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Feierliches „Ich gelobe!“ am Friesacher Hauptplatz

23.10.2015
LH Kaiser bei Angelobung des Bundesheeres – Nationalfeiertag und Flüchtlingsproblematik im Fokus der Ansprachen
Kurz vor dem Nationalfeiertag wurden 600 Rekrutinnen und Rekruten des Österreichischen Bundesheeres heute, Freitag, feierlich am Hauptplatz der Stadtgemeinde Friesach angelobt. Sie sind Anfang September und Oktober bei den Verbänden und Dienststellen der 6. und 7. Jägerbrigade sowie des Militärkommandos Kärnten eingerückt. Im Fokus der Festansprachen stand natürlich auch die Flüchtlingsproblematik.

Landeshauptmann Peter Kaiser betonte, dass das Bundesheer der Bevölkerung Sicherheit gebe und auch stets die immerwährende Neutralität Österreichs gesichert habe. Die Aufgaben seien vielfältig, verwies er auf den Katastrophenschutz und den aktuellen Assistenzeinsatz angesichts der Flüchtlingsströme. Kaiser nutzte die Angelobung, um dem Bundesheer sowie allen Organisationen, Institutionen und den vielen freiwillig Helfenden namens des Landes zu danken. Die Flüchtlingssituation sei eine globale Problematik und könne nur in Gemeinsamkeit gelöst werden. Zuallerst nötig wäre ein UN-Mandat zum Schutz der Flüchtlingslager in Jordanien, der Türkei, dem Libanon und Irak. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten müssten eine gemeinsame Außengrenze schaffen und dort Erstaufnahmezentren installieren. Den Menschen sei dann gerecht auf alle 28 aufgeteilt Asyl zu geben. „Es ist eine schwere Herausforderung, dessen sind sich alle Verantwortungsträger bewusst. Wir wollen alles tun, damit unser Heimatland Kärnten diese Krise gut übersteht“, versicherte der Landeshauptmann. An die angetretenen Rekrutinnen und Rekruten richtete er sich mit den Worten: „Wir sind stolz auf Sie!“

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler erinnerte daran, dass heuer 60 Jahre Staatsvertrag, immerwährende Neutralität und auch Bundesheer gefeiert werden. Er warf ein, dass nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und dem Beitritt zur EU die Daseinsberechtigung des Bundesheeres immer mehr in Frage gestellt worden sei - „Mit dem Ergebnis, dass wir jetzt da stehen, wo wir sind“, meinte er in Bezug auf das stark reduzierte Heeresbudget. Die weltweiten Konfliktherde und die Flüchtlingsproblematik würden jedoch zeigen, dass Friede und Freiheit nichts Selbstverständliches seien und wie notwendig das Bundesheer sei. Auch Gitschthaler dankte allen Einsatz- und Rettungsorganisationen für die Kooperation und ihre Leistungen. „Wir müssen jetzt das Optimum herausholen an Rechtslage, Humanität und solidarischer Lastenverteilung“, formulierte es der Militärkommandant. Zu den Rekrutinnen und Rekruten sagte er, dass sie sich in die Phalanx der 2,3 Millionen Grundwehrdiener einreihen würden, die in 60 Jahren Bundesheer ihren Dienst geleistet haben.

Friesachs Bürgermeister Josef Kronlechner zeigte sich stolz darüber, dass die Angelobung im Jubiläumsjahr 800 Jahre Stadt Friesach stattfindet. Zur Angelobung wurde die Dienstflagge des Bundesheeres von Friesacher Bürgerfrauen, Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Friesach und Soldaten des Villacher Pionierbataillons 1 hereingetragen. Die Feier wurde auch von Traditions- und Kameradschaftsverbänden mitgestaltet, anwesend waren mehrere Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz, Wasser- und Bergrettung. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Ensemble 7 der Österreichischen Militärmusik unter Leitung von Offiziersstellvertreter Dietmar Pranter. Kommandant der ausgerückten Truppe war Oberst Volkmar Ertl, der Kommandant des Pionierbataillons 1. Worte der Besinnung sprachen die Militärgeistlichen Emmanuel Longin und Michael Matiasek. Die Gelöbnisformel verlas Oberstleutnant Roland Pichler.

Die angelobten Soldatinnen und Soldaten der Garnison Spittal an der Drau kamen vom Hochgebirgsjägerbataillon 26 aus der Türk-Kaserne. Die Villacher Garnison war mit Rekruten des Pionierbataillons 1 aus der Rohr-Kaserne und des Führungsunterstützungsbataillons 1 aus der Lutschounig-Kaserne vertreten. Die Jungsoldatinnen und Jungsoldaten der Garnison Klagenfurt gehören dem Stabsbataillon 7 aus der Windisch-Kaserne sowie Stabskompanie und Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten aus der Khevenhüller-Kaserne an. Aus der Garnison Bleiburg, der Goiginger-Kaserne, kamen die Einjährig-Freiwilligen.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Militärkommando Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/fritzpress