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"Weiter wie bisher?" - Kärntner Tagung zum internationalen Jahr des Bodens

24.10.2015
LR Holub: Kärnten verliert über einen Hektar Boden pro Tag - Folgen sind Umweltprobleme und negative wirtschaftliche und soziale Entwicklungen - Neues Raumordnungsgesetz soll dem entgegenwirken

In einer Fachtagung in Klagenfurt erörterten am Donnerstag zahlreiche Expertinnen und Experten im internationalen Jahr des Bodens die Gründe und Folgen unseres starken Bodenverbrauchs: „Kärnten verliert pro Tag rund einen Hektar an wertvollem landwirtschaftlichen Boden. Diese Zersiedelung und der damit verbundene Flächenverbrauch bringen nicht nur Umweltprobleme mit sich, sondern haben auch negative wirtschaftliche und soziale Folgen“, erklärte Umweltreferent LR Rolf Holub im Rahmen der Tagung, die vom Land Kärnten unterstützt wurde.

Daher arbeite man intensiv an einem neuen Raumordnungsgesetz, dass Flächenverbrauch und Zersiedelung in Zukunft eindämmen soll. Es ist unverständlich, dass Kärnten an der Spitze der Widmungszuwächse in ganz Österreich steht, weshalb zum ersten Mal das Raumordnungsgesetz die wichtige Zielformulierung „Boden sparen“ enthalten werde, so Holub. Es müsse bei zukünftigen Bauformen besonders darauf geachtet werden, bodensparend zu bauen und raumordnerische Kriterien zu beachten. Holub plädierte in diesem Zusammenhang abermals auch für einen Erhaltungsbeitrag bei gewidmeten aber nicht genutztem Bauland, der mit der Neufassung des Raumordnungsgesetzes eingeführt werden soll. Die Tagung sei ein wichtiger bewusstseinsbildender Beitrag, so müsse man vor allem jungen Menschen vom hohen Wert unseres Bodens erzählen: „Sie werden es durch unsere Weichenstellungen in Zukunft besser handhaben“, zeigte sich Holub überzeugt.

In einem thematisch vielfältigen Tagesprogramm diskutierten die Expertinnen und Experten unter anderem über Nahversorgungs- und Wohnungsbaupolitik in Südtirol, Bodenschutzstrategien des Landes Salzburg und Raumplanung in Kärnten. Die Tagung wurde von einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Weiter wie bisher - oder Aufbruch zu einer neuen Planungs- und Baukultur?“ abgerundet.
Das Publikum appellierte an die Politik, dringend einschneidende Veränderungen in der Raumordnung zu setzen und den dafür notwendigen Mut zu zeigen.

Die Veranstalter, Bündnis Alpenkonvention Kärnten und Architekturhaus Kärnten, betonten, dass sie hoffen, dass es auf der Basis einer gemeinsame Sichtweise der Probleme mit intensiver Kommunikation zwischen Land, Gemeinden und den Fachleuten zu einem Neubeginn in der Raumordnung kommen wird.


Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/Böhm