und Tommy Ritsch (13), aus dem Peraugymnasium Alina Pritz (14), Laura Fertschey (14) und Jana Niederdorfer (14).

Möglichst viele Schüler in Kärnten müssten sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen und Zusammenhänge erkennen. „Es darf uns nicht egal sein, ob Durchschnittstemperatur oder Meeresspiegel steigen, denn für unsere Generation kann es eine Frage des Überlebens werden“, betonte Alina Pritz. Sehr bald werde es nicht nur Kriegs-, sondern viel mehr Klimaflüchtlinge geben, beschreiben die Jugendlichen ihre Sorgen um ihre Zukunft. Mit ihrer Initiative wollen sie Signale setzen.

Der Impact ist, dass Kinder von Kindern lernen, dass man eine Sensibilisierung für Klima- und Gerechtigkeitsproblematik erreicht. Nicht das Handy, sondern Gedanken um die Zukunft sollten im Zentrum der Kinder und Jugendlichen stehen. „Ein Moskito kann nichts gegen ein Rhinozeros ausrichten, aber tausende Moskitos können erreichen, dass das Rhinozeros seine Richtung ändert.“ Erwachsene würden zu viel reden, aber zu wenig unternehmen, sie seien aber auch Mütter und Väter denen es nicht egal sein könne, dass die Durchschnittstemperatur und der Meeresspiegel ansteigen. „Davon werden 40 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sein, das heißt, jeder zweite Mensch, und es wird zu einer dramatischen Völkerwanderung kommen“, betonte Tommy Ritsch. Da gerade arme Völker vom Klimawandel besonders betroffen seien, müsse man Klimagerechtigkeit schaffen.

In Schulen soll damit begonnen werden, wo das Thema Klimawandel bisher im Lehrplan vernachlässigt wurde. Es geht darum, diese Themen weiterzutragen und Kinder in anderen Schulen ebenfalls zu begeistern, sich für diese Themen zu interessieren und selbst Vorträge zu halten. „Wir wünschen uns, dass in den Fächern Biologie, Geografie und Religion über den Klimawandel gesprochen wird“, so Jana Niederdorfer. Als prominente Unterstützer in Kärnten habe man bereits Superintendent Manfred Sauer und Bischof Alois Schwarz gewinnen können, berichtete Philipp Risch und verwies auf den Ökumenischen Tag für Klimagerechtigkeit 2016.

Die Jugendlichen sind Botschafter für die Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“, die 2007 vom 17-jährigen Deutschen Felix Finkbeiner gegründet wurde und mittlerweile weltweit durch das Pflanzen von Bäumen symbolische Zeichen für Klimagerechtigkeit setzt. „Bitte helfen Sie uns, dass die nächste Generation auch eine lebenswerte und enkeltaugliche Zukunft hat“, so die Jugendlichen. Sie würden sich wünsche, dass eine Plant-for-the-Planet-Akademie, wie sie es im Wiener Ursulinengymnasium gibt, auch in Kärnten unter der Schirmherrschaft der Landesregierung installiert wird. Kärntner Schulen sollen Vorreiter werden, durch diesen aufrüttelnden und engagierten Vortrag wollen sie die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft als Unterstützer gewinnen.

„Eurer Vortrag macht nachdenklich und berührt“, sagte der Landeshauptmann und lud das jugendliche Botschafterteam ein, an der Enquete 2016 des Landtages und der Landesregierung zu globalen politischen Maßnahmen teilzunehmen. „Dort sollt Ihr Euer Projekt mit ähnlich aufrüttelnden und mahnenden Worten vorstellen“, so Kaiser. Der Landeshauptmann versprach gemeinsam mit seinem Regierungsteam, die Unterlagen der Jugendlichen genau zu studieren.

„Klimaschutz hat 1985 in Villach begonnen, dementsprechend wird am 16. und 17. November eine große Jubiläumsveranstaltung stattfinden, zu der Ihr herzlich eingeladen seid“, sagte Umweltreferent LR Rolf Holub. Er verwies auch auf die große europäische Umweltschutzkonferenz regionaler Ministerinnen und Minister für Umwelt und Nachhaltigkeit am 23. September 2016 in Pörtschach, an der 118 Regionen teilnehmen werden. „Kärnten ist dabei das Vorsitzland und ich lade euch zur Rahmenveranstaltung ‚Youth Encore‘ ein“, so Holub.

Neben Landeshauptmann Kaiser anwesend waren LHStv.in Beate Prettner sowie die Landesräte Christian Ragger, Christian Benger, Rolf Holub, Gerhard Köfer und in Vertretung von LHStv.in Gaby Schaunig Evelin Pircer. Außerdem Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek.


Rückfragehinweis: Kärntner Landesregierung
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/Peter Just