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KULTUR

Retrospektive von Valentin Oman im MMKK

28.10.2015
LH Kaiser und LR Benger bei Eröffnung der Ausstellung – Oman hat Kärntner Kulturlandschaft geprägt
Unter großem Andrang von Kunstbegeisterten wurde heute, Mittwoch, im MMKK in Klagenfurt die Retrospektive von Valentin Oman eröffnet. Es ist dies die erste Ausstellung, die das umfassende Werk des Künstlers präsentiert. Gezeigt werden Arbeiten aus mehr als 50 Jahren, vom Piraner Kreuzweg über Werke aus der Serie Ecce homo bis zu Reiseskizzen aus fernen Ländern. Im Frühjahr 2016 übersiedelt die Ausstellung ins Wiener Künstlerhaus und danach in die Galerija Bozidar Jakac im slowenischen Kostanjevica na Krki.

„Bei Betrachtung des Lebenswerkes von Valentin Oma zeigt sich, dass seine zentralen Themen der Mensch, die Suche nach dem Sein und die Vergänglichkeit sind“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser. Oman sei als Künstler weit über die Grenzen Kärntens hinaus geschätzt. „Umso wichtiger und schöner ist das Anliegen, Dir zu danken, dass du immer zu diesem Land und seinen Menschen gestanden bist“, betonte Kaiser. Oman habe differenziert, was das Land brauche auch wenn es der scheinbaren Mehrheit nicht gefallen habe. „Dein Leben war und ist geprägt vom aufrechten Gang – Kärnten ist stolz auf dich“, so der Landeshauptmann.

„Ich freue mich, dass Valentin Oman mit dieser Ausstellung wieder den Weg in die Kärntner Öffentlichkeit gefunden hat und wir seine Werke genießen und erfahren können“, betonte Kulturreferent LR Christian Benger. In Kärnten habe es einen Paradigmenwechsel gegeben. Das sei ein offenes Land, ein Land von Kunst und Kultur, ein Land, das Kunst und Kultur auch wertschätze. „Schön, dass Sie ein Kärntner sind, herzlichen Dank.“

Zur Ausstellung sprach MMKK-Direktorin Christine Wetzlinger-Grundnig. Die Hommage an den Künstler hielt ORF-Kulturchef Martin Traxl, der Oman als „durch und durch politischen Künstler, aber fern aller tagespolitischen Geschehnisse, bezeichnete.“

Unter den vielen Besuchern waren viele Künstlerkollegen wie beispielsweise Manfred Bockelmann, weiters der slowenische Generalkonsul Milan Predan, ORF-Chefin Karin Bernhard und Ex-Infineon-Chefin Monika Kircher. Außerdem die Lebensgefährtin des Landeshauptmannes Ulrike Wehr und die Frau des Kulturreferenten Christiane Benger.

Valentin Oman, geboren am 14. Dezember 1935 in St. Stefan bei Villach, maturierte 1958 im Marianum Tanzenberg. Von 1958 bis 1962 studierte er bei Professor Hilda Schmid-Jesser an der heutigen Universität für angewandte Kunst in Wien, 1963 schloss er eine Spezialklasse für Druckgrafik bei Professor Riko Debenjak an der Akademie für bildende Kunst in Laibach/Ljubljana ab. Neben zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem auch im Oman und Jemen, hat Oman vielfältige Arbeiten für den öffentlichen Raum sowie Auftragsarbeiten für öffentliche Gebäude realisiert, darunter die künstlerische Gestaltung des Bundesgymnasiums für Slowenen in Klagenfurt, die Wandmalerei und den Piraner Kreuzweg in der Kirche Tanzenberg sowie die Dolmetscherkabine in der Universität Klagenfurt. Valentin Oman ist unter anderem Ehrendoktor der Universität Klagenfurt, Träger des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse und von Slowenien erhielt er den Goldenen Verdienstorden. Oman ist korrespondierendes Mitglied der Slowenischen Akademie für Wissenschaft und Kunst. Er lebt und arbeitet in Wien und in Finkenstein.

Die Retrospektive bietet einen Rückblick auf die vergangenen fünfzig Schaffensjahre. Valentin Oman, der schwerpunktmäßig von der Malerei und Grafik kommt und dessen besonderes Augenmerk auf diffizilen, experimentellen Erweiterungen und Verknüpfungen dieser bildnerischen Möglichkeiten liegt, hat ein beeindruckend umfangreiches Gesamtwerk hergestellt, das sich inhaltlich dem Thema der menschlichen Existenz, den Fragestellungen des Seins, nach Vergänglichkeit und Transzendenz widmet. Die Ausstellung versammelt Beispiele dazu von den 1960er-Jahren bis heute, darunter Werke der Sammlung Hermagoras und des MMKK, weiters mannigfaltige Zyklen von Reisebildern und Landschaften, Dokumentationen der unzähligen Arbeiten für den öffentlichen Raum und eine Installation.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Benger
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/fritzpress